1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Karben

Grüne vertrauen Satis & Fy

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Unterhalten sich über Nachhaltigkeit: Grünen-Landesvorsitzender Kai Klose (links) und Satis & Fy-Chef Nico Ubenauf.
Unterhalten sich über Nachhaltigkeit: Grünen-Landesvorsitzender Kai Klose (links) und Satis & Fy-Chef Nico Ubenauf. © Dominik Rinkart

Der Landesvorsitzende der Grünen, Kai Klose, besuchte am Freitag das Karbener Unternehmen Satis&Fy. Bei seiner Sommertour sammelte der Politiker Eindrücke, wie die Karbener Veranstaltungsprofis mit dem Thema Nachhaltigkeit umgehen. Dabei konnte er wichtige Erkenntnisse für Partei- und Landtagssitzungen mitnehmen.

Von Dominik Rinkart

Die Bekanntschaft zwischen Klose und Satis&Fy-Chef Nico Ubenauf reicht schon zehn Jahre zurück. Seitdem wenden sich die hessischen Grünen an das Karbener Unternehmen, wenn es darum geht einen Parteitag zu gestalten. Dass die Profis für Eventtechnik schon damals auf Nachhaltigkeit setzten, ließ die Sympathien bei Klose und seinen Parteifreunden schnell steigen. „Wir haben damals etwas mehr Geld in eine wiederverwendbare Bühnenrückwand investiert und es hat sich nach drei Parteitagen amortisiert“, erzählt der Politiker.

Die Idee machte schnell Schule: So bieten Satis&Fy seitdem ihren Kunden ein wiederverwendbares Rückwandsystem mit Magnetbuchstaben an. Diese werden anschließend in Holzkisten aus nachhaltigem Baumbestand gelagert. „Wir beraten unsere Kunden ausführlich und zeigen ihnen Möglichkeiten auf, wie große Teile der Materialien wiederverwendet werden können“, berichtet Ubenauf.

Ohne Lösungsmittel

Nachhaltigkeit sei zudem auch immer mit Hightech verbunden, erklärte Marcus Stadler, Leiter des Bereiches Eventarchitektur. Entsprechend bekommt Klose beim Rundgang hochmoderne Drucker präsentiert, mit denen nahezu lösungsmittelfrei große Plakate bedruckt werden können. Stadler kommt zu dem Fazit: „Nachhaltigkeit rechnet sich immer.“ Doch er sieht auch politisch Spielraum: „Es wäre kein Problem, eine Recycling-Quote für Materialien wie Teppichboden vorzuschreiben.“

Auch aufgrund ihrer umweltfreundlichen Philosophie zählen satis&fy zu den Marktführern im Bereich Veranstaltungstechnik und wirken weltweit an den größten Veranstaltungen mit. So bildet das 1993 in einer Garage in Heusenstamm gegründete Unternehmen jährlich bis zu 20 Azubis in verschiedenen Berufen aus. 90 Prozent übernimmt die Firma – und erntet dafür Kloses Lob.

Tonnen über den Köpfen

Auch wenn der Markt für Veranstaltungstechnik derzeit boomt, bleiben Satis&Fy von Kostendruck nicht bewahrt. Dabei sei vor allem die preisdrückende Konkurrenz ein Problem. Ubenauf wünsche sich daher, dass Aufträge nicht bloß nach wirtschaftlichen Kriterien vergeben werden würden, sondern auch nach sozialen und ökologischen Aspekten. Das hätte jüngst eine Änderung des Vergabegesetzes ermöglichen sollen, berichtet Klose. Dass die Realität offenbar anders aussieht, nimmt der Politiker neugierig zur Kenntnis.

Dabei sei Qualität ein sehr wichtiger Faktor, betont Ubenauf: „Geht etwas schief, ist es den billigen Preis nicht wert.“ Denn die Veranstaltungsprofis tragen eine große Verantwortung: „Wir hängen tonnenschwere Materialien über die Köpfe hunderter Zuschauer.“

Auch interessant

Kommentare