Karnevalsgottesdienst

Beim närrischen Gottesdienst Kirchenwitze serviert

Mit Gelächter honorierten zahlreiche Besucher einen Karnevalsgottesdienst der entspannten Art in der Rendeler Kirche. Und beim Abstimmen über Witze machten närrische Experten mit.

Wenn fröhliche Gesichter und Lachen davon zeugen, dass der Gottesdienst ein Fest war, dann kann die Karnevalversion in der Rendeler Kirche zum Thema „Die Kunst über sich selbst zu lachen“ mitsamt Kirchenwitzen als Erfolg gelten. Schon der Auftakt mit einer Orgelfassung des Narhalla-Marsches gefiel. Organisator Stephan Kuger begrüßte über hundert Besucher, darunter Pfarrer Werner Giesler, Volkhard Guth (Dekan des Wetteraukreises), Redner Frank Demmer vom SKG Okarben und die Jazzmusiker Dieter Wierz, Oliver Zimmer und Sängerin Nicola Piesch.

Giesler legte sogleich mit dem Witz los, in dem ein Pfarrer trotz ewig langer Predigt nicht sagte, worüber er eigentlich redete. Was ihm, Giesler, heute nicht passieren könne, weil er ja gar nicht predige...

Dekan Guth erinnerte an den Film „Mord im Pfarrhaus“, in dem der weltfremde Pfarrer (Mr. Bean) durch religiöse Witze wieder seinen Humor findet. Aber auch an „Der Name der Rose“, in dem der Mönch Jorge von Burgos das Lachen als Gotteslästerung brandmarkt, weil es die Furcht vor Gott verhindere. „Das ist nicht unsere Vorstellung von Gott. Und auch wenn das neue Testament nicht von einem lachenden Jesus berichtet, so weist vieles auf seinen Humor hin“, sagte Guth. Etwa bei der Hochzeit zu Kanaa oder den Gleichnissen von verschluckten oder durchs Nadelöhr gehenden Kamelen.

Zu verjazzten Stücken aus der Oper „Orpheus in der Unterwelt“ und Charlie Chaplins „Moderne Zeiten“, in denen Trompeter Oliver Zimmer kongenial sein Instrument zum Lachen brachte, trug der kostümierte Karnevalist Frank Demmer gut zwanzig Kirchenwitze vor. Besucher sowie die Fachleute Giesler und Guth durften später darüber abstimmen. Seine verschmitzte, oft in hessischer Mundart vorgetragenen Art kam an: Immer wieder wurden die Pointen mit Schmunzeln oder schallendem Lachen quittiert. Etwa wenn es um die Schwächen von Pfarrern und Gemeinden, deren Probleme mit dem Gebot „Du sollst nicht ehebrechen“, Gottes Erschaffung der Welt und des Mannes im Besonderen, Irrtümer über das Leben Jesu oder der Bereitstellung seines Grabes nur übers Wochenende ging.

Mit zwei Publikumswitzen standen 24 Beiträge zur Wahl, von denen jeder Besucher durch Handzeichen seine fünf Favoriten bestimmen konnte. Beim Publikumsvotum machte der Beitrag von Pfarrer Christian Krüger das Rennen. Darin ging es um den Besuch eines Mannes mit der Familie im Heiligen Land, als die Schwiegermutter stirbt und der Mann sich für die teure Überführung in die Heimat mit den Worten entscheidet: „Hören Sie, vor 2000 Jahren wurde hier ein Mann beerdigt, der nach drei Tagen wieder auferstand. Das Risiko möchte ich nicht eingehen!“

Der Expertenjury gefiel besonders der Beitrag, in dem ein Rabbi, ein Minister und ein Priester beim Nacktbaden von Frauen aufgeschreckt werden und der Rabbi als einziger das Gesicht und nicht sein Geschlecht bedeckte. Auf die Frage nach dem Grund antwortet er: „Ich weiß nicht wie es bei Euch ist, aber in meiner Gemeinde erkennt man mich am Gesicht!“

(red)

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