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Ja zum »kleinen Ding« - aber Kritik an Ablehnung des Schulschwimmbades

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Beim Neubau einer Dreifeldersporthalle für Nidda tut sich etwas. Doch in die Freude darüber mischt sich auch Missmut über das Ergebnis, das die Stadt mit dem Kreis ausgehandelt hat. Ein Schulschwimmbad wird es demnach nicht geben. IHM-FAHLE © Petra Ihm-Fahle

Es kommt Bewegung in den Bau der geplanten Dreifeldsporthalle in Nidda - zumindest steht jetzt der Vertrag zwischen Wetteraukreis und Stadt. Doch im Niddaer Parlament gibt es nicht nur Zufriedenheit über die Situation.

Für einen Vertragsentwurf zwischen Stadt und Wetteraukreis zum Bau einer Dreifeldsporthalle hat das Niddaer Stadtparlament am Dienstagabend bei seiner Sitzung im Bürgerhaus einstimmig votiert. »Was lange währt, wird endlich gut«, spielte Jan Philipp Repp (CDU) auf die lange Vorlaufzeit an. Seit 2019 ist das Projekt in der Planung. Repp dankte Bürgermeister Thorsten Eberhard (CDU) und den Verwaltungsmitarbeitenden, denen es zuletzt noch gelungen sei, wichtige Änderungen auszuhandeln. Nidda ist laut Repp einer der größte Schulstandorte im Wetteraukreis. Modernisierung und Erneuerung gehörten insofern dazu, um diesen Status zu halten. »Es ist ein wegweisendes Projekt«, betonte er.

Wegweisende Idee nicht umgesetzt

Marcus Stadler (Grüne) teilte die ausschließlich positive Sichtweise nicht. Wie der Kreis mit dem ländlichen Raum beziehungsweise der Kommune umgehe, sei nicht gut. Stadler meinte damit das Schulschwimmbad, für das sich die Stadt erfolglos eingesetzt hatte. »Der Kreis hat eine wegweisende Idee nicht umgesetzt«, merkte er an.

Der Bau eines Bads wäre nach Ansicht von Stadler sehr effizient in Verbindung mit der Dreifeldsporthalle möglich gewesen. Es hätte seiner Ansicht nach den Schulstandort gestärkt. »Doch der Kreis weigert sich anzuerkennen, dass das Schulschwimmen seine Aufgabe ist.«

Nach Ansicht des Grünen reicht es nicht, »rein formell« Tickets zu zahlen und einen Bus zu organisieren, um die Kinder und Jugendlichen nach Gedern zu fahren. Schwimmunterricht sei dort unter anderem wegen der Wegstrecke kaum effektiv möglich.

Kein verbindlicher Termin für Baubeginn

Auch er, so räumte er ein, sei dem Bürgermeister dankbar. »Die Sporthalle ist gleichwohl nur der kleinste gemeinsame Nenner«, wetterte er. Der Kreis sei »so gütig« gewesen, »das eine kleine Ding« zu gewähren - gekümmert habe sich die Stadt. Nidda sei in den Augen der Behörde nun mal weder Bad Nauheim, Bad Vilbel noch Friedberg und falle »hinten runter«. Das sei der Kommune gegenüber nicht angemessen.

Als Ort für den Hallenneubau ist die Spitze des städtischen Gemeindebedarfsgrundstücks vorgesehen, das zwischen Krötenburgstraße und Gymnasiumstraße liegt (diese Zeitung berichtete).

Das neue Sportzentrum soll aufgrund von Setzungsschäden in der alten Sporthalle des Gymnasiums errichtet werden. Aus haushaltsrechtlichen Gründen will sich der Wetteraukreis auf keinen verbindlichen Termin eines Baubeginns festlegen. Eine entsprechende Vereinbarung, spätestens 2025 anzufangen, ließ die Behörde laut Bürgermeister Thorsten Eberhard herausnehmen.

Eigenanteil bei 3,4 Millionen Euro

Wie aus der Sitzungsvorlage hervorging, wird der Kreis die Sporthalle als Bauherr errichten. Hierfür stellt die Stadt das benötigte Teilgrundstück im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages unentgeltlich zur Verfügung. Aufgrund von Mehrbedarf, den die Vereine anmelden, entfällt auf die Stadt ein Eigenanteil.

Die Höhe der Investitionskosten für Nidda schätzt das Rathaus auf 2,8 Millionen Euro, aufgrund der Baukostensteigerungen vermutlich sogar auf 3,36 Millionen Euro. Der städtische Bedarf beinhaltet einen Zuschauerbereich, Küche und Foyer sowie besondere Ausstattungswünsche wie beispielsweise eine Tribüne, Kücheneinrichtungen und bestimmte Sportabteilungen für Vereine.

Für die schulischen Flächen, eine Trainingssporthalle mit schulischem Multifunktionsraum, liegt die Kostenschätzung bei 5,3 Millionen Euro.

Den Rückbau der alten Sporthalle trägt der Kreis. Allerdings ist der Abbruch der Halle nicht Vertragsgegenstand, da der Kreis aufgrund der Flüchtlingslage erst einmal nicht beabsichtigt, das Gebäude abzureißen.

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