1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Ideenraum in der Altstadt

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

hks_TraVogelsberg-Kuenst_4c
Die Projektverantwortlichen der Kulturinitiative TraVogelsberg, Katja Niebuhr, Lilian Lamadieu und Klaus Scheuer, vor dem neuen Künstlertreff in der Vogelsbergstraße 110. © Stefan Weil

Schotten (sw). In der Innenstadt Schottens soll ein Künstlertreff entstehen. So hat es sich die Kulturinitiative »TraVogelsberg - eine Region steht auf« zum Ziel gesetzt. »Wir möchten Künstlerinnen und Künstler zusammenbringen, Netzwerke knüpfen und eine entsprechende Infrastruktur für Kunstschaffende aufbauen«, sagte am Mittwoch Projektleiter Klaus Scheuer.

Treffpunkt für die Erstinformation von interessierten Kunstschaffenden war ein leer stehender Laden in der Vogelsbergstraße 110. Hier waren früher ein Weingeschäft und zuletzt ein Café untergebracht. »Es gibt in der Schottener Innenstadt zahlreiche leer stehende Geschäfte. Da entstand die Idee, diese Möglichkeiten zu nutzen, um einen dauerhaften Treffpunkt und Ausstellungsort einzurichten«, so Scheuer.

Auch die beiden Projektkoordinatorinnen, Katja Niebuhr und Lilian Lamadieu, betonten die Bedeutung gut funktionierender Netzwerke. »Es gibt zwar viele Künstler in Schotten, aber einige kennen sich nicht. Hier möchten wir ansetzen, und sie zum gegenseitigen Austausch zusammenzubringen.«

Vernetzung von Orten

Die Projektverantwortlichen verweisen dabei auf die Stadt Schlitz, wo sie bereits mit Erfolg ein ähnliches Projekt abgewickelt haben. »Es hat sich mittlerweile ein Künstlerkollektiv etabliert, das die Stadt mit einem bunten kulturellen Programm bereichert«, sagt Klaus Scheuer. Inzwischen habe sich das Projekt verselbständigt und werde von der Stadt unterstützt.

Einen ähnlich erfolgreichen Verlauf soll das Kulturprojekt jetzt auch in Schotten nehmen. »Unser Ziel ist eine Vernetzung von mehreren Kulturorten, verteilt über den ganzen Vogelsberg«, sagt Katja Niebuhr. Das entspricht der Intention von TraVogelsberg. Gefördert wird das Projekt vom Land Hessen und von der Kulturstiftung des Bundes. Sie hat das Programm »Trafo« initiiert, dass dabei unterstützen soll, Kulturinstitutionen mehr für die Menschen zu öffnen, vor allem in ländlichen Regionen, wo ein intensives kulturelles Leben eher unterentwickelt sei. Projektträger ist der Vogelsbergkreis, die Umsetzung erfolgt durch die Partnerinstitutionen Kulturzentrum Kreuz und Lauterbacher Musikschule.

Niedrigschwellige Ansätze im Auge

»Wir sehen unseren Auftrag darin, die Angebote der Kunstschaffenden über niedrigschwellige Ansätze den Menschen im ländlichen Raum näher zu bringen. Kunst hat auch einen nachhaltigen Bildungsauftrag«, betonte Lilian Lamadieu.

Grundlegend für das Konzept ist ein »5-Orte- & Phasen-Modell«, das auf dem vulkanologischen Erbe des Vogelsberges basiert. Eckpunkte sind der Basalt - Steinorte, die es noch heute gibt. Aus dem Basalt entwickelten sich durch Witterung und Klima Naturorte: Flüsse, Seen, Grasflächen und erste Wälder. Der Mensch schuf architektonische Orte, baute Behausungen und Siedlungen und verdrängte zum Teil die Naturorte. Schwindet das Interesse daran, gibt es Verfall, die architektonischen Orte werden zu Ruinen und schließlich wieder zu Steinorten. Die vier Orte werden durch Wege und Pfade, durch die Menschen oder durch Geschichten verbunden. Der Kreislauf schließt sich. »Wir wollen das Phasenmodell nutzen, um diese Orte (neu) zu entdecken, um neue Kulturformate, neue Kooperationen zu entwickeln, um Erfolgreiches zu bewahren und nachhaltige Strukturen aufzubauen, inspiriert durch unser geologisches Erbe. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden miteinander verbunden«, so der Projektleiter.

Ein wichtiger Baustein für die Umsetzung des Projektes sind Begegnungsorte. So wie der neue Künstlertreff in der Schottener Innenstadt. Als Auftakt geplant ist eine Gemeinschaftsausstellung »Ein-Sichten 2022«. Dabei können sich Künstler verschiedener Ausprägungen mit ihren Werken einbringen. Konzipiert wird sie zudem als Wanderausstellung. Denn die Exponate sollen später auch im vorherigen TraVogelsberg-Projektort Schlitz und danach im nächsten Projektort Mücke zu sehen sein.

Der Künstlertreff soll zu einem Ideenraum werden, wie Klaus Scheuer sagte. »So können sich Menschen finden, die gemeinsam den Raum mit Ideen bespielen.« Künstler mit nur wenig Zeit, die sich aber in die Ausstellung einbringen möchten, könnten auch ein Werk zur Verfügung stellen, das in die Exponatensammlung integriert werde.

Zwei weitere Treffen von interessierten Künstlerinnen und Künstlern finden am Montag, 16. Mai, um 10 Uhr und um 19 Uhr statt. Kontakt und Informationen unter: info@travogelsberg.de.

Auch interessant

Kommentare