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Jeder Dritte mit Einser-Abschluss

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Der große Moment ist gekommen: Tutorinnen und Tutoren (in diesem Fall Schulleiterin Alexa Heinze) rufen jede Abiturientin und jeden Abiturienten auf und überreichen ihnen ihr Abiturzeugnis. © Ingeborg Schneider

Nidda (mü). Unter dem Motto »Die goldenen Zwanziger - mit uns der Boom, nach uns die Krise« stand die Abiturfeier des Gymnasiums Nidda im Bürgerhaus. Nach dem musikalischen Auftakt, für den die Lehrkräfte Miriam Bause und Christian Maul sorgten, und umrahmt von einem Medley der »Roaring Twenties« (Marlee Nikolajew, Christian Maul) übernahmen Schulleiterin Alexa Heinze und Studienleiterin Kerstin Czekay die Begrüßung der 74 erfolgreichen Abiturientinnen und Abiturienten, ihrer Angehörigen sowie des Kollegiums, des Schulelternbeirats, des Fördervereins und der Vertreter der Stadt.

In ihrer Festrede ging Alexa Heinze auf die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein und zog spannende Parallelen zur Gegenwart: Mit ihrer legendären und flirrenden, von Aufbruch, Emanzipation der Frau und zahlreichen kulturellen und technischen Neuerungen geprägten Grundstimmung sei die Zeit vor 100 Jahren durchaus mit der Moderne vergleichbar. Ebenso aber auch mit ihren Krisen und tiefen Verunsicherungen sowie den großen Aufgaben und Chancen, die in der Zukunft lägen. Wie die Goldenen 20er, so sei auch die Schulzeit der 74 Absolventinnen und Absolventen zunächst von einer Phase der Stabilisierung geprägt gewesen: »Zählen Sie doch zu der ersten Generation von Schülerinnen und Schülern, die nach dem Experiment G8 wieder neun Jahre die Schulbank bis zum Abitur drücken durften. Sie konnten wieder mehr Freizeit genießen, hielt doch die Welt außerhalb der Schule so viel Spannendes für Sie bereit.« Heinze streifte prägende Klassenfahrten und Auslandserfahrungen ebenso wie die digitalen Neuerungen innerhalb der vergangenen Schuljahre, persönliche Reifeprozesse ebenso wie zuletzt die Erfahrung der Pandemie, der Einschränkung und Isolation, neuer Unterrichtsformen von Zoom bis Hybrid und der wachsenden Erkenntnis, dass sich die Zeit des Behütetseins in Elternhaus und Schule nunmehr dem Ende zuneige. Viele verließen nun das elterliche Zuhause und gestalteten künftig eigenverantwortlich ihren Alltag.

Lebens-, berufs-

und glücksfähig

»Es geht nicht darum, alles zu tun, was wir wollen, sondern das zu wollen, was wir tun«, sagte Heinze. »Das setzt Auswahl, Entscheidung und das Übernehmen von Verantwortung voraus. Nur wer Verantwortung übernimmt, erfährt die eigene Wirksamkeit, die wichtigste Grundlage für unser Selbstwertgefühl. Ihnen diese Lebenshaltung zu vermitteln, war unserer Schule ein wichtiges Anliegen, denn wir wollen Sie nicht nur als studier- und berufsfähige, sondern auch lebens- und glücksfähige Menschen entlassen.« Kraft und Ausdauer, um mit dem eigenen Handeln wesentliche Akzente zu setzen und die großen Herausforderungen der Zeit zu meistern, wünschte Alexa Heinze den Absolventinnen und Absolventen ebenso wie »Mut zur Freiheit und stets die richtige Balance zwischen der Suche nach Ihrem ganz individuellen Glück und einer problembewussten, verantwortungsvollen Lebensführung. Nur so können Sie jede Krise meistern. Denn in jeder Krise gibt es nicht nur eine Chance, sondern auch eine Möglichkeit«.

Grußworte und Gratulationen von Niddas Bürgermeister Thorsten Eberhard sowie Andrea Nikolajew als Vorsitzender des Schulelternbeirats folgten vor der Übergabe der Abiturzeugnisse und den Ehrungen für besondere Leistungen. Wobei 25 der 74 Zeugnisse im Notenschnitt eine Eins vor dem Komma aufwiesen. Der offiziellen Feierstunde folgte am gestrigen Freitag ein Abiball im Bürgerhaus Nidda mit zahlreichen mottogerechten Einlagen - der erste nach zwei Jahrgängen, die unter Pandemie-Bedingungen darauf verzichten mussten.

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