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Der Frankfurter Bürgermeister Uwe Becker (von links), sein Karbener Kollege Guido Rahn und Mainova-Boss Constantin Alsheimer vor den Windrädern.

Energieversorger ergreift Investitionschance

Mainova kauft Windräder bei Kloppenheim - Standort hat mehrere Vorteile

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Die Mainova hat zwei Windräder bei Karben-Kloppenheim gekauft. Dass der Energieversorger in Bestandsanlagen investiert, ist ein Novum, aber im engen Frankfurter Raum eine der wenigen Optionen, noch zu wachsen.

Karben - Es hätte wohl kaum einen besseren Tag für die Mainova geben können, um ihre großen Nachrichten zu verkünden: Kalt fegt der Wind am Dienstag über die Felder bei Kloppenheim, die Rotoren der Windräder drehen sich beständig. Zwei der Anlagen im Städtedreieck zwischen Frankfurt, Bad Homburg und Karben hat das Energieunternehmen jüngst aufgekauft.

Am Fuß eines der 105-Meter-hohen Masten hat die Mainova ein Zelt aufgebaut. Vorstandschef Constantin Alsheimer ist gekommen, um den Standort persönlich zu begutachten, genauso wie der Karbener Bürgermeister Guido Rahn (CDU) und sein Frankfurter Kollege und Mainova-Aufsichtsratsvorsitzender Uwe Becker (CDU). Schließlich hat der kleine Pressetermin auch politisches Gewicht.

Nicht nur in der Schreibtischschublade des Stromlieferanten, auch in denen der Rathauschefs schlummern nämlich Pläne, im Areal nördlich von Nieder-Erlenbach acht weitere Windräder zu bauen – vier unter der Regie der Mainova und vier in Verantwortung der Städte Karben und Bad Homburg.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hatte den Überlegungen jedoch zuletzt einen Riegel vorgeschoben, mit der Begründung, mehr Windräder würden die Navigation und damit die Sicherheit der Luftfahrt gefährden. Die Bauprojekte liegen deshalb bis auf Weiteres auf Eis.

Anlagen 2009 errichtet

"Die Probleme mit der Flugsicherung führen dazu, dass unsere Möglichkeiten in der Rhein-Main-Region limitiert sind", erklärt Mainova-Chef Alsheimer. "Wenn sich uns also eine Gelegenheit wie in Karben bietet, greifen wir zu." Es ist das erste Mal, dass der Frankfurter Energieversorger eine bestehende Anlage übernommen hat, sonst investiert er nur in Neubauten. Ein privater Investor hatte die beiden Windkraftanlagen des Typs Vestas V90 im Jahr 2009 errichtet.

Laut Mainova produzieren die Windräder, deren Rotoren einen Durchmesser von 90 Metern haben, im Schnitt rund 6500 Megawattstunden klimafreundlichen Storm pro Jahr, das entspreche etwa dem Jahresverbrauch von rund 2600 Zwei-Personen-Haushalten. Über die Übergabestation an der nahen B 3 läuft der Strom ins Netz der Ovag und von dort in die angrenzenden Orte.

"Neuere Anlagen sind größer und bringen mehr Ertrag", sagt Moritz Möller, der bei der Mainova den Bereich erneuerbare Energien leitet. "Das Projekt an sich rechnet sich für uns aber trotzdem. Gerade weil wir im Bereich Windkraft weiter wachsen wollen." Was die Mainova sich die Windkraftanlagen hat kosten lassen, will das Unternehmen derweil nicht verraten.

Wohl aber, dass der Kauf eine seltene und gleichwohl überraschende Chance darstellt: Der vorherige Eigentümer war vor mehr als einem Jahr gestorben, seine Frau wollte verkaufen. Trotz guter Beziehungen zum Geschäftspartner habe es wegen des bürokratischen Aufwands aber Monate gedauert, bis der Deal in trockenen Tüchern gewesen sei, erklärt Möller. "Unsere Gutachter haben die Anlagen vor dem Kauf auf links gedreht", führt der Energieexperte aus. Sie fanden die Windräder in gutem Zustand vor. Auch der Standort sei gut, die Hügel weit genug weg und kein Wald in der Nähe. Und: "Der Standort ist öffentlich akzeptiert", sagt Möller. Gerade in der Rhein-Main-Region sieht er das nicht als selbstverständlich, vor allem im Taunus gebe es gegen den Bau neuer Anlagen immer wieder Gegenwind.

Rahn: Gute Erfahrungen

Gut 30 Windräder besitzt die Mainova nach eigenen Angaben in 200 Kilometern Umkreis um Frankfurt. "Als Hessens größter Energiedienstleiter investiert Mainova seit Jahren bereits erfolgreich in regenerative Erzeugungsanlagen", so Mainova-Chef Alsheimer. Man versuche einen "guten Energiemix hinzubekommen". Die Karbener Anlagen passten deshalb ins Portfolio.

Auch Karbens Rathauschef Rahn begrüßt, dass die Windräder nun dem regionalen Energieversorger gehören, mit dem die Stadt "gute Erfahrung gemacht" habe. Und Frankfurts Bürgermeister Becker, dessen Stadtwerke größter Anteilseigner der Mainova sind, ergänzt: "An diesem Projekt sieht man, welche Potenziale noch in der Region stecken."

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