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In Einartshausen leistet man spontane Hilfe in der Not

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Alle Spenden werden durchgesehen und gut verpackt, Ute Hensel und dahinter Angela Holländer und Susanne Seipel haben alle Hände voll zu tun. © Detlef Maresch

Um etwas gegen das Entsetzen und die eigene Hilflosigkeit zu tun, organisierte man in Einartshausen einen Hilfstransport für die notleidenden Menschen in der Ukraine.

Einartshausen (det). Das sonnige Wetter war ideal für die kurzfristig organisierte Ukraine-Hilfsaktion, die von Angela Holländer, Betreiberin des Schwimmbadkiosks in Einartshausen, initiiert wurde und der sich der ganze Schwimmbadverein Einartshausen e.V. samt vielen Ortsbürgern anschloss.

Der Aufruf über die Dorfgruppe von Ortsvorsteher Heiko Wichmann und über die KioskApp war sehr erfolgreich. Angela Holländer hatte auch in ihrem Frankfurter und Bornheimer Bekanntenkreis um Unterstützung gebeten, ebenso kamen Spenden aus St. Wendel im Saarland. Aber es war doch bemerkenswert, mit wie viel Hilfsbereitschaft die Einartshäuser das Projekt unterstützten.

Drei Tage lang wurde im Schwimmbad von einem spontan zusammengekommenen Helferinnenteam sortiert und gepackt. Kleidungsspenden wurden durchgesehen, Gläschen mit Babynahrung kamen in einen festen Plastikeimer mit Deckel. Selbst Decken, Schlafsäcke und Zelte waren gespendet worden und auch an Kuscheltiere und Spielzeug wurde gedacht. Schließlich konnte ein Sprinter mit den oben genannten Spenden sowie weiteren Hygieneartikeln und Medikamenten voll beladen werden.

27 Stunden unterwegs

Am vergangenen Sonntagmorgen starteten dann morgens um 4 Uhr die beiden Fahrer Daniel Fuertes und Kevin Dengs mit dem Ziel Korczowa in Südostpolen. Die Fahrtkosten übernahm Angela Holländers Ehemann Roland weitgehend selbst. Seine Frau hatte mit Hilfe der polnischen Botschaft und über Internetrecherchen die zentrale Sammelstelle Korczowa ausfindig gemacht. Betrieben wird sie von der Feuerwehr und von vielen Ehrenamtlichen, auch die Hilfsorganisation »Ärzte ohne Grenzen« ist vor Ort und kümmert sich um Verletzte und Kranke. Mit der Hin- und Rückfahrt leisteten die beiden Fahrer fast 3000 Fahrtkilometer und waren 27 Stunden unterwegs. Erfreulicherweise begegneten ihnen viele Hilfskonvois, selbst aus dem weit entfernten Portugal und aus anderen Ländern brachte man Hilfsgüter für die notleidenden ukrainischen Flüchtlinge an die polnisch-ukrainische Grenze.

In der Sammelstelle wurden die beiden Fahrer aus dem Vogelsberg angewiesen, wo sie die einzelnen Hilfsgüter lagern sollten. Von dort aus waren es nur noch 40 Kilometer bis zur ukrainischen Grenze. Manches wurde direkt in Lastwagen umgeladen und noch am selben Abend über die Grenze in die Ukraine gebracht, so zum Beispiel feste Seifen, Medikamente, Verbandsmaterial, warme Decken und Babynahrung. In der Sammelstelle zeigte sich, dass die Hilfsbereitschaft sehr groß war. Vieles Erwünschte kam zusammen und alles wurde angenommen, und es war angesichts der drückenden Not in den zerstörten ukrainischen Orten auch dringend notwendig.

Angela Holländer erklärte dazu: »Wir sind froh, dass wir diese Aktion mit Eurer Hilfe durchgezogen haben. Es war ein eindrückliches Erlebnis, die Hilfsbereitschaft so vieler Menschen aus den verschiedensten Ländern zu erleben. Wir gemeinsam haben etwas gegen unser Entsetzen und unsere Hilflosigkeit getan und sind tätig geworden, jeder nach seinen Möglichkeiten. An dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender, an alle Helferinnen und Helfer und nicht zuletzt an unsere beiden Fahrer, die die Hilfsgüter nach Polen brachten«

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