1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

In einer Stunde in der City: Büdingen-Frankfurt mit dem Zug

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Björn Leo

Kommentare

Beim Blick auf die Bevölkerungsentwicklung der Stadt Büdingen lässt Bürgermeister Erich Spamer keine zwei Meinungen zu. Bis 2030, rechnet er, wird die Einwohnerzahl um drei bis fünf Prozent steigen. Sollte die Mietpreisexplosion im Rhein-Main-Gebiet anhalten, wird Büdingen sogar noch mehr Zuzug erfahren. Und "Zug" ist das Stichwort. Es gibt keine direkte Schienenverbindung von Büdingen nach Frankfurt.

Es mag für viele im Osten der Wetterau noch immer eine Utopie sein, aber es braucht dringend eine attraktive Bahnanbindung an die Mainmetropole. Sie sollte schnell, gut getaktet, idealerweise elektrisch und kostengünstig sein. Was im benachbarten Niddertal schon länger mit Verve diskutiert wird, sollte auch in und für Büdingen ein Thema sein. Die Verkehrsströme in Richtung Frankfurt gleichen jetzt schon regelrechten Fluten. Den totalen Kollaps möchte niemand erleben.Carsten Krätschmer (Glauburg) und Norbert Syguda (Altenstadt) forcieren in der Nachbarschaft die abermalige Modernisierung des "Stockheimer Lieschens". Dort läuft 2027 der Verkehrsvertrag aus. Die Deutsche Bahn (DB) betreibt die Strecke im Auftrag des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV). Gewiss, es fahren seit einigen Jahren mehr und modernere Züge, von denen inzwischen werktags fast alle und samstags zwei Drittel als Stadtexpress den Frankfurter Hauptbahnhof als Ziel haben. Aber: Die Strecke ist eingleisig und das Zugangebot dadurch arg eingeschränkt, der Dieselbetrieb mit Loks und Doppelstockwagen in der Hauptverkehrszeit ist kostenintensiv. *Es überrascht daher niemanden, dass im Niddertal zwischen Glauburg und Bad Vilbel alle Anrainerkommunen den RMV zu einer Machbarkeitsstudie zur Optimierung der Bahnstrecke gedrängt haben. Diese tragen fast 50 Prozent der Kosten für die Bahn. Der Tenor ist klar: Die Niddertalbahn muss ausgebaut werden. Der RMV steht dem positiv gegenüber. *Der Fahrplan soll verdichtet, die Taktung der Züge erhöht werden. In Teilabschnitten (zwischen Altenstadt und Höchst sowie zwischen Büdesheim und Kilianstädten) soll ein zweites Gleis für mehr Begegnungsverkehr sorgen. Im zweiten Schritt soll geprüft werden, ob die Elektrifizierung förderfähig und damit finanzierbar ist. Büdingen, da sind sich alle Gesprächspartner einig, soll umsteigefrei an die Niddertalbahn angebunden werden. Das sind die Ergebnisse der jüngsten Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Niddertal (AGNV). Carsten Krätschmer weiß um die Entwicklung Büdingens und unterstützt seinen Amtskollegen: "Unsere Planungen sehen eine durchgängige Zugverbindung von Gelnhausen über Büdingen und Stockheim nach Frankfurt vor. Die Fahrzeit: eine Stunde. Mehr ist Pendlern nicht zuzumuten." Der Bürgermeister spricht von einer Art Expresszug, der nicht überall hält.*Für den 21. Mai ist eine Niddertalbahnkonferenz in Gelnhausen geplant. Vor allem im Main-Kinzig-Kreis steht das Thema ganz oben auf der Agenda. Nach 2027 sollen 10 000 Fahrgäste täglich mit dem "Lieschen" fahren, aktuell sind es 7000. "Die Kapazitätsgrenze ist längst überschritten. Alles, was rollen kann, ist auf der Schiene", macht Krätschmer klar. *Ob tatsächlich Zug dahinter steckt, bleibt freilich abzuwarten. Zumindest scheint neben den Prestige-Bahnprojekten - der Ausbau der S 6 und die Reaktivierung der Horlofftalbahn - zwei weiteren Strecken in der Wetterau eine positive Zukunft beschieden.

Auch interessant

Kommentare