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Atif Virk, der Vorsitzende der Karbener Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde, zeigt auf den Rohbau. Im Gewerbegebiet in Okarben bauen die Karbener Moslems eine Moschee, die im Herbst fertiggestellt sein soll.

Gebetshaus für Muslime

Rohbau der Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde steht - Bald ist Einweihung

Die in Karben lebenden Muslime erhalten ein Gebetshaus. Das Zentrum der Ahmadiyya-Gemeinde im Okarbener Gewerbegebiet Spitzacker steht im Rohbau. Bald ist Einweihung. 

Karben - Am späten Nachmittag dieses Montags ist die Baustelle verwaist, die Umzäunung ist verschlossen. Doch auch von außen ist gut erkennbar, was sich am Spitzacker 18a tut. Der Rohbau für die Moschee der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde steht.

Ein Jahr ist vergangen, seit die Arbeiten dort begonnen haben. Besonders schnell ist das nicht. Dafür hat der Vorsitzende der Gemeinde, Atif Virk, eine ganz einfache Erklärtung: "Die Moschee wird mit vielen freiwilligen Helfern gebaut." Viele Gemeindemitglieder packen mit an. Da sie aber berufstätig seien, kämen sie zu unterschiedlichen Zeiten. Mal seien mehr, mal weniger auf der Baustelle. Aber hin und wieder auch niemand. "Samstags sind schon mal fünf bis acht Leute im Einsatz", sagt Virk. Insgesamt strebe man an, dass man als Gemeinde 80 Prozent der Arbeiten in Eigenarbeit durchführt. So war es beim Rohbau, der bis auf wenige Kleinigkeiten fertiggestellt worden ist.

Ahmadiyya-Gemeinde: Gebetshaus neben Firmen

Ab Mitte Mai sollen nun Fachfirmen für Putz und Sanitär die Arbeiten zügiger voranbringen. Ab Juni sollen die Fenster eingebaut und das Dach ausgebaut werden. Die Arbeiten stehen unter Leitung des Bauingenieurs Saeed Gessler. "Der Mann hat Erfahrung. Er hat bestimmt schon 20 Moscheen gebaut", sagt der Gemeindevorsitzende nicht ohne Stolz. Angestellt ist Gessler bei der Trägergesellschaft der Ahmadiyya Muslim Jamat. Mit der regionalen Organisation ist der Bau der Karbener Moschee abgestimmt.

Das Gebetshaus entsteht an einem eher ungewöhnlichen Ort, nämlich in einem Gewerbegebiet zwischen der Baufirma Linke und dem alteingesessenenen Unternehmen ClimAir. "Das knapp 900 Quadratmeter große Grundstück ist uns 2013 von der Stadt angeboten worden", erinnert sich der Vorsitzende.

Genehmigt und geplant ist ein 130 Quadratmeter großer Gebetsraum in Form eines Oktagons, in dem etwa 90 bis 100 Menschen Platz haben. Daran schließt sich ein Gemeinderaum mit Küche an. "Wir wollen hier keinen Prunkbau errichten", sagt Virk, sondern einen Treffpunkt zum Gebet für unsere Gemeinde. Das einstöckige Gebäude soll zwei Minarette und eine Kuppel in der Mitte enthalten. Innen sollen Gebetsteppiche liegen, und an den Wänden Schriftzeichen aus dem Koran. Zudem würden in die Fenster Gottesnamen und deren Eigenschaften beinhalten.

Ahmadiyya: Stellplatzfrage geklärt

Größer als der jetzige Standort im Alten Rathaus in Klein-Karben wird der Bau in Okarben allemal sein. Die Gemeindemitglieder könnten in Klein-Karben mit Rücksicht auf die Nachbarn nur sehr selten zum Gebet kommen. Das soll sich in Okarben ändern. Die meisten Gläubigen werden laut Virk freitags zwischen 13 und 15 Uhr erwartet, außerdem gebe es am Abend noch zwei Gebete. Unter der Woche werde die Moschee morgens und abends zum Gebet offenstehen.

Allzu großen Andrang erwartet der Vorsitzende aber nicht. Zum Freitagsgebet allenfalls 60 bis 70 Leute, schätzt er. "Viele werden zu Fuß kommen." Die Familien känmen mit Autos. Dass Atif Virk das erzählt, hat seinen Hintergrund. Der Moscheebau war wegen angeblich fehlender Parkplätze lange umstritten. Nach der alten Stellplatzsatzung hätte die Gemeinde lediglich fünf Parkplätze nachwiesen müssen. Doch dann kaufte sie noch einen Grundstücksstreifen entlang der Straße hinzu. "Wir werden im Endausbau 16 Parkplätze nachweisen können", sagt der Vorsitzende. Das sei ausreichend, da gut die Hälfte der etwa 170 Gemeindemitglieder aus Okarben stamme und zum Gebet einen Spaziergang unternehmen werde. Zur Gemeinde gehören laut Virk neben Karbenern auch eine Familie aus Nieder-Wöllstadt sowie drei Familien aus Nidderau. Inzwischen sei auch mit den Nachbarn alles geklärt, sagt Virk. "Es gibt keinen Rechtsstreit mehr." Ein wenig gedauert hat, dass bei der Baugenehmigung noch ein Papier gefehlt habe – offenbar die Teilungserklärung. Denn, so sagt Virk, "die Straße gehört jetzt allen. Wir sind eine Eigentümergemeinschaft". Damit dürfte es keine Probleme mehr wegen der Anfahrt geben.

Im Oktober dieses Jahres soll der Moscheebau fertiggestellt sein. Dann erwartet die Karbener Muslimische Gemeinde hohen geistlichen Besuch: das weltweite Oberhaupt der Ahmadiyya-Gemeinden, Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, der im Juni 2016 bereits den Grundstein gelegt hatte, kommt Nach Karben.

von Holger Pegelow

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