Entsorgung

Beschwerden über stockende Altglas-Abfuhr in Karben

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Überquellende Altglas-Container oder gar völlig verschwundene Standorte: Mit solchen Problemen kämpfen die Karbener seit Jahresbeginn. Grund: Der Wechsel der Abfuhr-Firma. Selbst im Rathaus ist man stocksauer.

Dort, wo immer ein Container fürs Altglas stand, stand plötzlich keiner mehr. Und, den Korb voller Flaschen vorgefahren, die bittere Enttäuschung: Der nächste Container ist schon voll. Davor steht bereits eine Flut leerer, alter Flaschen.

Seit Dezember läuft einiges nicht rund bei der Altglasabfuhr in der Wetterau – und auch in Karben. „Wir bekommen im Rathaus sehr viele Beschwerdeanrufe“, erklärt Bürgermeister Guido Rahn (CDU). So viele, dass die für Abfallentsorgung zuständige Mitarbeiterin extra mit einem Headset zum Telefonieren ausgestattet wurde. Dabei ist die Stadt gar nicht zuständig für die Abfuhr von Altglas. „Wir kriegen nur den Ärger ab“, seufzt Rahn.

Stattdessen: Die Glas-Sammlung ist seit 1990 in Deutschland in privater Hand. Darum kümmert sich die Reclay GmbH für das Duale System. Sie hat für die Abfuhr zum Jahreswechsel den Entsorger gewechselt. Nun ist für drei Jahre die Wächtersbacher Firma Weisgerber zuständig. Weisgerber kümmert sich seit Januar auch um die Abfuhr des „normalen“ Wetterauer Mülls (diese Zeitung berichtete).

Mit dem neuen Entsorger sind nicht nur alle Altglascontainer ausgetauscht worden, erklärt der Bürgermeister. Auch habe Weisgerber Standorte aufgegeben oder Container an andere Standorte verlegt. „Doch die Firma hatte es zunächst nicht für nötig erachtet, das mit uns abzusprechen oder uns auch nur Bescheid zu sagen“, sagt Rahn.

Die Folge waren dann eben überquellende und fehlende Abgabemöglichkeiten fürs Altglas. „Das hat die Bürger sehr genervt“, kritisiert Gerald Schule, SPD-Stadtverordneter und Ortsbeiratsmitglied aus Okarben. Verständlich, findet der Bürgermeister. Deshalb nenne man im Rathaus den aufgebrachten Bürgern auch stets die Telefonnummer des neuen Entsorgers. „Wir sagen den Bürgern, sie sollen dort anrufen.“ Das habe er auch getan, erzählt Gerald Schulze, und ist sauer: „Die wussten erstmal gar nicht, wo Okarben liegt. Sie mussten den Ort erst suchen und haben mich dann nach drei Stunden zurückgerufen, als sie ihn gefunden haben.“

Inzwischen habe die Stadt den neuen Entsorger eindringlich gebeten, die Container-Standorte mit der Kommune abzusprechen, erklärt Guido Rahn. Das habe gefruchtet: Es solle nun eine Rundfahrt mit dem Unternehmen geben. „Denn wir haben ja das genaue Wissen zu den Standorten.“

Doch baut der Rathauschef möglichen Enttäuschungen vor: An viele Standplätze könnten keine Container zurückkehren. Denn Weisgerber setze größere Fahrzeuge ein, die nicht mehr durch jede enge Straße kämen. Rahn bittet die Karbener aber noch um Geduld mit dem neuen Entsorger. Denn dieser stelle das Abfuhrsystem um. Statt in einem festen Turnus alle zwei Wochen sollten die Container nach Bedarf abgefahren werden, also teils mehrfach pro Woche.Selbst über aus der Ferne übermittelnde Füllstandsanzeigen denke Weisgerber nach. „Dann melden die Container von sich aus, wenn sie voll sind“, erklärt Rahn. Dann könne ad hoc geleert werden, und die Standorte sähen ordentlicher aus.

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