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Hans-Peter Dell (links) und Markus Wieder verkaufen in Karben Weihnachtsbäume.

Tannenbäume geklaut

Diebstahl ärgert Christbaumverkäufer

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In Karben transportierten Kriminelle gleich 50 Nordmanntannen von Stand ab.

Markus Wieder zuckt mit den Schultern. "Wir lassen uns nicht unterkriegen", sagt er dann, als gerade wieder ein Wagen von der B3 abbiegt und an seinem Weihnachtsbaumverkaufsstand in der Petterweiler Straße hält. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sind hier etwa 50 von Wieders Nordmanntannen gestohlen worden, "Premium-Bäume", wie er betont.

 Wieder, der sonst als Bauführer arbeitet, führt den Verkaufsstand für den Händler Tannen Galm aus Mudau im Odenwald. Seit Ende November bieten sie ihren Ware auch in Karben an – zum ersten Mal überhaupt. "Bei einem neuen Standort ist man immer skeptisch", erklärt der große Mann in der dunkelgrünen Arbeitsjacke. Aber in Karben sei es bisher sehr gut gelaufen. Zwischen 150 und 250 Bäume lagern in der Regel auf dem von einem gut zwei Metern hohen Zaun umgebenen Gelände. Rund 1500 Euro Umsatz macht der Stand laut Wieder am Tag. 

"Durch den Diebstahl haben wir etwa zwei Tagessätze verloren", erklärt der Verkäufer. Auf rund 2500 Euro schätzte die Polizei den Schaden. Nicht nur die Tannen wurden entwendet, sondern auch eine Motorsäge und ein Stromaggregat. "Als ich gegen 9.30 Uhr ankam, sah erstmal alles normal aus", erzählt Wieder. Schnell musste er aber feststellen: Die dicken Ketten, die das Tor sicherten, waren durchgeschnitten worden, das Vorhänge schloss, das die Tür der Hütte mit dem Werkzeug darin sichern sollte, war aufgebrochen worden. "Da waren Profis am Werk", befindet Wieder missmutig. 

Dass vereinzelt Christbäume geklaut würden, komme vor. Vielleicht fünf oder sechs pro Saison, aber dass gleich so viele der 1,70 bis 2 Meter hohen Gewächse verschwinden, hat auch er noch nicht erlebt. "Die Diebe haben ganz gezielt unsere wertvollsten Bäume mitgenommen", sagt Wiede und deutet auf die in Netze gewickelten Tannen, die hinter ihm am Zaun lehnen. 40 Euro kosten die pro Stück, Bäume mit kleinen Mäkeln wurden komplett ignoriert. Die Polizei vermutet, dass die Täter mit einem großen Lastwagen kamen, um ihre massive Ladung transportieren zu können. Trotz der zentralen Lage um die Ecke des Rewe-Centers hat die Täter aber offenbar niemand bemerkt. 

Auf dem Schaden bleibt Tannen Galm deshalb wahrscheinlich sitzen. Versichert waren die Nordmanntannen nicht. "Unternehmerisches Risiko", sagt Wieder. Er ärgert sich. Erst in der vergangenen Woche hatten Diebe beim einem Kollegen, der seinen Stand bei Friedberg hat, zugeschlagen. "Es ist respektlos, wir stecken da so viel Energie rein", sagt Wieder. In Baumkulturen hegen und pflegen er und seine Mitstreiter die Bäume zehn bis zwölf Jahre lang, bis diese bereits sind für die Wohnzimmer der Region. "Weihnachtsbäume sollten eigentlich Freude bringen", sagt Wieder. "Uns haben sie dieses Mal Ärger gebracht." 

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