Petterweil

Der Duft frisch gerösteten Kaffees liegt in der Luft

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Die evangelische Kirchengemeinde Petterweil hatte am Samstag und Sonntag zum Erntedank- und Gemeindefest unter dem Motto „Gemeinsam an der Quelle des Lebens“ eingeladen. Die Gäste des jährlich stattfindenden Festes erwartete ein vielfältiges Programm, mit zahlreichen Begegnungen, Aktionen und Musik.

Pfarrer Michael Neugber setzte in diesem Jahr auf Vertrauen. „Die Gäste kreuzen auf einer offenen Liste ihren Verzehr von Speisen und Getränken an. Erstmals gibt es keine Bons“, sagte er. Auf die Begegnungen mit großen und kleinen Gästen freute er sich sehr. Das wurde deutlich, als er die Programmpunkte aufzählte. Viele ehrenamtliche Helfer waren aktiv. Die Freiwillige Feuerwehr hat im Pfarrgarten die Zelte aufgebaut. 20 Minuten vor Beginn des Festes im Garten des Gemeindehauses in der alten Haingasse sind noch Vorbereitungen zu treffen.

Doch Neugber nimmt sich Zeit. Zeit zum Nachdenken und Reden. Die ersten Gäste haben es sich auf den aufgestellten Holzbänken und den Palettenmöbeln des Technischen Hilfswerks (THW) bequem gemacht. Fünf Helfer vom THW rücken mit einem Mehrzweckkraftwagen mit Mannschaftskabine und Rollcontainer an. „Das stellen wir heute ebenso aus wie eine Stromersatzanlage“, sagte Fabian Bedacht vom THW. Kinder durften auch den Kombischutzhelm für Motorsägenbetrieb ausprobieren. THW-Nachwuchs wird laut Bedacht dringend gesucht. Darüber klagt die Kindertagesstätte Petterweil nicht. Kinder der Einrichtung tanzten und sangen das Lied „Der Herbst ist da“.

In ihren Händen hielten sie Körbe, die mit Kürbissen, Nüssen, Äpfeln und Birnen gefüllt waren. Im Anschluss führte Neugber sie mit Laternen um die Häuser. Geflüchtete Frauen aus Eritrea boten frisch gerösteten Kaffee und selbst gebackenes Brot an. Die Kaffeebohnen wurden in einer Pfanne auf offener Flamme geröstet. Eine Frau ging mit der Pfanne durch die Menschenmenge.

Der Duft der gerösteten Kaffeebohnen lag über dem Gemeindegarten. „Zwei Frauen und ein vierjähriger Junge erhalten aktuell Kirchenasyl“, sagte Neugber. Er ergänzte, dass seit eineinhalb Jahren etwa zehn geflüchtete Menschen aus Eritrea in Petterweil Kirchenasyl erhalten haben. Laut Neugber läuft die Integration in Petterweil auf einem hohen Niveau.

Ebenso hoch war das Niveau der Vorbereitungen zum Fest, das mit Unterhaltungsmusik von Peter Müller und Sohn sowie dem Jugendorchester Attacca der Stadtkapelle Karben bereichert wurde. Für den Festgottesdienst in der Martinskirche mit dem Petterweiler Posaunenchor schmückten die Landfrauen die Kirche mit Erntegaben. Ein Petterweiler Bäcker backte das Erntedankbrot, das unter den ehrenamtlichen Mitarbeitern aufgeteilt wurde. „50 Prozent der Helfer sind katholische Gemeindemitglieder“, sagte Neugber.

Die Armen-Krankenstiftung Petterweil verkaufte Walnüsse. Viele Gäste freuten sich auch auf die etwa 40 selbst gemachten Kuchen und Torten. Für die kleinen Gäste wurde die Straße abgesperrt. Das so gewonnene Areal eignete sich bestens zum Toben. Auch Schminken, Bauklötze bauen und Traubensaftpressen wurden angeboten.

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