Parlament tagt in Wöllstadt

Bundesstraße bekommt ein Stück Radweg

Die Autos haben Vorfahrt – doch neue Schnell-Radwege für Pendler sind auch in Sicht. Die 2016 proklamierte Nord-Südstrecke wird stückweise gebaut. Zuerst zwischen Friedberg und Wöllstadt, dann weiter entlang der B 3 bis Okarben.

Für gut 30 Millionen Euro bekommen die Autofahrer eine komfortable Umgehungsstraße für Wöllstadt. Ab dem 21. Juli wird die 9,1 Kilometer lange Trasse der neuen B 3 mit der Anbindung der aus Ilbenstadt kommenden B 45 befahrbar sein, meldet Wöllstadts Bürgermeister Adrian Roskoni. „Das ist ein historischer Tag für unsere Gemeinde“, sagte er diese Woche vor den Gemeindevertretern.

Nebenbei kommt die Information, dass auch die Radfahrer auf manchen Teilstrecken schneller und komfortabler fahren können – allerdings erst viel später. Entlang der bald nicht mehr so stark befahrenen „alten“ Bundesstraße zwischen Friedberg-Süd und Ober-Wöllstadt wird wohl erst Mitte 2018 ein neuer Radweg eröffnet. Das erfuhr der Bürgermeister von der Bundes-Bauorganisation Deges.

Neu ist, dass auch südlich von Nieder-Wöllstadt ein Radweg entlang der B 3 entstehen soll. Es habe dazu ein Treffen bei der Landesverkehrsbehörde Hessen Mobil in Gelnhausen gegeben, berichtet Roskoni. Im Etat gebe es noch Geld, um ein 2,5 Meter breites Asphaltband zwischen Nieder-Wöllstadt und Okarben zu bauen. Das solle aber erst „um 2021 herum“ entstehen.

Zwei Trassen-Varianten standen zur Debatte: Die Wöllstädter entschieden sich für einen Weg direkt neben der Bundesstraße. Denn die Variante durch die Felder zwischen Bahnlinie und B 3 hätte die Gemeinde rund 140 000 Euro gekostet. Dieser Weg würde teils im Zickzack über bestehende oder noch zu asphaltierende Strecken verlaufen und in den Friedberger Weg am Nordrand Okarbens einmünden.

Wann, wie und wo genau der Radweg gebaut wird, steht laut Daniela Czirjak von Hessen Mobil noch nicht fest. Die Karbener Stadtverwaltung konnte bis gestern Abend keine Auskunft geben, welche Radwege-Trasse ihr am liebsten ist. Auch darüber nicht, ob nicht eine Verlängerung dieses schnellen Weges von Okarben entlang der B3 bis zum Abzweig nach Petterweil sinnvoll wäre. Dort kann man nämlich nur unter Lebensgefahr auf der Fahrbahn der Bundesstraße radeln, wenn man es eilig hat.

Tatsächlich gibt es Pendler, die täglich zweimal hautnahe Begegnungen mit Autos riskieren. Regulär wären sie nämlich in Nord-Süd-Richtung in Okarben gezwungen, zwischen der Hauptstraße und Am Spitzacker ihre Drahtesel über eine mehrstöckige Treppe zu wuchten, damit sie die Main-Weser-Bahn überqueren können. Anfang 2016 hatten der Wetterauer Landrat Joachim Arnold (SPD) und mehrere Wetterauer Bürgermeister die Notwendigkeit proklamiert, eine Rad-Schnellverbindung von Butzbach nach Frankfurt zu schaffen. Die Strecke soll ab Wöllstadt entlang der Nidda verlaufen.

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