+
Lebenslust gegen Vernunft: Lisa Buxmann und Marc Poggenpohl stellen Lebensentwürfe vor.

Karbener Kurt-Schumacher-Schule

Abschied, der auch Freude macht

102 Schüler der Kurt-Schumacher-Schule haben in diesem Jahr ihr Abitur bestanden. Zum Lohn für zwölf Jahren pauken und Klausuren schreiben, erhielten sie gestern im Karbener Bürgerzentrum ihr Abiturzeugnis. Doch bevor es nun für die Prüflinge hinaus in die Welt geht, genossen sie in einer Gala das Ende der Schulzeit.

Von Dominik Rinkart

„Also lautet ein Beschluss, dass der Mensch was lernen muss.“ Mit den Worten aus Wilhelm Buschs Max und Moritz eröffnet Schulleiter Franz Wild seine Rede an die Abiturienten der Kurt-Schumacher-Schule (KSS). Gemeinsam mit Lehrern, Freunden und Verwandten blickten die nun ehemaligen Schüler auf ihre Schulzeit zurück und erhielten Tipps für ihre Zukunft. „Optimisten meistern das Leben besser als Pessimisten, unabhängig von irgendwelchen Zahlen auf Zeugnissen“, betonte Schulleiter Wild und empfahl den Geehrten: „Verzeihen Sie sich ihre Fehler, zeigen Sie Willensstärke und bleiben Sie optimistisch.“ Denn die Schüler der KSS seien zu allem fähig und würden dringend auf dem Arbeitsmarkt gebraucht.

Bürgermeister Guido Rahn (CDU) sagte, er wünsche sich, dass die Abiturienten, nachdem sie in die Welt hinausgezogen sind, wieder nach Karben zurückkehren, um hier mit ihren Qualitäten nützlich zu sein. Eine Vorführung von Qualitäten, die unter den Schülern der KSS zu finden sind, präsentierte Verena Roth. Auf dem Flügel gab sie das Stück Arabesque von Claude Debussy zum Besten und begeisterte damit das Publikum. Ebenso enthusiastisch wurde die Rede des Vorsitzenden des Schulelternbeirates Marcus Poggenpohl aufgenommen. Mit komödiantischem Talent ironisierte er die üblichen Zitate und Phrasen, die eine Abiturfeier für gewöhnlich begleiten. Dabei blickte er humoristisch auf die wichtigsten Themen zurück, die der geehrte Jahrgang an der KSS erlebte. Neben dem Mensabau und renovierungsbedingtem Unterricht in Containern blieb die drängendste Frage dabei jedoch: „Warum gibt es auf den Toiletten kein Klopapier?“Ein Grußwort hielt Nicola Piesch, Vorsitzende des Fördervereins der Schule. Damit die Abiturjahrgänge sich nicht gänzlich aus den Augen verlieren, sorgt der Förderverein des KSS mit regelmäßigen Festen für ein Programm, das auch ehemalige Schüler zusammenbringen soll. Als ersten Beitrag dazu überreichte sie den Abiturienten ein Couvert mit einer Finanzspritze zur anschließenden Party.

Ein weiterer Höhepunkt der Gala war die Tutoren-Rede, für die die Schülerschaft den Kunstlehrer Jens Guthmann ausgewählt hatte. Anhand verschiedener bedeutungsvoller Kunstwerke, die er auf eine Leinwand projizierte, veranschaulichte er seine Wünsche an die Schüler. So präsentierte er beispielsweise das Kunstwerk Dirty White Trash. Auf den ersten Blick ein Haufen Müll, ergibt sich, sobald der Müllberg von der Seite beleuchtet wird, ein detailliertes Schattenbild. Nicht der Gefahr vorschneller Urteile zu erliegen, war der dazu passende Wunsch des Kunstlehrers.

Anschließend übernahmen die Schüler selbst das Wort. Lisa Buxmann und Marc Poggenpohl präsentierten dabei eine Rede, die weniger Vortrag denn eine kleine Performance war. Als Antagonisten ließen sie zwei verschiedene mögliche Herangehensweisen an die Zukunft aufeinander prallen. Während er den Vernunft predigenden Skeptiker mimte, stellte sie die lebenslustige Selbstverwirklicherin dar. So stellte sie seinem Wunsch nach verantwortungsbewusstem Handeln den Wunsch Großes zu erreichen gegenüber und proklamierte: „Woher sollen wir wissen, was wir wollen, wenn wir nicht wissen, was wir wollen können.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare