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Ob die Parkplätze an den Geschäften zu Beginn der Rathausstraße in Klein-Karben nach dem Einzug der Arztpraxis ins Alte Rathaus ausreichen, weiß bislang niemand. Die Stadt bleibt aber gelassen.

Rathausstraße

Verschärft die Arztpraxis den Parkplatzmangel?

Dass die öffentlichen Parkplätze vor allem in Klein-Karben ständig belegt sind, wissen die Autofahrer nur allzu gut. Vor allem rund um vielbesuchte Einrichtungen herrscht Stellplatzmangel. Und in Kürze öffnet auch noch eine neue Arztpraxis.

Karben - Wer in die Rathausstraße im Stadtteil Klein-Karben hineinfährt, will meistens zu einem der Geschäfte, die sich dort angesiedelt haben. Für die meisten ist wohl die Poststelle der Anlaufpunkt, aber auch ein anderer Paketshop, ein Gardinen- und Dekorationsgeschäft, ein Computerladen oder ein Elektrogeschäft ziehen Kundschaft an. Kein Wunder also, dass es im vorderen Teil der Rathausstraße lebhaft zugeht: Autos fahren ein und aus und suchen einen Parkplatz. Da in der Vergangenheit mangels Stellplätzen allzu viele Karossen illegal auf den Gehwegen geparkt haben, hat die Stadt einige Poller in die Gehwege gesetzt.

Klein-Karben: Parkplatzsuchverkehr in der Stadt

Doch in wenigen Tagen könnte in diesem Teil Klein-Karbens noch mehr Parkplatzsuchverkehr fahren. Denn dann öffnet die neue Hausarztpraxis. Die Räume im Erdgeschoss des ehemaligen Rathauses sind in den vergangenen Wochen umgebaut worden, Barbara Gerhardus und Tanja Kalb-Fichtel werden nun in wenigen Tagen ihren Praxisbetrieb aufnehmen. Das könnte seitens des Verkehrs nichts Gutes bedeuten. Denn mehr Parkplätze gibt es in dieser Gegend nicht. Im Gegenteil: Oberhalb des Alten Rathauses, an der Rendeler Straße, hat die Stadt versetztes Parken markiert, mit großen Lücken zum Aufstellen der Busse und anderer Fahrzeuge, die den Gegenverkehr passieren lassen müssen. 

Die beiden Ärztinnen gehen davon aus, dass die Stadt in Sachen Stellplätze "noch etwas tun wird". Denn auch sie wissen: Die sechs Stellplätze, die hinter dem Alten Rathaus markiert sind, werden rasch durch sie selbst und das Personal der Praxis besetzt sein. Stellt sich also die Frage nach Stellplätzen für Patienten. Die beiden Medizinerinnen gehen davon aus, dass viele ihrer Patienten aus dem Stadtteil kommen und deshalb laufen werden.

Klein-Karben: Ohne Auto zum Arzt

Entspannt sieht die Parkplatzlage auch Bürgermeister Guido Rahn. Er sagt, die Anforderungen an den Stellplatzbedarf seien erfüllt. Im Hof gebe es sechs Parkplätze für die Praxis. Zudem befinden sich vor dem Gebäude ein Behinderten- Stellplatz und drei Kurzeitparkplätze. Da die Praxis tagsüber an Werktagen geöffnet ist, stehen die Parkplätze vor dem Haus außerhalb der Geschäftszeiten der Allgemeinheit zur Verfügung. 

Die Stadt gehe davon aus, dass aufgrund der zentralen Lage im alten Ortskern nicht alle Patienten mit dem Auto kommen und nicht nur ausschließlich die Arztpraxis besuchen. Rahn: "Es gibt ja auch noch den Bus und das Fahrrad, und zu Fuß kommen auch noch Patienten." Das Stadtoberhaupt sieht sich aber für den Fall der Fälle gerüstet: "Sollte es wider Erwarten nicht reichen, haben wir oberhalb des Rathauses noch weitere Stellplätze, die wir noch nutzen könnten." Dass Rahn den Stellplatzbedarf erfüllt sieht, hat auch mit der neuen Stellplatzsatzung zu tun, die das Stadtparlament bei Enthaltung der Grünen jetzt verabschiedet hat. Denn vorgeschrieben ist jetzt ein Pkw-Stellplatz je 20 Quadratmeter Nutzfläche. So steht es in der neuen Satzung unter der Rubrik "Räume mit erheblichem Besucher/innenverkehr". Auch ein Fahrradabstellplatz pro 50 Quadratmeter muss dafür geschaffen werden.

Klein-Karben: Keine Autostellplätze durch Fahrradständer ersetzen 

Die Landesregierung hatte 2018 die Bauordnung geändert. Darin wurde die Möglichkeit eröffnet, jeden vierten Kfz-Stellplatz durch je vier Fahrradstellplätze zu ersetzen. Was aus Sicht der Regierung als Möglichkeit gedacht ist, den motorisierten Verkehr zu reduzieren, wird von den Städten ganz anders gesehen. 

So heißt es in der Vorlage des Karbener Magistrats an die Stadtverordneten: "Das Ersetzen der Kfz-Stellplätze durch eine höhere Anzahl an Fahrradstellplätzen führt aufgrund der öffentlichen Infrastruktur nicht zwangsläufig zu einer Reduzierung des Kraftfahrzeugaufkommens im Stadtgebiet und somit zu einem verminderten Bedarf an Stellplätzen. Die Verringerung der Anzahl nachweispflichtiger Kfz-Stellplätze verursache eine Erhöhung des Nachfragedrucks im öffentlichen Parkraum, welcher bereits aufgelastet ist." Deshalb wurde dieser Passus abgelehnt.

von Holger Pegelow

Bislang ist für Kunden vor den Supermärkten in Bad Vilbel die Parkscheibe vorgeschrieben. Doch bei Lidl und Tegut wird die Parkdauer künftig elektronisch überwacht. 

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