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Der Vater ist ausgezogen. Angelika Emmert und ihr Sohn Lunis kommen auch so gut zurecht, finden Zeit für gemeinsames Spiel.

Angelika Emmert

Diese Alleinerziehende meistert den Alltag mit Zuversicht

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Das Leben von Alleinerziehenden wird oft in düsteren Farben geschildert. Doch Angelika Emmert aus Klein-Karben zeichnet ein anderes Bild. Wie die 47-jährige Mutter ihr Leben auch ohne Partner gut hinbekommt, schildert sie hier.

Angelika Emmert und ihr Sohn Lunis sind gerade zu Hause, es ist Nachmittag, und der Fünfjährige möchte etwas essen. Zusammen mit seiner alleinerziehenden Mama sitzt das Kind am Esstisch und löffelt einen Joghurt. Die Wände sind in fröhlichen Farben gestrichen, auf dem Teppich liegt Lego. Eine Ritterburg gibt es, viele Gesellschaftsspiele und Bücher in Regalen und an den Wänden hängen selbstgemalte Bilder.

Seit Emmert ihr Kind erwartete, wohnt sie in Klein-Karben, nachdem sie zunächst in Frankfurt lebte. „Ich zog mit meinem damaligen Partner hierher“, schildert die 47-Jährige. Ursprünglich stammt sie aus Kilianstätten, fand es schön, in ländlicher Umgebung aufzuwachsen, und wollte das auch für ihren Nachwuchs. „Meine Mutter wohnt in Okarben, das passt“, nennt sie ein weiteres Argument. Der Lebensgefährte siedelte mit nach Klein-Karben um, zog im letzten September aus der gemeinsamen Wohnung aber wieder aus. „Nun sind wir seit fünf Monaten allein“, sagt Emmert. Ein Jahr zuvor war der Trennungswunsch bereits ausgesprochen gewesen. Dies hatte sie lange überlegt, wie sie sagt. Der Partner suchte sich daraufhin eine Bleibe ganz in der Nähe, was guten Kontakt weiterhin ermöglicht.

Schon früh, noch während der Beziehung zu ihrem ehemaligen Lebensgefährten, hat Emmert wieder angefangen zu arbeiten. „Mein Sohn ist bis zwei Uhr in der Kita, und ich arbeite vormittags fest angestellt in Teilzeit als Familien- und Seniorenbetreuerin.“ Existenzängste hatte sie nicht, da sie schon oft von vorn angefangen habe, „ich wusste, dass es immer weitergeht“. Finanziell habe sie sich von ihrem ehemaligen Partner nie abhängig gemacht, sondern weitgehend auf eigenen Füßen gestanden. Dies war ein Vorteil. Bald begann sie, zum Alleinerziehenden-Treff des Mütter- und Familienzentrums Karben (Müze) zu gehen, der seit dem Sommer besteht. „Wir gehen sowieso gerne ins Müze. Man trifft immer jemanden. Nun war die Trennung frisch, und ich dachte: Vielleicht gibt es dort Informationen.“

Dass solch ein Angebot besteht, findet sie wichtig. „Ich fand es beruhigend, die Erfahrung von den anderen zu hören.“ Weiterer Aspekt, weshalb sie an den Treffen gerne teilnimmt: Sie will ihrem Kind das Gefühl geben, dass es etwas Normales ist, wenn Mütter und Väter getrennt sind. „Meine Eltern sind es nämlich auch, seit ich 16 war. Das war für mich kein Drama“, konstatiert sie. Sie habe einen älteren Bruder, sei in dieser Situation nie allein gewesen.

Die Trennung von ihrem Ex-Partner verlief ohne Streit, wie Emmert berichtet. „Seitdem ist es entspannter. Wir teilen uns beispielsweise das Auto.“ Sie habe aber im Bekanntenkreis mitbekommen, dass es bei anderen Alleinerziehenden durchaus schwieriger sein kann. Wenn die Klein-Karbenerin ausgehen will, kommt entweder die Mutter zum Aufpassen oder das Kind geht zur Oma. Emmerts Hobbys sind Tanzen und Yoga. Auch wenn der Sohn krank ist, hilft die Mutter. „Oder mein Ex-Partner hat zufällig frei, oder ich habe frei.“

Einmal pro Woche kommt auch der Opa, um mit dem Enkel zu spielen. „Es ist sicher nicht der Regelfall, dass alles so gut funktioniert“, räumt Emmert ein. Ihre größte Befürchtung sei gewesen: Wie wird das Kind reagieren? Es habe zwar geweint, sei dann aber auch gespannt auf die neue Wohnung des Papas gewesen, den es regelmäßig besucht. Seitdem jener ausgezogen ist, sind zwei Kaninchen eingezogen.

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