Angeln

Faulschlamm ärgert Sportfischer im Kloppenheimer Naturschutzgebiet

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Die Sportfischer des Angelsportsvereins (ASV) Groß- und Klein-Karben haben für das noch neue Jahr ein großes Projekt an der Angel. Der im Vereinsbesitz befindliche Teich im Naturschutzgebiet Pfingstweide in Kloppenheim soll wieder als Vereinsgewässer dienen. Doch eine ein Meter hohe Schlammschicht schadet nicht nur dem Teich.

Wenn die Rede auf den Teich kommt, werden Gewässerwart Andreas Stolz und zweiter Vorsitzenden Volker Pöhlmann ernst. Der 110 Meter lange und etwa 70 Meter breite Teich ist das Sorgenkind des Vereins. In dem Gewässer, das bis zu 1,60 Meter tief ist, waren bis Ostern 2016 etwa fünf Zentner heimische Fischarten eingesetzt.

„Laubbäume standen dicht bis an die Uferböschung und haben Jahrzehnte lang ihr Laub in den Teich eingebracht. Das hat eine ein Meter hohe Schlammschicht erzeugt“, erklärt Pöhlmann. Zwar seien die Bäume 2016 vom Forstamt Büdingen teils zurückgenommen, doch der Teich nie gesäubert worden. Die Folge: Fischsterben durch Sauerstoffmangel.

Messungen im Sommer ergaben morgens einen Sauerstoffgehalt zwischen ein bis zwei Milligramm pro Liter und abends zwischen sechs bis acht Milligramm sowie vier Milligramm im Winter. „Eine Forelle braucht bis zu zehn Milligramm“, erklärt Stolz. Das Fischsterben bezog sich auf alle Fischarten. Die Fische sind abgefischt und entsorgt worden.

Ende Januar wurde der Teich leer gepumpt und gekalkt. „Es folgte ein irrer Hürdenlauf bei den Behörden“, sagt Stolz. Im April wurde eine Schlammprobe in einem Labor für Umwelt- und Rohstoffanalytik untersucht. Das Ergebnis: Bei dem Schlamm handelt es sich um unbedenklichen Faulschlamm. Das feinkörnige, grau-schwarze Sediment entsteht unter Sauerstoffabschluss aus biochemisch umgewandelten Pflanzen- und Tierresten. Die Reststoffe werden von Mikroorganismen im Wasser abgebaut, wozu sie Sauerstoff benötigen. Bei zu großen Mengen Faulschlamm, wird zu viel Sauerstoff verbraucht, der Lebewesen im Wasser fehlt.

Für die ordnungsgemäße Entsorgung des Schlammes hat sich Vereinsmitglied Norbert Kling eingesetzt. Denn um den Schlamm auszubringen, ist ein Gesamtpaket an Genehmigungen nötig. Einige stehen noch aus. Laut Stolz wird der Schlamm zunächst am Westufer zum Trocknen zwischengelagert. Sobald er entfernt ist, wird der natürliche Zulauf zum Teich geöffnet und dieser mit Wasser gefüllt.

„Nach dem Einbringen von Pflanzen erfolgt der Fischbesatz“, sagt Stolz. In Zukunft werden Bäume im Uferbereich ab etwa fünf Meter Höhe abgesägt. Die Kosten beziffert Stolz auf 15 000 Euro, wobei der Abtransport des Schlammes die teuerste Position darstellt. Den Schlamm in Ufernähe abzulagern ist nicht möglich. Erlaubt ist nur die Zwischenlagerung von bis zu 600 Kubikmeter Schlamm. Der Rest muss auf den Acker ausgebracht werden. Gespräche mit dem Besitzer des Ackers stehen aus.

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