Muskalisch in Rendel

Gut gestimmt in den Mai

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Feierstimmung am Dorftreff: Die Rendeler Chorgemeinschaft hat zu Gesang und Tanz eingeladen. Und die Gäste, nicht nur aus Rendel, strömen herbei.

Die Tische sind besetzt, Reben- und Hopfensäfte sowie Wässer fließen, die Stimmung ist wohlgelaunt und in freudiger Erwartung. Beifall brandet auf, als die Sänger der Chorgemeinschaft Rendel durch die Zuhörer-Reihen auf die Bühne gehen. So läuten die Herren die Walpurgisnacht ein.

„Der Termin war nicht beabsichtigt“, so der neue Vorsitzende Volker Stich, sondern dem vollen Terminkalender des Chorleiters geschuldet. Aber die Rendeler haben sich den Termin gleich zu eigen gemacht und um einen Tanz in den Mai erweitert. „Es ist doch schade, wenn alle gleich nach einem Konzert auseinandergehen“, meint Stich. Zum Auftakt stimmen die Sänger ein erstes Stück aus dem neuen Chorprojekt, das „Credo“ aus der Deutschen Messe von Franz Schubert, an. Mit jedem weiteren Lied treibt Chorleiter Hubert Reuter seine Sänger zu größerer dynamischer Interpretation an und forciert den rhythmischen Ausdruck. Schon das „Benia Calastoria“, ein italienisches Volkslied aus den Dolomiten, verbindet Ruhe und Kraft, denn die anschwellende Stimmkraft endet im harmonischen Chorklang.

„Komponist Heinrich Poos hat die Melodie „Wie lieblich schallt durch Busch und Wald“ von Friedrich Silcher in die Klangsprache des 21. Jahrhunderts übertragen“, informiert Moderatorin Laura Macho, Mitglied der Chorgemeinschaft. Beim ostpreußischen Volkslied „Der Jäger und sein Liebchen“ jagen die Sänger in erfrischendem Galopp durch Wald und Flur und lösen Begeisterungsrufe aus.

Dann wendet sich der Chor der anglo-amerikanischen Populärmusik zu: Von einem Spiritual „My Lord, what a Mornin’“, bei dem Dieter Wierz kraftvoll am Klavier mit jazzigem Sound begleitet, hin zu einem schottischen Volkslied „Loch Lomond“. Hier überzeugt Volker Stich mit geschmeidiger Bariton-Stimme in einem Solo, bevor mit dem Pop-Song „When I’m Sixty-Four“ der Beatles der erste Konzert-Teil ausklingt.

Mit einer großen Bandbreite, einem steten Wechsel der Stile und Epochen überzeugt der gemischte Chor des Vokalensembles Mernes. So meistern die Sänger, ebenfalls unter der Leitung von Hubert Reuter, in Intonation und Akzentuierung das anspruchsvolle „Abendlied“ von Josef Rheinberger ebenso wie das von James Erb achtstimmig arrangierte US-amerikanische Volkslied „Shenandoah“.

Immer wieder glänzen einzelne Sänger in Solo-Partien wie Bettina Hillig mit ihrem Solo in „Det Är nu Som“ (Gabriels Song). Mitsängerin Monika Duderstadt wechselt zweimal auf den Klavierhocker und begleitet gekonnt. Nicht enden wollenden Beifall beantworten die Vokalisten aus Mernes mit immer weiteren Zugaben. So gelingt der Übergang zum Fest, beim dem Dieter Wierz für Tanzmusik sorgt.

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