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In drei Tagen mit dem Rad von Nidda nach Dänemark

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Begleitet von den besten Wünschen seiner Kolleginnen und Kollegen macht sich Christopher Herget per Rad auf den Weg von Nidda ins dänische Sonderborg. © Elfriede Maresch

Der Auftakt der Tour de France in Dänemark veranlasste die Firma Linak zu einer besonderen Aktion. Mitarbeiter aus allen Standorten lud man zur Sternfahrt in die Zentrale ein. Auch aus Nidda.

S olche Kondition hat nicht jeder: Vier Tage hatte Christopher Herget für die 650-Kilometer-Strecke mit dem Rennrad von Nidda ins dänische Sonderborg vorgesehen - er schaffte es in drei Tagen. Der Mitarbeiter der Firma Linak hatte eine starke Motivation. Er fühlte sich sozusagen als »Botschafter Oberhessens« bei der Sternfahrt zum Hauptwerk des Unternehmens in Dänemark, an der auch französische und dänische Firmenkollegen teilnahmen. Hintergrund war der Start der Tour de France in diesem Jahr im skandinavischen Land.

Von Nidda

nach Sonderborg

Herget legte Tagesetappen zwischen 200 und 220 Kilometern zurück und bewältigte dabei 4500 Höhenmeter. Das bedeutet nicht, dass der Himalaya plötzlich in Dänemark liegt. Es ist die Summe der vielen Anstiege, die er in Hessen und im Süden von Niedersachsen bewältigen musste. Und nicht nur das Wetter spielte im Wesentlichen mit.

Wie kam es dazu? Die Firma Linak, Produzent elektrischer Linearantriebe mit Hauptsitz in Dänemark und Niederlassungen in 35 Ländern, sponsorte Trikots für die diesjährige Tour de France. Sportförderung wird bei Linak großgeschrieben. Das gilt auch für den regionalen Breitensport. Linak Nidda ist Hauptsponsor der Frauengruppen der Handballsportgemeinschaft Gedern-Nidda und unterstützt Jugendfußball- und Tennisvereine.

Dass die diesjährige Tour de France in Dänemark startete, brachte die ohnehin fahrradbegeisterten Dänen in Ekstase. Linak-Mitarbeiter planten von ihren Niederlassungen aus eine Sternfahrt nach Sonderborg. »Diese Nachricht hat auch uns elektrisiert. Ich hatte einfach Lust zum Mitmachen«, erinnert sich Christopher Herget. Der Elektroingenieur ist Qualitätsmanager und Chef der Werkstatt in der Niddaer Niederlassung und suchte das Gespräch mit Christian Renner, dem Marketingleiter der Firma. Beide stimmten überein: »Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen und zu zeigen, dass Europa zusammengehört, dass über alle Grenzen die Menschen in Frieden zusammenleben wollen.« Herget wurde von der Firmenleitung für die Fahrt freigestellt und konnte das gelbe Trikot mit dem Firmenlogo überstreifen.

Tour de France

live verfolgt

Er stieg aber nicht unvorbereitet auf sein Rennrad. Der 36-Jährige ist selbst begeisterter Radfahrer, nahm schon dreimal - 2011, 2014 und 2018 - am Ironman teil und fährt regelmäßig 50-Kilometer-Trainingsrunden durch Oberhessen. Kurz vor dem Auftakt der Tour de France startete er dann, begleitet von den guten Wünschen des Linak-Teams, in Richtung Norden. Sein Rad wiegt acht Kilo, im Rucksack hatte er nur das Nötigste dabei. Zur Streckenführung bewährte sich die App Komoot. Herget wählte befestigte Radwege, Kreisstraßen und Bundesstraßen als Route. Dabei musste er feststellen, dass das Radwegenetz in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, von Dänemark ganz zu schweigen, besser ausgebaut ist als in Hessen. Die Kollegen in Nidda konnten per GPS-Live-Tracking stets seinen Weg verfolgen. Ganz ohne Herausforderungen ging es nicht ab. Die letzten 130 Kilometer fuhr er bei Starkregen. So bekam er zwischen Harsefeld und Sonderburg zweimal einen Platten, hatte aber Flickzeug und Ersatzschläuche dabei und löste das Problem schnell selbst.

Am Hauptstandort empfing man den Kollegen gastfreundlich: »Solche Aktionen wie die Sternfahrt steigern das Wir-Gefühl, verbinden die Linak-Teams über nationale Grenzen hinweg«, ist Hergets Erfahrung. Natürlich nutzte der Vogelsberger die Chance, die Durchfahrt der Tour de France-Sportler auf dänischen Strecken zu beobachten. »Es war ein eindrucksvolles Schauspiel, ein großer Tross gehört dazu. Die Streckenvorbereiter mit den Kehrmaschinen etwa, die Leute vom Merchandising, Techniker für Notfälle. Wenn dann endlich die Tour-de-France-Fahrer durchbrausen, kennt der Applaus vom Straßenrand keine Grenzen. Aber die 50- bis 60-Stundenkilometer-Geschwindigkeit dieses Feldes - das schaffen nur absolute Profis«, erzählt Herget.

Wieder zurück, bekam er oft die Frage gestellt: »Würdest Du Dir so eine lange Strecke nochmal antun?« Hergets Antwort kam prompt: »Auf jeden Fall - es war ein großes Erlebnis.«

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In Dänemark erlebt Herget auch die Tour de France live. © Elfriede Maresch

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