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Susanne Jantosch hat als Zusatzkraft zwei Jahre lang in einigen Karbener Kitas ihre Begeisterung fürs Singen an die Kinder weitergegeben. Nun endet ihr Vertrag.

Projekt "Singen mit Kindern" nicht verlängert

Eltern protestieren für ihre Kinder

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Carola Nennstiel-Koch aus Karben, Mutter zweier Kinder, und andere Eltern sind sauer. Sie wehren sich mit einer Unterschriftenliste gegen das Auslaufen eines musikalischen Zusatzangebotes in Karbener Kitas.

Das Projekt „Singen mit Kindern“ in Karbener Kitas mit Susanne Jantosch als musikalischer Zusatzkraft läuft zum Ende dieses Monats aus und wird nicht fortgeführt. Damit ist Carola Nennstiel-Koch, Mutter zweier Kinder, gar nicht einverstanden und hat Unterschriften gesammelt. Diese wird sie heute im Karbener Rathaus übergeben.

Sie gehöre nicht zu den Personen, die regelmäßig gegen Dinge protestierten, sagt Carola Nennstiel-Koch. „Doch als ich vom Auslaufen des Angebotes gehört habe, musste ich meiner Empörung Luft machen“, sagt sie. So habe sie zunächst eine Mail an die Stadt geschrieben und dann die Unterschriftenaktion gestartet.

Als Personalmanagerin habe sie beruflich und auch persönlich mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie mit der betrieblich unterstützten Kinderbetreuung zu tun, so Nennstiel-Koch. Mit ihrer Aktion wolle sie „zum einen zeigen, dass man sich als Eltern für seine und die Interessen seiner Kinder einsetzen kann“.

Zudem will Nennstiel-Koch Susanne Jantosch unterstützen. Sie habe ein „sehr gutes Händchen, mit Kindern umzugehen und ihre Begeisterungsfähigkeit an diese zu vermitteln“. Ihre fünfjährige Tochter liebe Musik und Singen. In ihrer Kita habe Jantosch auch mit den Kindern gesungen. „Zudem ist meine Tochter beim von Jantosch geleiteten Kinderchor von Pro Musica dabei. Da habe ich mich selbst überzeugen können, welch einen tollen Job Frau Jantosch macht“, meint die engagierte Mutter.

Sie schaffe es, mit ihrer liebevollen und professionellen Art unseren Kindern so etwas Wichtiges wie Zuhören, in eine Gruppe einordnen, lernen und dabei auch noch Spaß haben, zu vermitteln, so Nennstiel-Koch. Sie habe die Befürchtung, dass der Fortbestand des von Jantosch geleiteten Kinderchores bei Pro Musica durch diese Personalentscheidung der Stadt ebenfalls gefährdet sei.

„Das wäre sehr schade“, sagt die engagierte Mutter. Daher habe sie in den vergangenen Wochen mit der Liste „Unterschriftensammlung für die Weiterführung der musikalischen Früherziehung in Karbener Kitas durch Susanne Jantosch“ Unterschriften bei Eltern gesammelt. Viele hätten zugestimmt und unterschrieben, so Nennstiel-Koch.

Susanne Jantosch war bereits als musikalische Zusatzkraft in mehreren Karbener Kindertagesstätten tätig. Sie wolle den Kindern das Gefühl fürs Singen und den Spaß daran vermitteln, hatte sie im Gespräch mit der FNP jüngst gesagt. Nun wurde ihr Vertrag, der zum 30. Juni ausläuft, seitens der Stadt nicht verlängert.

Der Vertrag mit Jantosch als musikalischer Zusatzkraft sei ursprünglich auf ein Jahr begrenzt gewesen und dann um ein weiteres Jahr verlängert worden, erläutert Heike Herrmann, Leiterin des Abteilung Kinderbetreuung. „Dass der Vertrag nun nicht verlängert wurde, liegt nicht an der Qualität der Arbeit von Frau Jantosch. Die Kinder haben vom Projekt profitiert und wir bedanken uns bei ihr“.

Seitens der Kitas sei der Wunsch nach mehr Bewegung für die Kleinsten an die Stadt herangetragen worden, berichtet Abteilungsleiterin Herrmann. Daher werde es ab Mitte August ein zunächst für ein Jahr befristetes Sportprojekt in allen städtischen Kitas geben, kündigt sie an. Zudem werde ab Januar 2018 ein Kunstprojekt in den Kitas angeboten, sagt Herrmann. Das seit Jahren bestehende Musikangebot in Kooperation mit der Musikschule Bad Vilbel und Karben bleibe bestehen, so Herrmann.

Dabei gehe es um Singen, Rhythmus, Tanz und Bewegung. „Aber auch einfache Instrumente wie Klangstäbe kommen zum Einsatz“, sagt sie. „Dabei handelt es sich um freiwillige Leistungen der Stadt Karben, bei denen den Eltern keine zusätzlichen Kosten entstehen“, erklärt Herrmann weiter.

Falls die Unterschriftenaktion keinen Erfolg bringt, hofft sie, „dass Susanne Jantosch wenigstens den Kinderchor bei Pro Musica weiterhin leiten wird. Und ich wünsche ihr, dass sie einen Job findet, der ihren Fähigkeiten und Kompetenzen entspricht“, sagt Carola Nennstiel-Koch. Die Unterschriftenliste will sie am heutigen Donnerstag im Karbener Rathaus übergeben.

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