Waldbrandgefahr

Große Tanklaster stehen für den Notfall bereit

Mit riesigen Tanklastzügen unterstützt die Lade- und Transportgemeinschaft Wetterau West ab sofort die Feuerwehren in Karben und Bad Vilbel. Sollte es mal zu einem großen Waldbrand kommen, eilen sie sofort zur Unterstützung herbei und sorgen dafür, dass den Brandschützern das Wasser niemals zu Ende geht.

Viel Sonne und hohe Temperaturen über einen langen Zeitraum haben ihre Schattenseiten. Nicht nur ältere und kranke Menschen, sondern auch die Natur leidet unter der Hitze und Dürre. Die Landschaft ist ausgebrannt. Wald und Felder sind trocken wie selten zuvor. Im Karbener Wald herrscht noch immer höchste Waldbrandgefahr.

„Das ist nach wie vor ein ernstes Problem“, mahnt Stadtbrandinspektor Christian Becker. „Noch immer könnte ein Funke oder die Glut einer weggeworfenen Zigarette einen Großbrand auslösen.“ Höchste Zeit also, dass ein schon länger gehegter Plan jetzt in die Tat umgesetzt wird. Vor dem Hintergrund der erlebten Extremhitze und mit dem Wissen um weitere Sommer dieser Art, die noch folgen könnten, hat die Freiwillige Feuerwehr Karben eine besondere Kooperation geschlossen. Zur Unterstützung bei Flächenbränden in Wald und Flur stehen den Brandschützern ab sofort Wassertransportfahrzeuge der Lade- und Transportgemeinschaft Wetterau West (LTG) zur Verfügung.

Diese gewaltigen Tanklastzüge mit einem Füllvolumen von 30 000 Litern kommen häufig in der Landwirtschaft zum Einsatz. Neben Wasser wird darin zum Beispiel Flüssigdünger transportiert.

Mit der Anfrage nach einer Zusammenarbeit habe die Feuerwehr offene Türen eingerannt, betont LTG-Geschäftsführer Christian Kliem vom Margarethenhof in Kloppenheim. Schon aus Familientradition ist er der Feuerwehr verpflichtet. Schließlich ist der Landwirt der Enkel des ersten Karbener Stadtbrandinspektors Willi Kliem.

„Als Zusammenschluss von 160 Landwirten haben natürlich auch wir ein Interesse daran, dass uns im Brandfall schnell und unkompliziert geholfen wird“, erklärte Kliem am Dienstag in der Feuerwehrwache Karben-Mitte, wo die Kooperation symbolisch in Kraft trat. „Drei unserer Transportfahrzeuge stehen im Ernstfall bereit. Standort ist der Margarethenhof in Kloppenheim. Die Alarmierung erfolgt über eine Notleitung am Handy. Im Idealfall könnten wir dann innerhalb von zehn Minuten, wie die normalen Einsatzkräfte auch, am Einsatzort sein.“

Darüber dürften sich dann auch die Feuerwehrleute in Bad Vilbel freuen, denn die hat man gleich mit ins Boot geholt. Die Fläche, die mit 30 000 Litern gelöscht werden könne, ließe sich schwer abschätzen, meinte der Bad Vilbeler Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Moll. Es sei aber ein enormer Vorteil, wenn man auf die Unterstützung solcher Fahrzeuge zurückgreifen könne. „Der Sommer in diesem Jahr lässt uns über vieles nachdenken. Wir müssen schauen, dass wir für den Fall X vorbereitet sind“, gab Moll zu bedenken. Anschließend bedankte er sich für die Hilfe und Unterstützung aus Karben.

„Befüllt werden die Fahrzeuge mit Wasser aus der Kläranlage“, informierte Molls Karbener Pendant Christian Becker. „Wir haben jetzt einen Schlüssel bekommen, um Tag und Nacht Zutritt in die Kläranlage zu haben. Unsere feuerwehreigenen Tankfahrzeuge können höchstens 4000 Liter Wasser transportieren.“ Trotz der langen Dürreperiode sei bisher außer ein paar kleineren Bränden nichts Dramatisches passiert, die Kooperation mit der LTG habe sich allerdings schon positiv ausgewirkt: Der Froschteich im Klein-Kärber Wald wurde wegen Wassermangels aufgefüllt.

Bürgermeister Guido Rahn (CDU), der ebenfalls zur symbolischen Tanklaster-Übergabe gekommen war, sprach von einer lobenswerten Sache, bei der nicht jeder einfach so ohne weiteres mitmache, und schon gar nicht kostenfrei.

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