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Aus und vorbei: Alexander Maurer wird keine Kfz-Schilder an der Zulassungsstelle drucken. Und jetzt hat er auch noch Ärger mit der Stadt wegen des Mietvertrages für seine Räume im Bürgerhaus.

Parkplätze bald frei

Maurer gibt Schilderdienst auf

Jahrelang hatte Alexander Maurer beim Herstellen von Kfz-Schildern an der Zulassungsstelle in Petterweil ein Monopol. Dann klagte ein Konkurrent, der seit März die Autokennzeichen in einem Wagen auf dem Bürgerhausparkplatz günstiger anbietet. Nun gibt Maurer den Schilderdienst auf. Wie geht es weiter vor und im Bürgerhaus?

Karben - Das Albert-Schäfer-Bürgerhaus in Petterweil ist ein zentraler Ort im Stadtteil. Dort sitzt nicht nur die Kfz-Zulassungsstelle des Wetteraukreises mit einer Außenstelle, sondern gegenüber auch Alexander Maurer. Der betreibt seit vielen Jahren einen Laden, in dem er Zeitungen, Süßigkeiten, Getränke, Textildruck und Schilderdruck anbietet. Er hat zudem den Hermes-Paketshop in seinen Räumen. Ein buntes Sammelsurium an Dienstleistungen also. Das war bis Anfang dieses Jahres keineswegs strittig.

Dann kam das bundesweit agierende Serviceunternehmen Tönjes und klagte dagegen, dass die Stadt eigene Räumlichkeiten ohne vorherige Ausschreibung vermietet habe. Das Landgericht gab der Firma recht, wie auch in einem ähnlich gelagerten Fall in Frankfurt. Die Stadt, genauer das zuständige Kommunale Immobilienmanagement KIM, suchte nach einer Alternativlösung. Maurer durfte seinen Schilderdienst nicht mehr im Bürgerhaus anbieten, sondern musste in einen Verkaufswagen auf dem Parkplatz vor dem Bürgerhaus ausweichen. Ein paar Meter davon entfernt musste das KIM aber auch dem Konkurrenten einen Parkplatz für einen Wagen mit Schilderdienst vermieten, sodass zwei Bürgerhausstellplätze von Wagen der beiden konkurrierenden Unternehmen belegt sind.

Deshalb haben diejenigen, die in Petterweil ihr Auto zulassen, seit gut fünf Monaten die Auswahl zwischen zwei Schilderdiensten, dem alteingesessenen Maurer, der seine Dienste seit 20 Jahren anbietet, und dem Neuling aus Delmenhorst. Wobei Maurer mit der bundesweit agierenden Firma Kroschke aus Ahrensburg zusammenarbeitet. Doch der "Heimvorteil" nutzte Maurer nichts: Die Kunden schauten auf den Preis und gingen zur wesentlich billigeren Konkurrenz. Denn Maurer will für seine Schilder nach eigenen Angaben 33 Euro pro Paar, der Konkurrent 18 Euro.

"Mein Umsatz mit Schildern ist um 50 Prozent eingebrochen", sagt der Petterweiler. Zuviel. "Durch die Konkurrenz ist es nicht mehr möglich, vollständig selbstständig zu sein", sagt Maurer gegenüber dieser Zeitung.

Irritationen um Vertrag

Die Umsatzeinbußen waren offenbar so stark, dass auch die von der KIM zugesagte Senkung der Miete für die Räume im Bürgerhaus kaum auszugleichen war. Nun gibt er den Schilderdienst auf, ebenso den Hermes-Paketdienst. Dennoch möchte er in den Bürgerhausräumen bleiben, denn den Textildruck will er weiter betreiben. Allerdings gab es Irritationen um den Mietvertrag. Denn Maurer hatte das Gefühl, dass die Stadt ihn nicht mehr in den Räumen haben wollte. Deshalb hat er den Schönecker Anwalt Dirk Glock eingeschaltet. Er bestätigt gegenüber dieser Zeitung, dass die Stadt das Mietverhältnis mit Maurer beenden wolle. "Doch Herr Maurer hat einen rechtsgültigen Mietvertrag bis zum Jahr 2024", sagt Glock.

Was die befristete Mietreduzierung angehe, so gebe es "eine deutliche Willensbekundung der Stadt". Dennoch setzt Glock auf eine gütliche Einigung. "Wir wollen keinen Konflikt mit der Stadt." Den will auch die Stadt nicht. Stadtsprecher Hans-Jürgen Schenk gegenüber dieser Zeitung: "Wir arbeiten zurzeit an einer für alle Beteiligten einvernehmlichen Lösung."

Parkplätze bald frei

Die ist nun bei einem Gespräch im Rathaus am Dienstag gefunden worden. Wie der für die KIM zuständige Erste Stadtrat Friedrich Schwaab (CDU) auf Anfrage mitteilt, gelte der Mietvertrag wie bisher weiter. Maurer könne in den Räumen des Bürgerhauses bleiben. Das Gespräch sei "in entspannter Atmosphäre" verlaufen, sagt Schwaab. Maurer bestätigte die Einigung, es gehe nur noch um Details.

Zudem kündigte der Stadtrat an, dass es in Petterweil "weiterhin einen Schilderdienst geben wird". Details wollte er nicht mitteilen, nur soviel: "Beide Parkplätze werden nicht länger verpachtet sein." Sie würden wohl voraussichtlich im dritten Quartal wieder als Parkplätze zur Verfügung stehen.

Box: Schilderdienste ziehen in Container um Nach wie vor werden denjenigen, die in Petterweil ihre Autos zulassen, zwei Schilderdienste zur Verfügung stehen. Die Firma Kroschke, für die Alexander Maurer lange Jahre gearbeitet hat, wird ihre Dienste in einem Container auf dem Privatgelände von Maurer gegenüber dem Bürgerhaus anbieten. "Die Leute kriegen ihre Schilder dann dort, wo sie sie früher gekriegt haben", sagt Maurer zu der Lösung. Die Konkurrenzfirma Tönjes werde ihre Dienste laut Maurer gleichfalls in einem separaten Container anbieten: Auf dem Nachbargrundstück neben dem Parkplatz. Damit werden also beide Parkplätze wieder frei. Die Stadt hatte im März angekündigt, dass die Verkaufswagen nur vorübergehend dort stehen. 

von Holger Pegelow

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