Wohnsitzlose Menschen in Karben

AfD: Obdachlose sollen weg

„Solche Verhältnisse mitten in der Stadt, das geht doch nicht!“ Wolfgang Adler, einer von zwei Chefs des neu gegründeten Ortsverbandes Bad Vilbel / Karben der Partei Alternative für Deutschland (AfD), ist entrüstet.

„Solche Verhältnisse mitten in der Stadt, das geht doch nicht!“ Wolfgang Adler, einer von zwei Chefs des neu gegründeten Ortsverbandes Bad Vilbel / Karben der Partei Alternative für Deutschland (AfD), ist entrüstet. Denn am Park+Ride-Parkplatz am Bahnhof Groß-Karben haben sich Obdachlose eine Behausung eingerichtet.

Die, findet Adler, dürfe nicht bleiben. Er hat sich die Behausung in einer ganz versteckten Ecke des Parkplatzes näher angeschaut, seine Eindrücke auch gleich per Fotos festgehalten, die er der FNP-Redaktion sendete. „Überall Dreck und Unrat“, sagt der AfD-Chef und warnt vor Gefahren für die Bevölkerung: „Wer weiß, was davon ausgehen kann.“ Außerdem sieht er die öffentliche Hand in der Pflicht, sich zu kümmern. „Da muss man den Menschen doch ’mal helfen“, sagt Wolfgang Adler. „Es ist unvorstellbar, dass dort Menschen leben.“

Die Obdachlosen-Behausung ist bei den Behörden aber schon längst ein Thema: „Die Stadtpolizei ist sei langem damit beschäftigt“, erklärt Karbens Stadtsprecher Hans-Jürgen Schenk. Kein Wunder: Ihr Büro ist nur gut 100 Meter entfernt im Bahnhofsgebäude.

Mehrfach bereits habe die Stadt den beiden Obdachlosen, die dort „wohnen“ – einer aus Polen, der andere polnischer Abstammung –, angeboten, ins Karl-Wagner-Haus für Obdachlose in Friedberg zu ziehen, erläutert Schenk. „Die Stadtpolizei hat auch einen hingefahren, er war aber nach drei Stunden wieder da.“

Dennoch arbeiteten die Behörden weiter an einer Lösung: Gerade heute wollten die Betreuungsstelle und das Gesundheitsamt des Wetteraukreises die beiden Männer aufsuchen und dazu bewegen, in eine Unterkunft nach Frankfurt zu gehen, kündigt Schenk an.

Gleichzeitig habe die Stadt schon vor geraumer Zeit der Deutschen Bahn als Eignerin des Grundstücks eine Frist gesetzt, „um die Müllablagerung zu beseitigen“, sagt der Stadtsprecher. Aktuell habe die Kommune der Bahn auch noch „eine Nachfrist gesetzt“, weil dies immer noch nicht geschehen sei. dpg

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