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Jubilarin zeigt, was sie kann

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Katrin Anja Krauße und Markus Christ demonstrieren mit ihren Konzertbeiträgen die musikalische Bandbreite der 250 Jahre alten Orgel in Ranstadts Kirche. © Jürgen W. Niehoff

Ranstadt . Zwei Jahre mussten die Ranstädter auf das Jubiläumskonzert ihrer Orgel in der evangelischen Kirche warten. Am Sonntag war es endlich so weit. Eigentlich hätte das Jubiläumskonzert zum 250. Geburtstag der Orgel schon vor zwei Jahren stattfinden sollen. Aber wegen der Corona-Pandemie musste man es von Jahr zu Jahr verschieben.

Am vergangenen Sonntag fand es nun endlich statt, denn im Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde Ranstadt war man sich einig, dieser runde Geburtstag müsse unbedingt gefeiert werden. Auch mit zweijähriger Verspätung. Die barocke Kirche wurde bereits 1732 bis 1739 unter Verwendung des Mauerwerks des romanischen Vorgängers erbaut. Die Orgel auf der Empore über dem Altar mit ihren acht Registern, einem Manual und einem Pedal wurde erst 1770 von Johann Georg und Conrad Zinck eingebaut. Bereits 1852 und 1892 baute sie Johann Georg Förster um. Und 1984 brachte sie ein rekonstruierter Neubau auf den heutigen Stand der Technik.

Luftgebläse im Handbetrieb

»Ich kann mich noch an meine Konfirmandenzeit erinnern, wo wir mit Handarbeit der Orgel die nötige Luft zuführen mussten«, erinnert sich Kirchenvorstand Bernhard Eberling noch einmal an alte Zeiten zurück. »Und wenn wir nicht aufgepasst haben oder andere Dinge im Kopf hatten, wurde die Orgel dann plötzlich immer leiser. Mit der Folge, dass ich dafür dann zu Hause regelmäßig eine Strafe aufgebrummt bekam.« Erst mit der Rekonstruktion bekam der Organist seinen Platz wieder vor der Orgel und die manuelle Luftzufuhr ersetzte eine Maschine.

Weitere Einzelheiten über die Orgel veriet anschließend die Kantorin des evangelischen Dekanats Büdinger Land, Katrin Anja Krauße, die das etwa eineinhalbstündige Programm ausgewählt hatte und zusammen mit Pfarrer Markus Christ aus Langenbergheim vortrug. Es handelte sich dabei um Werke für Orgel solo sowie für Orgel und Klarinette aus verschiedenen Jahrhunderten. Dabei wählte Krauße nicht nur typische Werke der Kirchenmusik aus, wie etwa Stücke von Johann Sebastian Bach oder Felix Mendelssohn Bartholdy. Sie stellte diesen auch immer wieder Musiktitel neuerer Zeit an die Seite, wie beispielsweise »Intrade in Jazz« von Johannes Mattias Michel oder »Lobe den Herren, alle die ihn ehren« ebenfalls von Michel.

Für das Gehör kaum wahrnehmbar

Bei ihrer Auswahl hatte die Organistin sich mehr für süddeutsche Komponisten entschieden, »weil deren Musik deutlich weicher klingt«. Den etwa 50 Zuhörern veranschaulichte sie zudem die große Bandbreite des Instruments, etwa indem sie ihnen den Unterschied zwischen Dur und Moll mit kleinen Stücken auf der Orgel vorspielte. Dabei zeigte sie auch, dass die Orgel mit ihren rund 450 Pfeifen sogar Töne erzeugen kann, die nicht einmal von allen Zuhörern wahrgenommen werden können, weil sie so hoch sind. Eine weitere Besonderheit der Ranstädter Orgel ist, dass sie über kein Fis verfügt und deshalb nicht alle Stücke auf ihr gespielt werden können.

Am Ende erhielten die beiden Solisten viel Applaus für ihre Darbietungen.

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