Klein-Karbener Ortsdurchfahrt

Gute Stimmung auf gesperrter Straße

Es ist eine Seltenheit geworden, dass Bauarbeiten mal vor dem Zeitplan liegen. In der Ortsdurchfahrt Klein-Karben, die auf kompletter Länge saniert wird, ist das aber der Fall. Für die zügige Arbeit gibt es viel Lob für die Baufirma, aber nicht nur dafür.

Statt Autos im Sekundentakt, sind an diesem Morgen nur die Kratzgeräusche der Schaufeln und zwei Baufahrzeuge zu hören. In der für den Durchgangsverkehr gesperrten Ortsdurchfahrt Klein-Karbens laufen die Arbeiten zur Erneuerung von Wegen und Fahrbahn auf Hochtouren. Nahe der Hanauer Straße zeigen sich Dennis Yilmaz und Arda Gezici als eingespieltes Duo. Einer nimmt den Pflasterstein vom großen Stapel auf der Straße, der andere greift ihn und legt ihn sofort aus.

Zuvor haben Kerim Yilmaz und Alexander Sprez den Untergrund abgeschoben. „Alles ist glatt, und jetzt können wir die Steine schön auslegen“, sagen die beiden. Das alles geht fast im Eiltempo. Deshalb ist der östliche Gehweg auch schon fast verlegt.

Dass es im Ort schnell vorangeht, merken auch die Anwohner. Lorenz Hinke lobt, „diese Baufirma ist super. Die Arbeiter sind sehr zuvorkommend.“ Mit seinem Lob steht er nicht allein. Die Nachbarin von schräg gegenüber, Laura Rexteroth, sieht das genauso. „Die Bauarbeiter sind super nett. Gestern haben die mich mit meinem Kinderwagen sogar über die Baugrube gehoben.“

Diese beiden wie auch andere Anwohner reichen den Arbeitern Kaffee oder Wasser. Lorenz Hinke erzählt, dass die Männer trotz großer Hitze „einen tollen Job“ machen. „Einer wollte sich bei 36 Grad bei uns erfrischen, das haben wir ihm natürlich erlaubt.“Zwischen 6.30 und 16.30 Uhr, manchmal bis 17 Uhr, sind die Mitarbeiter der Firma Wilhelm Schütz aus Weilburg vor Ort. Während der zweite Abschnitt bis auf Kleinigkeiten fertig ist, sind die Arbeiten im dritten Abschnitt weit gediehen.

Auf der Ostseite ist der neue Gehweg bis zur Hanauer Straße verlegt. Auf der Westseite arbeiten drei Trupps: einer kratzt den alten, maroden und teilweise schrägen Gehweg weg, der zweite bereitet den Untergrund für den neuen Weg vor, und der dritte verlegt die Kantensteine.

Für die Erneuerung der Gehwege und der Haltestellen ist die Stadt Karben zuständig. Tiefbauamtsingenieur Michael Soborka ist vor Ort und zeigt sich sehr erfreut über den Fortschritt. „Wir sind dem Zeitplan deutlich voraus“, sagt er, ohne konkrete Angaben zu machen, wie lange. Der Bauleiter von Hessen Mobil, Helmut Köhler, schätzt, dass der dritte Abschnitt „voraussichtlich Mitte bis Ende Oktober“ fertig sein werde. Das wären gut zwei Monate früher als geplant, und das gewiss auch wegen des trockenen Sommers. Die Pläne der Landesstraßenbehörde Hessen Mobil, die die Decke der Landesstraße saniert, sehen eine Fertigstellung der ersten drei Abschnitte bis Jahresende vor. Der vierte Abschnitt zwischen Einmündung Rathausstraße und Kreisel sollte erst nach der Winterpause beginnen. Nun dürfte er bereits im November losgehen.

Dabei wird die Vorgehensweise beim Weiterbau geändert. Die Bauherren haben vereinbart, dass ab der Rathausstraße bis zum Kreisel „in kleineren, in sich geschlossenen Abschnitten gebaut wird“, wie Soborka sagt. Bedeutet: „Es werden die Gehwege nur soweit hergestellt, dass sichergestellt ist, dass man vor einem eventuellen Wintereinbruch fertig wird“. Im Klartext: Aufgerissene und nicht nutzbare Wege sollen vermieden werden.

Aktuell ist das anders: Denn der dritte Abschnitt ist mit rund 510 Metern, der längste der insgesamt sieben Abschnitte zwischen Ortsausgang Rendel und Gehspitz-Kreuzung. Der bleibt bis Oktober noch voll gesperrt, danach haben Anlieger wieder Zufahrt.

Ein Augenmerk in diesem Abschnitt, der den engeren Ortskern betrifft, wird auf die Zufahrten gelegt. Weil der Gehweg auf der Ostseite höher verläuft, müssen Zufahrten nachgebessert werden. „Wir finden mit den Anwohnern eine Lösung“, sagt Soborka.

So ist es auch an diesem Tag: Die Zufahrt zum Hof der Hinkes wurde leicht abgesenkt und neu gepflastert. In gut einem Monat wird das Ehepaar das Auto, das jetzt außerhalb geparkt werden muss, wieder in die eigene Garage fahren können.

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