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In Büdingen Meisterstück gemacht

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VON MICHAEL GIERS

Büdingen/Bleichenbach. Das Hauptquartier seiner Unternehmungen ist das Büdinger Büro im Rewe-Markt, von wo aus er sein »Lapp-Land« lenkt: An diesem Mittwoch wäre Geschäftsführer Rainer Lapp jedoch nicht nur berufsbedingt am Ball, sondern auch in eigener Sache stark beansprucht, denn schließlich stünde sein 60. Geburtstag auf dem Programm. Der Konjunktiv muss deswegen herhalten, weil sich Lapps Familie mit dem Coronavirus infiziert hat und deswegen in Selbstisolation befindet. Die Feier wird zeitnah nachgeholt.

Denn eine gebührende Würdigung zum 60. Geburtstag hat sich Rainer Lapp wahrlich verdient. Sein beruflicher Werdegang im Rewe-Konzern führte stets steil nach oben. Nach den Lehr- und Ausbildungsjahren im Großunternehmen begann er als selbstständiger Kaufmann mit einem Markt in Ortenberg, den er schnell vergrößern konnte, später jedoch abgab. Mit neuen Märkten in Stockheim (später wieder veräußert) und Ranstadt rückte Lapp merkbar auf die Überholspur. Mit der Realisierung des Büdinger Supermarkts im ehemaligen Joh-Anwesen lieferte Lapp sein Meisterstück ab. Ein Meisterstück der Planung und des geschickten Abwartens, weil die offenbar zeitweise flügellahme Investorengruppe nicht richtig in die Pötte kam. Ein anderer als Lapp hätte vielleicht schon resigniert, doch der hielt durch und kam letztendlich ans Ziel (Eröffnung 2012). »Das war zu jener Zeit oft ein Riesendurcheinander«, erinnert sich Lapp.

Ärger hält bis heute an

Damalige Versprechungen an ihn durch die Kommunalpolitik wurden allerdings nicht eingehalten, was ihn bis heute ärgert. So durfte er davon ausgehen, dass auf dem ehemaligen Kasernengelände nichts passiert in Sachen weitere Supermärkte, bis der Bebauungsplan so verändert wurde, dass da doch was laufen sollte. Jüngst kam im Verfahren vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel allerdings heraus, dass dieses eingereichte offizielle Planungsschriftwerk Makulatur ist, weil der Stadt Büdingen dabei ein gravierender Formfehler unterlief. Nun kann es noch was dauern mit dem geplanten Edeka-Markt dort.

Rainer Lapp jedenfalls sieht sich in seiner Vorgehensweise bestätigt, hält die Stadt Büdingen aber mittlerweile nicht mehr ganz oben auf seiner persönlichen Standortagenda, denn im benachbarten Gelnhausen eröffnete er schon vor geraumer Zeit ebenfalls einen hochmodernen Supermakt. Ein weiterer ist im nicht allzu fernen Linsengericht platziert und noch einer in Sterbfritz, sodass der Main-Kinzig-Kreis künftig das Hauptbetätigungsfeld von Lapp sein wird.

In der Wetterau aber bleibt er beheimatet. In seinem Wohnort Bleichenbach fühlen sich der Neu-Sechsziger und seine Ehefrau Beate tatsächlich zu Hause, auch wenn seine Familie aus Ober-Seemen stammt, wo Thomas Lapp, einer seiner Brüder, noch heute eine gut besuchte Gastronomie betreibt. Auch Rainer Lapp ist dort häufig zu Gast. Die Familie hält zusammen.

Der Lappsche Unternehmer-Geist ist weiterhin sehr ausgeprägt. »Allerdings sollte man auch an die sozial schwächer gestellten Menschen denken und an diejenigen, die aufgrund von Behinderungen nicht in gewohnter Form am gesellschaftlichen Miteinander teilnehmen können.« Der Geschäftsführer hat sich schon immer an jene gewendet, die zu kurz kamen und noch was brauchen im Leben. Seine Spendenanregungen waren bisher herausragend. Jetzt will er allerdings selbst aktiv werden und als Motor auf diesem Sektor agieren. Wohl deswegen ließ er sich dazu motivieren, ein bedeutendes Amt auf dem hiesigen Sozialsektor zu übernehmen. So wurde Lapp kürzlich zum Vorsitzenden des Vereins Hand-in-Hand Altenstadt gewählt.

Soziales Engagement

Diese Einrichtung hat sich auf die Fahne geschrieben, Familien mit krebskranken und schwerstkranken Kindern zu helfen beziehungsweise zu unterstützen. Man möchte den dunklen Alltag dieser Kinder und Familien ein wenig erhellen und ihnen eine glückliche Zeit trotz aller Sorgen ermöglichen. Lapp: »Ich fühle es als Verpflichtung, bei einer solchen Zielsetzung ganz vorne mitzumachen.« Denn er wolle einer Gesellschaft, die es ihm ermöglichte, beruflich solche Erfolge zu realisieren, etwas zurückgeben. Schon die Gäste seiner Geburtstagsfeier bringen deswegen keine Geschenke mit, sondern spenden etwas an den Verein. Die passenden Wortbeiträge zum Sechzigsten von Rainer Lapp können dann auch noch später gehalten werden.

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