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Ilfer Narren gehen voran

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Rechner Samuel Hess, der Vorsitzende Ingo Ostheim, sein Stellvertreter Marius Emmel und Schriftführerin Carina Hofmann (v.l.) bilden das Führungsquartett der Ilfer Narren. © Stefan Weil

Ulfa (sw). »Ulfa feiert«. Unter diesem Motto stand das bunte Kirmestreiben am Wochenende auf dem Festplatz am Bürgerhaus. »Es ist eine Veranstaltung, hinter der das ganze Dorf und unsere tollen Vereine stehen«, betont Ortsvorsteher Christian Döll. Federführend sind die Ilfer Narren. Der rührige Fastnachtsverein hat rund 30 Mitglieder und »geht voran«, wie der Ortsvorsteher erklärt.

Treibende Kraft ist der Vorstand mit dem Führungsquartett, dem Vorsitzenden Ingo Ostheim, seinem Stellvertreter Marius Emmel, Schriftführerin Carina Hofmann und Rechner Samuel Hess.

In früheren Jahren, zu Beginn des neuen Jahrtausends, gab es bereits eine Kirmes in Ulfa, doch sie war, wie an vielen anderen Orten auch, von einem schleichenden Niedergang geprägt. »Das war zuletzt ein Minusgeschäft, da lohnte der ganze Aufwand nicht mehr«, erzählt Christian Döll. Mehr als zehn Jahre dauerte es, bis sich mit den Ilfer Narren ein Verein an die Wiederbelebung wagte.

Das Brauchtum in Ulfa erhalten

»Für uns hat der traditionelle Wagenbau eine große Bedeutung. Dieses Brauchtum wollen wir erhalten«, sagt Carina Hofmann. Zum Glück habe der Verein einige versierte Handwerker in seinen Reihen. Mit ihrem Wagen sind die »Ilfer Narren« in den tollen Tagen bei mehreren Umzügen wie in Laubach, Nidda, Hörgenau, Hartenrod und am Fastnachtsdienstag immer in Stammheim präsent .

2018 wurde die Kirmes neu gestartet. Es war ein großer Erfolg. Daher fiel der Beschluss leicht, an die frühere Tradition anzuknüpfen. »Aber nicht in jedem Jahr«, wie Samuel Hess betont. »Alle zwei Jahre. Denn der Aufwand ist schon enorm«. Finanziell sei das ohne Sponsoren - größere und kleinere - nicht zu stemmen.

Begonnen hatte das Fest am Freitagabend mit einem Sommernachtsumzug. Rund 200 Teilnehmer mit 15 Zugnummern und vielen Fußgruppen waren nach Ulfa zu dem fröhlichen Treiben gekommen. Darunter welche aus Nidda, Stammheim, Rabertshausen, Ruppertsburg und Wenings. »Alle Bewohner haben mitgezogen. Entlang der Strecke waren die Häuser geschmückt. Viele ältere Menschen hatten Stühle vor ihr Haus gestellt, um den Umzug zu verfolgen. Das ist schon etwas Besonderes, das verbindet«, betont Carina Hofmann. In den Höfen waren Getränkestände aufgebaut, und sie hatten viele Helfer aus dem Dorf, berichtet Samuel Hess. »Wir haben ein schönes Netzwerk und Kooperationen mit anderen Vereinen, zum Beispiel aus Langd oder aus Michelbach. Wir unterstützen uns mit Helfern gegenseitig.« Der Umzug schlängelte sich durch die Straßen und Gassen bis zum Festzelt. »Wir hatten rund 700 Besucher. Die Stimmung war toll. Es ging bis weit nach Mitternacht«, berichtet der Vorsitzende Ingo Ostheim. Komplimente verteilte Ortsvorsteher Döll. »Einer muss vorneweg gehen, dann ziehen die anderen mit. Nur so kann eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt werden.«

Mitglieder des nahen Jugendzentrums waren für die morgendliche Reinigungsaktion eingesetzt. »Es ist wichtig, Jugendliche zum Mitmachen zu motivieren. Dann kann man sie später vielleicht als Aktive für den Verein gewinnen, damit es zukünftig weitergeht«, sagt Marius Emmel.

Am Kirmessamstag hatten die Organisatoren eine besondere Attraktion zu bieten, den Hindernisparcours »Gladiator Run«. Die 50 Meter lange, ausblasbare Anlage mit Hindernissen wie einer schrägen Kletterwand, Hängebrücke, Rutsche, wabbeligen Kugeln, die übersprungen werden mussten, und einem »Freefall« am Ende auf ein weiches und sicheres Fallkissen waren eine Herausforderung für die kleinen und großen Gladiatoren, die es wagten. Statt des »Freefalls« konnte auch eine weniger fordernde Rutsche am Ende des Parcours benutzt werden. Spaß wurde dabei groß geschrieben, vor allem im direkten Wettstreit gegeneinander. Als Belohnung gab es Urkunden und Pokale.

Abends war das Festzelt wieder proppenvoll. Die Partyband »Aeroplane« sorgte für fetzige Musik mit Partyhits, Stücken aus den 90ern, Rock-Klassikern und »Chartbreakern«. Die »Flash-Back-Party« war ein Anziehungspunkt für viele Jugendliche und Junggebliebene nicht nur aus Ulfa, sondern aus der ganzen Region.

Zum Ausklang der Kirmes am Sonntag wurde zunächst ein Gottesdienst abgehalten. Daran schloss sich ein Frühschoppen mit den »Nachtschwärmern«, die für viel Stimmung sorgten, an. Großen Anklang fand auch das Traktortreffen mit verschiedenen lustigen Spielen.

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Dem Himmel entgegen geht es auf der Kletterwand. © Stefan Weil

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