Kurt-Schumacher-Schule

Jugendliche werden belohnt

Eine besondere Veranstaltung fand in der Karbener Kurt-Schumacher-Schule statt. Jugendliche, die erst kurz in Deutschland leben, haben sich ihr Diplom in deutscher Sprache verdient. Schule und Politik wollten außerdem zeigen, dass in Hessen jeder willkommen sei. Deshalb ließ es sich der Kultusminister des Landes, Ralph Alexander Lorz (CDU), nicht nehmen, die Ehrungen persönlich vorzunehmen.

Von Niklas Mag

Leider konnte der Minister der Feier nicht von Anfang an beiwohnen, denn eine Vollsperrung auf seiner Anfahrtsroute verhinderte ein frühzeitiges Ankommen. „Wir planen das Programm jetzt einfach etwas um, das ist kein Problem“, sagte Schulleiter Franz Wild zu Beginn seiner Begrüßung. Die Bläserklasse 5 unter Leitung von Claus Carsten Behrendt eröffnete die Verleihung musikalisch mit dem „Kleinen Einzugsmarsch“ von Peter Williams. „Heute wollen wir die Leistung von Schülerinnen und Schülern ehren, die erst vor Kurzem nach Deutschland gekommen sind, um ihre neue Heimat zu finden.“ Auch dankt Wild der Lehrerin Beatrix Rinkart, die sich mit großem Engagement für die Schüler eingesetzt und sie auf die Prüfung vorbereitet habe.

„Sie standen Ihren Schützlingen in allen Bereichen zur Seite und haben es immer geschafft, sie zu motivieren“, sagt Franz Wild zu ihr. Das Deutsche Sprachdiplom (DSD) zeigt mit Prüfungen und sechs verschiedenen Niveauabstufungen die Deutschfertigkeiten eines Schülers. Ulrich Dronske ist der DSD-Projektleiter für das Inland bei der Zentralstelle für Auslandsschulwesen. „Oscar Wilde hat einmal gesagt, das Leben sei zu kurz, um Deutsch zu lernen. Ich möchte euch damit noch einmal ganz herzlich gratulieren“, so Dronske zu den Diplomanden. „Einige von euch haben Deutsch gelernt, ohne, dass sie überhaupt sicher sein konnten, bleiben zu dürfen. Das sind keine besonders motivierenden Bedingungen, eine Sprache zu lernen“, fand er.

„Ihr erhaltet heute ein hochwertiges und international anerkanntes Zertifikat.“ Deutschland sei ein offenes und tolerantes Land. Der Fußballverein Eintracht Frankfurt sei ein gutes Beispiel aus der Region, um das deutlich zu machen. „Ein transkulturelles Unternehmen, das es deswegen sehr weit gebracht hat“, erklärte Ulrich Dronske. Nachdem der Schüler Timotheos Kyriakidis seine beeindruckenden Fähigkeiten im mehrstimmigen „Beatboxing“ gezeigt hatte, war der zwischenzeitlich eingetroffene Kultusminister Ralph Alexander Lorz bereit für seine Rede und betrat sogleich das Rednerpult.

„Ich hoffe, Timotheos kann mir da nachher ein bisschen was beibringen“, witzelte er zu Beginn. Auch er gratulierte den Diplomanden und gab einen Überblick über die Leistung der Jugendlichen. „Es ist eine großartige Leistung, in der Prüfung geht es um Textverständnis, freies Sprechen. Und Texte müssen in verschiedenen Formen geschrieben werden. Wer selber einmal eine Fremdsprache gelernt hat, weiß, wie schwierig das ist“, so der Minister. Ursprünglich sei das DSD nicht für das Inland geplant gewesen, doch vor wenigen Jahren habe die Kultusministerkonferenz dies auf den Weg gebracht, erklärt er.

Christopher Textor, Referatsleiter beim Kultusministerium, sah den Grund dieser Veranstaltung vor allem in einer hessischen Offenheit begründet: „Ein Drittel aller Sprachdiplome werden in Hessen abgeschlossen“, erklärte er. 317 seien es in diesem Jahr im Land, 1100 in der gesamten Republik. Die 317 hessischen Diplome seien an 29 Schulen bestanden worden. Außerdem seien sie an Schüler aus 38 verschiedenen Nationen vergeben worden.

„Ein Dank geht auch an Sie, Herr Wild, dass Sie sich so für diese jungen Menschen einsetzen und eine wunderbare Willkommenskultur an Ihrer Schule leben.“ Auch die Diplomanden selbst wollten ihre neuen Kenntnisse präsentieren. So sagte jeder von ihnen ein paar Sätze über das Erlernen der deutschen Sprache, die den Jugendlichen bemerkenswert leicht über die Lippen kamen. Das Beherrschen von Artikeln und Pronomina sei schwer gefallen, erzählten sie. Doch habe man einmal die Struktur der Sprache verstanden, sei es schnell aufwärts gegangen. Den Lohn dafür bekamen sie an diesem Tag vom hessischen Kultusminister sowie dem Dezernenten Helmut Betschel (Grüne) vom Wetteraukreis und Schulleiter Franz Wild in Form des Sprachdiploms überreicht.

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