Im Karbener Naturerlebnisgarten

Hohler Baumstamm als Heim für die fleißigen Bienen

Ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Karben, der Kelterei Rapp’s und des Naturschutzbundes Karben (Nabu) soll den natürlichen Lebensraum für Bienen wieder herstellen. Am Wochenende konnten Bürger beim Aufbau einer Klotzbeute im Rapp’s-Naturerlebnisgarten direkt dabei sein.

Es ist die Errichtung der dritten Klotzbeute in Karben. Doch was ist das eigentlich? Eine Klotzbeute ist eine natürliche Bienenbehausung, die aus ausgehöhlten Baumstämmen gefertigt wird. Sie gehört zu den ältesten, von Menschenhand gebauten, Bienenunterkünften.

Die Klotzbeute wird in einer Höhe von sechs Metern an einem Baum angebracht. „Denn die Biene sucht sich ihre natürlichen Nistplätze in dieser Höhe“, weiß Moses Mrohs, Mitbegründer der Initiative Bienenbotschaft.

Aber wozu der Aufwand, wenn doch Jahrzehnte lang die Nistplätze nur knapp über dem Boden bei den Imkern waren? Der Grund für das Umdenken liegt im großen Bienensterben: „Die Biene ist unser drittwichtigstes Nutztier und wir müssen uns um sie kümmern“, erläutert Moses Mrohs.

Bürgermeister Guido Rahn (CDU) hofft schon jetzt auf Nachahmer. Die Stadt Karben sei hier in einer Vorreiterrolle. „Man denkt immer, die Bienen sind so klein und es gibt so viele davon. Aber das ist der Fehler“, sagt Rahn. Denn ohne Bienen werden die Blüten nicht mehr bestäubt. „Als Kelterei sind die Bienen für uns natürlich auch wichtig und es ist toll so einen kleinen Beitrag leisten zu können“, erläutert Michael Schneider von der Kelterei Rapp’s. Sie hat ihren Sitz direkt neben dem Garten.

Moses Mrohs erklärt: „Die Biene wurde 150 Jahre lang von uns Menschen domestiziert, um die Honiggewinnung zu erleichtern. Aber wir wollen der Biene ihren natürlichen Lebensraum zurückgeben und wir begleiten sie dabei.“ In den ausgehöhlten Baumstamm, der Klotzbeute, werden Kräuter oder Honigwaben befestigt, damit der Späher des Bienenschwarms den möglichen Nistplatz auch ausfindig machen kann.

„Es ist mir zu einer Herzensangelegenheit geworden Honigbienen zu helfen“, sagt Antonio Gurliaccio, Gründer der Bienenbotschaft. Seit 2012 ist er Zeidler, sprich: er gewinnt Honig von wilden oder halbwilden Bienenvölkern (die FNP berichtete).

Gurliaccio bringt mit Martin Götz, Inhaber der ortsansässigen Baumpflege-Firma Götz, die Klotzbeute baumschonend an. „Bei dem Befestigungsvorgang verletzen wir den Baum nicht. Denn der Wirt, also der Baum, muss gesund bleiben“, so Götz.

Zur Klotzbeute wurde auch ein kleines Plateau erreichtet, um später die Möglichkeit zu haben nach den Bienen zu schauen. „Es ist toll, dass wir mit einer kleinen Anschubfinanzierung etwas gegen das dramatische Insektensterben tun können“, findet Hildegard Will vom Naturschutzbund.

Die Besucher sind von dem Projekt ebenfalls begeistert. Antje Heidl-Weil aus Karben weiß vom Bienensterben, das unter anderem verursacht wird durch die vielen Pestizide. „Und deshalb ist es gut durch solche Aktionen die Bienen zu unterstützen.“

Auch Karin Baumgartl ist angetan: „Es ist wirklich spannend diesen Vorgang mitzubekommen und dann habe ich gleich genügend Informationen.“ Sie betreut den Erlebnisgarten ehrenamtlich.

„Ich befasse mich schon länger mit dem Gedanken die Technik der Klotzbeute auch bei mir zu übernehmen und deshalb bin ich heute hier, um es mir mal in echt ansehen zu können“, erläutert der Friedberger Imker Dieter Engisch. Birgit Petri, die auch Führungen im Erlebnisgarten anbietet, ist zufrieden: „Die Bienenbotschaft hat mich überzeugt, es ist plausibel und einfach eine gute Sache“.

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