Ortsbeirat

Große Diskussion um neue Straßennamen im Gewerbegebiet am Spitzacker

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Ins Gewerbegebiet am Spitzacker führte der zweite Teil der Ortsbegehung des Ortsbeirates Okarben. Rund zwanzig Bürgen haben sich dem Rundgang angeschlossen und erlebten eine kleine Überraschung und eine große Diskussion.

Eine Überraschung wartet am Ende einer kurzen Stichstraße im Gewerbegebiet auf den Ortsbeirat und die begleitende Bürgerschar. „Hier wird ja schon gebaut“, staunt Magistratsmitglied Sebastian Wollny (CDU) und bleibt vor dem Bauzaun stehen, der das Grundstück der Ahmadijya-Gemeinde Karben abgrenzt. Es ist eine Baulücke zwischen einer Baufirma und Climair.

Überrascht blicken eine Handvoll Männer auf, die hinter dem Bauzaun damit beschäftigt sind ein Fundamenten zu schaffen. „Wir haben mit den Bauarbeiten an unserer Moschee vor drei Monaten begonnen“, sagt freundlich Atif Virk, der herbei eilenden Vorsitzender der Gemeinde. Er schüttelt Hände und klärt auf, was passiert. Vorerst werde so viel wie möglich ehrenamtlich von Gemeindemitgliedern geleistet, um Baukosten zu sparen.

Genehmigt und geplant sei ein 130 Quadratmeter großer Gebetsraum in Form eines Oktagons, in dem etwa 90 bis 100 Menschen Platz hätten. Daran schließe sich ein Gemeinderaum mit Küche an. Die Baugenehmigung für die Moschee lege bereits seit zwei Jahren vor, allerdings hätten Widersprüche von benachbarten Gewerbebetrieben geklärt werden müssen. „Wir haben genug Parkplätze “, sagt Virk und der Ortsbeirat sieht ebenfalls keinen weiteren Handlungsbedarf.

Das nächste Ziel des Ortsbeirates liegt nicht weit entfernt. Bereits erschlossen und baureif sind die 13 Grundstücke, die das Gewerbegebiet „Am Spitzacker“ um 38 000 Quadratmetern vergrößern. Fast alle sind verkauft, das Autohaus Mazda will hinziehen, eine Kletterhalle wird gebaut (siehe Artikel auf dieser Seite). Doch noch hat die Anliegerstraße keinen Namen. Ein Vorschlag des Magistrats liegt vor – Margarete-Steiff-Straße – und stößt auf heftige Ablehnung seitens des Ortsbeirates.

Der favorisiert mehrheitlich den Namen mit Ortsbezug und findet damit den Beifall bei den begleitenden Bürgern. „Ich schlage „Am Häuserbach“ vor, denn das bezieht sich auf den lokalen Heitzhöferbach“, erklärte Ortsbeiratsmitglied Gerald Schulze (SPD). Unter Alteingesessenen sei das als Gemarkungsnamen im Gebrauch gewesen. Dies bestätigt Ortsbeiratsmitglied Matthias Flor (SPD) und wirbt vergeblich für den Namen Margarethe Steiff. Damit habe eine Unternehmerin gewürdigt werden sollen, nachdem bislang Männernamen wie Robert Bosch oder Rudolf Diesel als Namensgeber in Gewerbegebieten bevorzugt wurden“, erklärt er. „Mit Margarete Steiff“ kann ich gar nichts anfangen“, widerspricht Ortsvorsteher Karlheinz Gangel (CDU) und wird mit klaren Votum des Ortsbeirates für den lokalen Namen „Am Häuserbach“ beim Magistrat vorstellig werden.

Passiert wird beim Rundgang durch das Gewerbegebiet auch die Flüchtlingsunterkunft. „Es gibt Beschwerden über eine Verschmutzung des Vorplatzes und des Straßenraumes“, erklärt Gangel. In der Tat sieht die Grasfläche nicht sehr ansehnlich aus, Flaschen und Papier liegen herum. Der Abstellplatz für Fahrräder ist vollgestellt.

Der Zufall will es, dass Mario Schäfer, (Grüne) ehrenamtlicher Stadtrat für Migration und Flüchtlinge, eintrifft. „Wir halten die Bewohner an, aufzuräumen“, sagt er. Das klappe mal mehr, mal weniger gut. Derzeit werde das direkt an der Straße liegende Haus noch als Gemeinschaftsunterkunft für die Flüchtlinge gebraucht, auch wenn die absolute Zahl der Flüchtlinge zurück gegangen sei.

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