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Kampf für Gerechtigkeit

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Von: red Redaktion

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Der kommissarische Kreisvorsitzende Hans-Jürgen Röhr (l.) und Schottens Ortsverbandschef Torsten Weber (r.) ehren Winfried Linker und Michael Köhler (v. l.) für 25 Jahre Mitgliedschaft im VdK. © pv

Schotten (red). Erstmals erstattete der im vergangenen Jahr neu gewählte Vorsitzende des VdK Schotten, Torsten Weber, im Rahmen der Versammlung des 770 Mitglieder großen Ortsverbands in der Festhalle einen Bericht über die Arbeit des Vorstands. Sie sei von viel Beratungsbedarf der Mitglieder geprägt gewesen.

»Die Arbeit unseres Teams bestand in der Auseinandersetzung mit Vorschriften und Paragrafen sowie vielen Anrufen und den breit gefächerten in diesem Rahmen gestellten Fragen, etwa zu den Themen Rente, Erwerbsminderung, Schwerbehinderung, Pflege oder Fragen zur Reha«, so Weber. Die ehrenamtliche Bewältigung der vielfältigen Aufgaben - oft parallel zum Beruf - werde immer schwieriger. Im VdK-Kreisverband Alsfeld seien von 30 Ortsverbänden derzeit 16 ohne Vorstand.

In der momentan schwierigen Zeit mit Krieg, Flüchtlingsströmen, Hungersnöten und nun auch Existenzängsten durch Preissteigerungen bei Gas, Heizöl oder Lebensmitteln komme dem Sozialverband VdK eine besondere Bedeutung zu. »Zu kämpfen für Gerechtigkeit, damit die Kluft zwischen Arm und Reich, Behinderten und Nichtbehinderten, Rentnern und Berufstätigen, nicht noch größer wird - das sind unsere Ziele«, betonte Weber. In der Kampagne »Nächstenpflege« kämpft der VdK aktuell um mehr Unterstützung pflegender Angehöriger. Verdienst des VdK sei, dass man die Energiepauschale nun auch Rentnern - wohl im Dezember - in Aussicht stellt.

Planung für Vereinsjubiläum

Die Corona-Pandemie zwinge immer noch zu Einschränkungen, so der Vorsitzende weiter. Neujahrsempfang und Hessentag in Fulda fanden nicht statt. Immerhin habe man kürzlich eine Tagesfahrt nach Bamberg organisiert. 2023 wird der VdK Schotten 75 Jahre alt. »Das möchten wir im kleinen, aber würdigen Rahmen feiern«, kündigte Weber an. Im März ist ein Festakt in der Festhalle geplant. Nächstes Jahr will man wieder den Hessentag besuchen, der Anfang Juni in Pfungstadt stattfinden soll. Abschließend kündigte der Vorsitzende noch Info-Veranstaltungen zu verschiedenen Themen wie Rente oder Schwerbehinderung an.

In seinem Grußwort betonte der kommissarische Vorsitzende des Kreisverbands Alsfeld, Vorsitzende des Bezirksverbands Fulda und des Kreisverbands Lauterbach, Hans-Jürgen Röhr, dass es zu den grundlegenden Aufgaben des Sozialverbands gehöre, die Rechte seiner Mitglieder gegenüber der Politik zu verdeutlichen. »Es muss möglich sein, mit der Rente das tägliche Leben zu meistern. Wir brauchen eine gerechte Lastenverteilung in der Gesellschaft«, verdeutlichte Röhr. Gleichzeitig warnte er davor, kommenden Generationen hohe Lasten in Form von Schulden aufzubürden. »Die finanziellen Ressourcen sind endlich. Die Frage ist, wie verteilen wir das.« Röhr plädierte dafür »an anderer Stelle« die Einnahmen zu verbessern. »Wir fordern die Einführung einer Vermögenssteuer«, machte der Bezirksvorsitzende deutlich.

Guter Ansatz, aber zu kurzfristig

Die Energiepauschale sei ein gute Ansatz, um einkommensschwachen Menschen zu helfen. Sie helfe aber nur kurzfristig. Es bestehe die Gefahr, dass die Gesellschaft immer weiter auseinanderdrifte. »Die, die mehr haben, müssen dazu beitragen, dass es allen auskömmlich geht«, so Röhr.

Im Bereich der Pflege müsse man den Aspekt häusliche Pflege auf bessere Füße stellen. »Im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung kommt die Familienpflege nicht vor. Man hat sie ganz vergessen. Die vielen Angehörigen, die rund um die Uhr, teils unter hohen - auch psychischen - Belastungen pflegen, müssen mehr Wertschätzung und Beachtung finden«, meinte Röhr. Der plädierte zudem für mehr Kontingente bei der Tagespflege, um Familienangehörigen mehr Freiräume zu schaffen.

Grüße der Stadt Schotten überbrachte Stadtrat Dieter Eickhoff. Er dankte insbesondere dem Ortsverbandsvorstand für die engagierte Arbeit im Sinne seiner Mitglieder. Bei der folgenden Ehrung langjähriger Mitglieder erhielten Michael Köhler und Winfried Linker für 25 Jahre VdK-Treue Urkunde und Ehrennadel.

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