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Interessante Einblicke in Imkerei

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Keine Gefahr birgt der Blick ins Innenleben eines Bienenstocks. © Erich Engel

Glashütten (een). Anlässlich des Tags der deutschen Imkerei hatte die Bio-Imkerei Teichmann in Glashütten jetzt ihre Pforten für Besucher geöffnet. Der Imkerverein Gedern/Burgbracht, dessen Vorsitzender Sven Teichmann ist, bot den Interessierten zudem eine Vielzahl an Informationen und sehenswerten Aktionen rund um das fleißige Insekt an, das durch seine Arbeit für den leckeren Honig auf den Frühstücksbrötchen sorgt.

Der Imkerverein hat derzeit 85 Mitglieder. Davon sind die meisten Imker, die etwa 450 Bienenvölker bewirtschaften. Den Tag der Imkerei nahm Nebenerwerbsimker Teichmann zum Anlass, die offizielle Einweihung seines Bio-Betriebs zu feiern.

Förderung durch Leader-Mittel

Tags zuvor waren bereits Hirzenhains Bürgermeister Timo Tichai (parteilos), Klaus Karger von der Wirtschaftsförderung Wetterau, Henrike Strauch, Vorsitzende des Vereins Oberhessen, Vermarkter des Bio-Honigs sowie weitere Gäste zu einem kleinen Festakt gekommen. Die mit hohen Investitionen geschaffene Imkerei war finanziell durch das Leader-Programm gefördert worden, und die Gäste freuten sich, dass der Betrieb nun an den Start gehen konnte.

Teichmann hat sich bereits als Kind von seinem Großvater für die Imkerei begeistern lassen. Doch erst 2011 nahm er seine eigene Hobbyimkerei in Angriff und lernte das nötige Know-how von seinem Ober-Laiser Bienenpaten.

Bald reifte in ihm der Entschluss, das Imkern nicht nur als Hobby zu betreiben. Daraufhin machte er ein dreimonatiges Praktikum in einer Berufsimkerei in Neuseeland, die 9000 Völker bewirtschaftete. 2019 begann die Bauphase seines modernen Betriebs, in dem er dann bereits im Mai 2020 zum ersten Mal Honig schleudern konnte. Mittlerweile pflegt Teichmann 120 Völker, von denen er in diesem Jahr zum ersten Mal zehn Stück in Sonnenblumenfeldern aufstellen wird.

Bei den Führungen durch die moderne Anlage erläuterte er den Besuchern die Vorgänge vom Entdeckeln und Schleudern der Waben über die Trennung von Wachs und Honig bis zu den Filtertechniken für die Gewinnung des reinen Honigs. Während in seiner alten Hobbyschleuder lediglich vier Waben gleichzeitig bearbeitet werden konnten, kann er nun 68 Waben in einem Durchgang bearbeiten - und braucht dafür gerade einmal 15 Minuten. Wachs und Honig werden dabei sauber voneinander getrennt. Das Wachs wird gesammelt und muss in einem vorgegebenen Kreislauf innerhalb der Imkerei auch wiederverwendet werden. Teichmanns zertifizierte Bio-Imkerei wird jährlich überprüft, außerdem dürfen nur Holzbeuten sowie Biozucker zur Fütterung der Bienen verwendet werden. Dazukommt, dass ein gewisser Anteil des Honigs bei den Bienen verbleiben muss. Darüber hinaus sollten in der Nähe der Bienenstöcke möglichst keine konventionell bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen liegen, der Königin dürfen nicht die Flügel beschnitten werden.

Demonstrationen begeistern Besucher

Der Imkerverein Gedern/Burgbracht lädt regelmäßig zum Austausch und zu Stammtischen ein. Welch hohen Stellenwert die Imker offenbar in der Bevölkerung haben, erlebte der Verein am großen Besucherstrom zum Festtag. Die Führungen durch den Betrieb, aber auch die Demonstrationen an den Hobbygeräten sorgten für Begeisterung. Teichmann hat auch noch einen ehemaligen Sauerteigrührer in Betrieb, der zum Rühren und damit zum Zerkleinern der natürlichen Kristalle im Honig eingesetzt wird. Rundgänge und ein Schaukasten gehörten ebenso zum Angebot wie Leckereien vom Grill und Kuchen.

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Sven Teichmann (rechts) zeigt den Besuchern seine moderne und technisch ausgereifte Bio-Imkerei-Anlage. © Erich Engel

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