Climair will sich weiter vergrößern

Handarbeit made in Germany

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Made in Germany wird in Zeiten der Globalisierung immer seltener. Doch in Karben gibt es ein Unternehmen, das sich noch mit diesem Qualitätsmerkmal schmücken kann. Climair produziert im Gewerbegebiet Am Spitzacker in Okarben handgefertigte Regen- und Windabweiser sowie Sonnenschutzsysteme, die weltweit verkauft werden. Tendenz steigend, daher will Geschäftsführer Guido Hommel sein Areal erneut erweitern.

Seit 1990 hat Hommel seine Firma zwischen sieben und zehn Prozent pro Jahr vergrößert. Inzwischen stehen zwei Produktionshallen auf seinem Gelände. In der einen wird die Ware für das Ausland, in der anderen für das Inland hergestellt.

„Die Produktion ist genau identisch, gleiche Maschinen, gleiche Arbeitsweise“, sagt Hommel. Als er die Maschinen für die Auslandsproduktion angeschafft hat, gab es für die Inlandsfertigung auch gleich neue. Die getrennte Produktion vereinfacht jetzt auch die Logistik.

Der Verkaufsschlager bei Climair sind die Windabweiser. „Gerade für den Lastwagen-Bereich sind wir in Amerika Marktführer“, erzählt er stolz. Rund 20 000 Teile werden pro Woche angefertigt, im Jahr also etwa eine Million. Hergestellt werden sie in Karben. „Es sind 14 Arbeitsschritte, die alle von Hand erledigt werden“, sagt Hommel. Dazu gehören unter anderem das Zuschneiden aus dem gegossenen drei Millimeter starken Acrylglas, Pressen, Fräsen sowie das Anbringen von Klebestreifen zur Befestigung, von Etiketten zur Rückverfolgung und das Verpacken. 120 Mitarbeiter sind am Standort Karben beschäftigt. Insgesamt sind es 180 Menschen, die für Climair arbeiten.

„Über 70 Prozent der Mitarbeiter sind schon zwischen zehn und 20 Jahren bei mir beschäftigt“, sagt der Inhaber. Das zeigt sich auch im Arbeitsklima, das recht entspannt und ausgeglichen wirkt.

Hommel grüßt die Mitarbeiter mit Namen beim Rundgang durch die Hallen. Bei einigen Autoherstellern werden die Windabweiser unter dem jeweiligen Firmennamen als Originalzubehör verkauft. „Für jedes Automodell fertigen wir die passenden Teile. Mehr als 2000 verschiedene Modelle haben wir derzeit“, sagt Hommel. Dafür gibt es verschiedene Kartons mit den entsprechenden Auto-Logos. Das muss dann alles separat verpackt werden. Auf Wunsch des Kunden integrieren die Mitarbeiter in die Windabweiser das Markensymbol.

Jeden Tag verlassen mehrere Paletten das Lager. Die Kunden können die Produkte dabei über mehrere Plattformen erwerben: über den Direkthandel, den Großhandel und über das Internet.

Neben den Regen- und Windabweisern und den Sonnenschutzsystemen zählen zur Produktpalette auch Heckkantenschutz, Gepäck- und Ladungs-Sicherungssysteme. Seit 44 Jahren ist Climair mit seinen Produkten inzwischen auf dem Markt vertreten. Was einst in Frankfurt als Einmannbetrieb begann, ist längst zu einer großen Firma herangewachsen. In Karben werden zwar auch Sonnenschutzsysteme hergestellt. Die Hauptproduktion der handgenähten Ware befindet sich aber in Osnabrück. 30 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

Die zweite Produktionshalle reicht Hommel allerdings nicht aus. Er will weiter expandieren. Die Halle des Vertriebs soll einen weiteren Anbau erhalten, der halb so groß wie diese ausfällt. Etwas weiter in Richtung B 3 soll dann die gleiche Halle noch einmal entstehen. Für die Produktion kommen Hommel zufolge dann noch einmal 30 Mitarbeiter nach Karben.

Für diese benötigt er auch noch Parkplätze, die ebenfalls bereits eingeplant sind. Seit Januar 2014 beschäftigt sich der Inhaber schon mit den Erweiterungsmaßnahmen und hofft, dass er diese bald umsetzen kann. Damit der Standort in Karben und die Arbeitsplätze dauerhaft gesichert bleiben.

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