Konkrete Vorstellungen

Bebauung des Brunnenquartiers: Planungsbüros sollen der Stadt Konzepte vorlegen

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Die Betonpumpen laufen auf Hochtouren, die Kräne drehen sich fast ohne Unterlass. Auf dem Grundstück am Taunusbrunnen wird mit der Tiefgarage in diesen Tagen der erste Teil der Neubauten zwischen Main-Weser-Bahn und Brunnenstraße deutlich sichtbar.

Die Betonpumpen laufen auf Hochtouren, die Kräne drehen sich fast ohne Unterlass. Auf dem Grundstück am Taunusbrunnen wird mit der Tiefgarage in diesen Tagen der erste Teil der Neubauten zwischen Main-Weser-Bahn und Brunnenstraße deutlich sichtbar.

Direkt östlich davon, jenseits der Brunnenstraße, erstrecken sich dagegen weiterhin in aller Ruhe die Felder bis hinüber zu den Häusern an der Luisenthaler Straße – die ja ihrerseits auch gerade erst seit einer Dekade dort stehen. Doch auch für diese letzte große Freifläche im Karbener Stadtzentrum nähert sich die Weiterentwicklung unaufhaltsam.

Gerade in dieser Woche hat sie hinter den Kulissen einen großen Schritt voran gemacht: Der seit Mitte September laufende Ausschreibungszeitraum für die Planung des künftigen Brunnenquartiers ist zu Ende gegangen.

In einem sogenannten Interessenbekundungsverfahren konnten sich Planungsbüros – also noch keine Investoren – melden, die die Generalplanung für das

7,9 Hektar große Gelände übernehmen möchten. "Wir haben ausreichend Angebote erhalten", sagt Heiko Heinzel, Chef des Fachdienstes Bauen im Karbener Rathaus. "Es sind interessante Bewerber dabei." Über die Anzahl der Interessenten mag er noch nichts sagen, über Namen erst recht nicht.

In der kommenden Woche erhalten die Bewerber zunächst die Aufforderung, ein Angebot abzugeben. "Dafür haben sie dann drei bis vier Wochen Zeit", erklärt Heinzel. Aus den Angeboten will die Verwaltung die drei besten auswählen. Diese sollen dann im Dezember zu einer persönlichen Präsentation eingeladen werden – was vermutlich hinter verschlossenen Türen, aber mit den Stadtparlamentariern geschieht. "Denn es geht hier ja auch um interne Zahlen, wie zum Beispiel Preise für die Leistungen."

Allerdings bleibt die Öffentlichkeit nicht außen vor, ganz im Gegenteil: "Die Bürgerbeteiligung ist ein eingeforderter Bestandteil des Verfahrens", sagt Heiko Heinzel. Die Stadtpolitik solle zunächst nur auswählen, wer die Planung vornimmt. Diese solle dann in der ersten Hälfte des kommenden Jahres entstehen. Dann werde auch nicht nur in den öffentlichen Sitzungen des Stadtparlaments und seiner Gremien darüber diskutiert.

"Wir wollen auch die Bürger direkt darüber informieren", sagt der Bau-Fachdienstchef. In welcher Form, zum Beispiel einer Bürgerversammlung im Bürgerzentrum? Das sei noch nicht festgelegt. Das Ziel ist dagegen recht klar: "Bis zum Ende der Sommerferien", sagt Heiko Heinzel, "soll alles fertig sein." Danach könnte dann das Genehmigungsprozedere starten. Und das alleine dürfte wohl noch mindestens ein weiteres Jahr dauern.

Denn bisher ist das Gelände im Regionalen Flächennutzungsplan noch als Acker gelistet. Die Umwidmung dürfte in der Regionalversammlung vermutlich durchgewunken werden. Denn die Wohnungen sind S-Bahn-nah – was für die Regionalpolitiker ein entscheidendes Kriterium ist. Auf allseitige Zustimmung dürfte das Brunnenquartier auch stoßen, weil auf dem Areal vor allem Wohnungen entstehen sollen.

Dafür haben diverse Parteien längst Wünsche geäußert. Vor allem günstige Wohnungen wünschen sich SPD und Grüne – die Öko-Partei sähe das gern kombiniert mit neuen Wohnformen mit Elektroautos im Car-Sharing, also zur gemeinsamen Nutzung für die Bewohner.

Bedarf an günstigen Wohnungen, besonders Sozialwohnungen, haben in Karben vor allem Alleinstehende und Senioren angemeldet, hatte Heiko Heinzel bereits im August den Parlamentariern klargemacht. Die Idee, Wohnangebote besonders für Senioren zu machen, hatte zuvor Bürgermeister Guido Rahn (CDU) gehabt.

Hilferuf wurde erhört

Er hatte einen Hilferuf eines Seniorenpaares aus Burg-Gräfenrode aus dieser Zeitung aufgegriffen: Ihr eigenes Haus würden die beiden gerne verkaufen und in eine altersgerechte Wohnung ziehen, in der sie sich je nach Bedarf mit zunehmendem Alter Dienstleistungen hinzubestellen könnten. Doch solche Seniorenwohnungen mit Service gibt es bisher kaum – und die wenigen vorhandenen sind belegt.

Eine Vorgabe liegt schon fest: Die Einfamilienhausbebauung, wie sie das Stadtentwicklungskonzept aus der Feder von Michael Frielinghaus in seiner jüngsten Fassung von 2014 vorsieht, soll es nicht geben. "Der damalige Vorschlag wird heute als nicht standortgerecht angesehen", heißt es in den Ausschreibungsunterlagen der Stadt.

Vielmehr solle das Areal ähnlich bebaut werden wie die Neue Mitte, die schräg gegenüber entsteht, oder das Taunusbrunnen-Gelände nebenan. Also auch mit mehr und kleineren Wohnungen, entsprechend des akuten Bedarfs, betont Heiko Heinzel.

´Oder, so steht es in den Unterlagen: "Die zentrale und urbane Lage spricht für einen entsprechenden Städtebau mit einer höheren Verdichtung."

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