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Jugendfeuerwehr Aulendiebach erneut Hessenmeister

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Lassen sich feiern: die erfolgreiche Mannschaft, ihre Betreuer sowie Jugendwart Jochen Wagner und dessen Stellvertreterin Sandra Kristek. © Oliver Potengowski

Die beste Staffel der hessischen Jugendfeuerwehren kommt erneut aus Aulendiebach. Am Sonntag verteidigten die Jugendlichen in Bad Hersfeld ihren 2021 gewonnenen Hessenmeister-Titel.

Ausnahmezustand in Aulendiebach: Mit einer Wasserfontäne aus einem Tanklöschfahrzeug sowie einem Spalier aus dem Mannschaftswagen aus Eckartshausen und einem weiteren Löschfahrzeug ist am Sonntag die Jugendfeuerwehr am Ortsschild empfangen worden. Ein auswärtiger Autofahrer, der zufällig in den Empfang geraten war, musste bald einsehen, dass in nächster Zeit nicht an eine Weiterfahrt zu denken war.

Denn: Die beste Staffel der hessischen Jugendfeuerwehren kommt erneut aus Aulendiebach. Am Sonntag verteidigten die Jugendlichen in Bad Hersfeld ihren 2021 gewonnenen Hessenmeister-Titel.

Die Freude war groß. Umarmungen und Tränen nahmen scheinbar kein Ende. Schließlich war es das erste Mal, dass eine Jugendfeuerwehr aus dem Wetteraukreis beim Landesentscheid unter realen Wettkampfbedingungen den Titel holte. Wegen der Corona-Pandemie waren solche Wettbewerbe in den vergangenen Jahren nicht möglich.

Großes Lob für

die Mannschaft

Nach dem Empfang stiegen die Jugendfeuerwehrleute mit ihrem Pokal auf einen offenen Anhänger um. Im Triumphzug, gefolgt von einem langen Autokorso, wurden sie von einem Traktor durch die Dorfstraßen gefahren. Die begeisterte Begrüßung durch zahlreiche Anwohner zeigte, wie verwurzelt die Feuerwehr und insbesondere auch die Jugendfeuerwehr in dem Büdinger Stadtteil ist.

Dass die Aulendiebacher Jugendfeuerwehr hoch motiviert ist, hatte sie bereits im vergangenen Jahr bei einem Online-Wettbewerb der hessischen Jugendfeuerwehren bewiesen. Weitgehend unbemerkt sicherte sich die Gruppe den Hessenmeistertitel. In einem selbst produzierten Puppen-Trickvideo hatten die Jugendlichen ebenso kreativ wie erfolgreich Feuerwehraufgaben dargestellt.

Jugendfeuerwehrwart Jochen Wagner war stolz darauf, wie die Jugendlichen die neue und ungewohnte Aufgabe gelöst hatten. Dennoch hat für ihn wie auch den Feuerwehrnachwuchs der diesjährige Sieg eine andere Wertigkeit. »Der Titel fühlt sich halt realer an«, erklärte er. Denn während des Landesentscheids müssen die Jugendlichen unter anderem einen Löschangriff simulieren.

Entsprechend groß fiel sein Lob für die Mannschaft aus. Es habe ihn beeindruckt, »dass ihr technisch so fit seid, wir müssen uns in Deutschland vor niemandem verstecken«, sagte er. Denn der Hessenmeistertitel ist zugleich die Berechtigung, beim Bundesentscheid der Jugendfeuerwehren anzutreten.

Wagner betonte, dass der Erfolg der gesamten Feuerwehr zu verdanken sei: »Ohne das Betreuerteam, den Verein, die ganze Büdinger Feuerwehr wäre das nicht möglich.« Seine Stellvertreterin Sandra Kristek ergänzte - obwohl sie vor Heiserkeit kaum noch ein klares Wort sprechen konnte -, dass auch den Eltern zu danken sei.

»Ich bin unfassbar stolz auf euch, ihr seid ein Super-Team«, sagte Wagner zu den Betreuern. Er wies darauf hin, dass der Titel unter schwierigen Bedingungen errungen wurde. Zum einen lagen die Wettbewerbe - Stadtmeisterschaft, Kreisentscheid, Landesentscheid - dicht beieinander. Zum anderen belasteten die Auswirkungen der Pandemie die Vorbereitung. »Uns hat es vergangene Woche komplett die Füße weggezogen wegen Corona«, berichtete Wagner. Dadurch musste die Staffel neu zusammengestellt werden. Katharina Pfeiffer gab das Lob für die Jugendlichen zurück. »Danke, dass ihr es mit uns aushaltet«, sagte sie.

Besonders vor dem Hintergrund dieser Umstellung der Staffel ist der Titelgewinn ein großer Erfolg. Er zeigt, dass die Jugendfeuerwehr Aulendiebach als Team und nicht in festgefügten Staffeln zusammenarbeitet. Wagner betonte, dass der Sieg mit neun Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten sehr deutlich ausfiel. Denn der Landesentscheid zeichne sich normalerweise durch eine sehr große Leistungsdichte aus.

Spiegelbild der

Jugendarbeit

Auch Bürgermeister Benjamin Harris (CDU) war von der Leistung der Jugendfeuerwehr Aulendiebach beeindruckt. »Ich finde es toll, dass ihr nach dem Titel im Online-Wettbewerb im vergangenen Jahr den Hessenmeistertitel verteidigt habt«, sagte er und gratulierte den Jugendlichen. »Darüber freut sich nicht nur Aulendiebach, sondern die ganze Stadt.«

Wagner erklärte, dass die Einsatzabteilung ein Spiegelbild der Jugendarbeit sei. Mehr als die Hälfte der über 20 Feuerwehrleute habe man durch die Jugendarbeit gewonnen. Der Altersdurchschnitt liege unter 30 Jahren. VON OLIVER POTENGOWSKI

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