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Gebühr für Schülerbetreuung wird stadtweit vereinheitlich

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Für Kinder in der Schülerbetreuung sollen Karbener Eltern bald stadtweit die gleichen Gebühren bezahlen. Den Weg dafür will heute das Stadtparlament freimachen. Für einige Eltern droht ein heftiger Gebührensprung.

Immer voller wird es an den Grundschulen in Karben. Nicht nur ziehen immer mehr Familien her, auch wirken sich die geburtenstarken Jahrgänge aus. Längst laufen Ausbauprojekte an Schulen.

Aus allen Nähten platzen auch die Betreuungsangebote an den Nachmittagen. Gut 500 Schüler werden in Karben betreut. Teilweise geschieht das bis 14.45 Uhr in den Ganztagsschulen, danach in der Betreuung. Oder auch an Schulen ohne Ganztagsangebot, gleich ab 11.20 Uhr in der Betreuung.

Der große Ansturm bringt die Träger der Betreuungen zunehmend in die Bredouille. Diese haben sich hilfesuchend an die Stadt gewendet – die ihrerseits die bisherigen Verträge kündigte, um gemeinsam mit den Trägern neue Lösungen auf die Beine zu stellen (diese Zeitung berichtete). Nun haben sich der Förderverein der Pestalozzischule Groß-Karben – er trägt dort die Schülerbetreuung Lola – und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) – er ist an der Selzerbachschule, in Okarben, Kloppenheim und Petterweil tätig – mit der Stadt auf ein neues Prozedere geeinigt.

So werden zum neuen Schuljahr die Gebühren für die Schülerbetreuungen vereinheitlicht. „Alle Eltern sollen das gleiche bezahlen“, erklärt Heike Herrmann, Chefin des Fachbereichs Kinderbetreuung im Rathaus. „Das soll fair und gleich sein in den Stadtteilen.“

Bisher gibt’s große Unterschiede: In Petterweil kostet eine komplette Nachmittagsbetreuung an fünf Tagen 170 Euro pro Monat, an der Selzerbachschule in Klein-Karben 164 Euro. In Groß-Karben kostet das Betreuen nur 110 Euro, wobei noch 3,80 Euro pro Tag fürs Mittagessen dazukommen. Teilweise können die Eltern Betreuung individuell tage- und stundenweise buchen.

Die neue Regelung sieht vor:

  Die Betreuung bis 17 Uhr kostet 130 Euro pro Monat an den Schulen mit Ganztagsangebot.

  Die Betreuung bis 17 Uhr rein in Schülerbetreuung kostet 185 Euro.

Dabei können die Eltern auch weiterhin Betreuung nur bis 14.45 Uhr buchen oder teilweise auch Frühbetreuung ab 7 Uhr in Anspruch nehmen. Um die Gebührensprünge abzufedern, sollen die Entgelte für die Lilienwaldschule in Petterweil und die Pestalozzischule in Groß-Karben in zwei Schritten bis zum Schuljahr 2020/21 auf das Einheitsniveau erhöht werden.

Das genügt der CDU nicht: Sie wünscht sich, dass die Entgelte für Schüler, die schon in der Betreuung sind, unverändert bleiben. Die höheren Gebühren sollen nur für neu angemeldete Schüler gelten, erklärt Stadtverordneter David Gubitzer.

Dies nickt auch Bürgermeister Guido Rahn (CDU) ab: „Dann sind die alten Gebühren das Auslaufmodell.“ Wichtig sei aber, die neuen Entgelte einzuführen. Zwar werde es dadurch tatsächlich für Kinder in reiner Schülerbetreuung teurer. Das aber erhöhe den Anreiz, dass Schulen sich um Aufnahme ins Ganztagsprogramm bewerben – wodurch dann das Land die Betreuung bis 14.45 Uhr finanziert. „Wir müssen auch aufpassen, dass Schulen nicht bequem werden“, erklärt der Bürgermeister, „weil das Angebot der Stadt ja schon gut ist.“

Außerdem wünscht sich die CDU, dass das bisherige „Platz-Sharing“ – also das Aufteilen von Betreuungsplätzen auf zwei Kinder, wovon eines an drei, das andere an zwei Tagen betreut wird – beibehalten wird, erklärt David Gubitzer. Fachfrau Heike Herrmann lehnt das ab. „Platz-Sharing“ sei nicht nur organisatorisch und pädagogisch schwierig, sondern bedeute einen sehr hohen Aufwand, zum Beispiel erheblich mehr Elterngespräche und Kontrollen, welche Kinder wann da sein dürften. Deshalb seien auch die Betreiber vehement dagegen, unterstreicht Herrmann.

„Das ist ein heilloses Chaos“, berichtet Grünen-Stadtverordneter Marcus Klötzl aus eigenen Erfahrungen beim „Platz-Sharing“ als ehemaliger ehrenamtlicher Helfer einer Schülerbetreuung. Er verstehe zwar die Intention der CDU, aber ebenso die ablehnende Haltung der Betreiber.

Man spreche aber auch über keine große Zahl von Betroffenen, hält CDU-Fraktionschef Mario Beck dagegen. Vor der finalen Abstimmung heute Abend im Stadtparlament will seine Fraktion die Idee aber nochmals besprechen.

Ihren eigenen Anteil an der Finanzierung will die Stadt übrigens nicht antasten. Der werde weiterhin bei etwas über 400 000 Euro pro Jahr liegen, kündigt Heike Herrmann an.

Doch warnt die Fachbereichsleiterin vor steigenden Kosten wegen der stark zunehmenden Schülerzahlen. Zu den schon 500 betreuten Schulkindern kommen nächstes Schuljahr wohl noch 60 dazu – davon allein 15 zusätzlich in Petterweil und 30 in Klein-Karben.

Hier fällt die Entscheidung

Beschließen soll das Stadtparlament die neuen Gebühren heute (Donnerstag) in seiner Sitzung ab 20 Uhr im Bürgerzentrum, Rathausplatz 1.

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