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In der Marienkirche: Ein Trio der Premiumklasse

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Von: red Redaktion

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Mit den Fuldaer Musikern Ute Krönung (Klarinette, Sopran- und Altsaxofon) und Willi Genßler (Klarinette, Querflöte, Tenorsaxofon, Bassklarinette) sowie der Lauterbacher Pianistin und Organistin Claudia Regel (Mitte) gastieren drei Musiker der Premiumklasse bei »Nidda in Concert«. FOTO: SCHNEIDER © pv

Nidda in Concert: Die Musiker Ute Krönung, Willi Genßler und Claudia Regel geben ein beachtliches Konzert, das Stilarten von Barock bis Tango präsentiert.

Nidda (mü). Ein Trio der Premiumklasse konnte Pfarrerin Hanne Allmansberger zum zweiten Abend der Reihe »Nidda in concert« in der evangelischen Stadtkirche »Zum Heiligen Geist« begrüßen. Mit den Fuldaer Musikern Ute Krönung (Klarinette, Sopran- und Altsaxofon) und Willi Genßler (Klarinette, Querflöte, Tenorsaxofon, Bassklarinette) sowie der Lauterbacher Pianistin und Organistin Claudia Regel hatte man sich drei Solisten ins Haus geholt, die jeweils in Einzelprojekten, aber auch in unterschiedlichen Ensembles als Meister ihres Fachs tätig sind. Unter dem Motto »Klappen und Tasten - von Barock bis Tango« begeisterten sie das Niddaer Publikum mit reizvollen Werken zwischen Mozart und Stevie Wonder. Durch das Programm führte Claudia Regel. Verdienter stehender Beifall krönte den Abend, die Zugabe »Stand by me« wurde von den Zuhörern mit leisem Fingerschnipsen begleitet.

Rondo für Klavier und Klarinetten

Begonnen hatte das Konzert mit einem heiteren Rondo für zwei Klarinetten und Klavier aus der Vienesse Sonatine Nr. 4 von Wolfgang Amadeus Mozart. Hierauf folgte das nachdenkliche Herbstlied von Felix Mendelssohn Bartholdy. Auch die Triosonate von Johann Christoph Pepusch nahm diese Stimmung zunächst auf, um sie dann in einen lebhaften Tanz in warmen, weit tönenden Klängen zu verwandeln.

Mit einem großen Sprung landete man beim Tango »El choclo - Der Maiskolben« des Argentiniers Angel Villoldo, nicht etwa einem Gemüse, sondern einem Ganoven mit maisgelben Haaren gewidmet. Während bei diesem Stück das Frage- und Antwort-Spiel der Instrumente an den sinnlichen Flirt eines Paares beim Tango erinnerte, karikierte »Golliwoog’s cake-walk« von Claude Debussy einen weiteren Modetanz und ließ eine Kinderpuppe gleichsam durch das Kirchenschiff hüpfen und sich verstecken.

Der berühmte »Kanon« von Johann Pachelbel und der Song »Tears in Heaven« von Eric Clapton gingen in der Komposition »Tears for Pachelbel« (Arrangement Will Genßler) eine spannende Melange ein, die sowohl dem Barockstück als auch der Ballade ein völlig neues Gepräge gab. Wiederum aus Argentinien stammte Julio César Sanders prägnanter Abschiedstango »Adios muchácos - Lebt wohl, ihr Freunde, ihr Gefährten meines Lebens« mit fröhlichen und die Trennung akzeptierenden Zügen.

Nach den Klarinetten kamen die Saxofone mit helleren Klang zum Zuge und schmückten auch »Das Fräulein Gerda« von Helmuth Wernicke, einen swingenden Erfolgsschlager von 1959, sowie »Ich steh‹ mit Ruth gut« von Fred Raymon. Dazwischen verzauberte der moderne, synkopenreiche und hingebungsvolle »Waltz for Two« von Boris Romanowitsch Turtschinski. Edward Elgar komponierte den wundervollen »Salut d’amour - Liebesgruß« mit vielen romantischen Passagen und einigen Kapriolen.

Es folgte eine sanfte und berührende Kombination aus dem Gospel-Traditional »Jesus keep me near the cross«, und dem schwingenden »Near the river« von William H. Doane, im Kontrast dazu »Jalousie - Die Eifersucht«, wiederum ein Tango, diesmal von Jacob Gade.

Nach dem Gospel Tango und Jazz

Mit eruptiver Pianobegleitung wurde das Umeinander-Kreisen und Einander-Beobachten eines eifersüchtigen Paares umgesetzt, um schließlich in einer Versöhnung zu münden.

Fulminantes Highlight für die Tubax und das Saxofon: »Sir Duke« (Ellington) von Stevie Wonder mit einem faszinierenden, tiefgründigen Jazzgroove ließ das Bläserduo wie eine ganze Band klingen. Den zarten Song »Petit Fleur - Kleine Blume« von Sidney Bechet zelebrierte man wiederum zu dritt mit viel Sensibilität und swingendem Groove.

Das Konzert schloss mit »Just a closer walk with thee«, einem Traditional, das von den Marching Bands in New Orleans auch auf Begräbniszügen gespielt wird und das nach vielen melancholischen Linien fröhlich in der Hoffnung auf ewiges Leben bei Gott endet.

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