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Wer nicht mit dem Stadtbus, sondern mit dem Auto zur S-Bahn fährt, muss voraussichtlich ab Juni auf dem Park-and-Ride-Platz Gebühren zahlen. Die Stadt hat die Parkscheinautomaten schon bestellt.

Ab 1. Juni

Karbener Bahnhof: Park-und-Ride-Platz wird bald kostenpflichtig - das hat seinen Grund

Die Stadt macht bald ernst: Ab Juni wird das Parken auf den Pendlerparkplätzen am Groß-Karbener Bahnhof Gebühren kosten. Die Parkscheinautomaten sind schon in Arbeit.

Karben - Wer mit dem Auto morgens nicht schon ganz früh, also bis etwa 7.30 Uhr, am Karbener Bahnhof ankommt, findet keinen Parkplatz mehr. Selbst in der zweiten Osterferienwoche sind die 322 Stellplätze rund um den Bahnhof auf beiden Seiten der Strecke komplett belegt. Das hat sicher nicht zuletzt auch damit zu tun, dass das Parken hier völlig kostenfrei ist. Den ganzen Tag über können die Frankfurt- und Friedberg-Pendler ihre Karossen auf den schön angelegten Plätzen stehen lassen – und das auch noch videoüberwacht.

Wer nun aber glaubt, dass weitgehend Auswärtige – etwa aus dem östlichen Wetteraukreis oder dem Main-Kinzig-Kreis – mehrheitlich mit dem Auto zum Karbener Bahnhof rollen, sieht sich getäuscht. "Wir haben eine neue Kennzeichenüberprüfung durchgeführt. Derzufolge stammen mehr als 70 Prozent der Fahrzeuge aus Karben selbst", sagte Bürgermeister Guido Rahn in einer Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Infrastruktur.

Die 70 Prozent plus sind eine massive Steigerung gegenüber November 2013: Vor fünfeinhalb Jahren stammten laut Verkehrsexperte Ekkehart Böing noch rund 50 Prozent der Fahrzeuge aus Karben selbst.

Freie Plätze im Bus

Anscheinend sind die Karbenerinnen und Karbener also bequemer geworden und fahren lieber mit den eigenen vier Rädern zur S-Bahn als mit den Stadtbussen. Die sind zwar morgens und abends auch gut besetzt, dennoch sind auch in den Linienbussen 72, 73, 74 und X 27 immer wieder viele Sitzplätze frei.

So viel Komfort in Sachen Parkplatz ist selten geworden und dürfte in der Wetterau ziemlich einmalig sein. Doch damit ist in wenigen Wochen Schluss. Denn die Stadt setzt einen Beschluss des Stadtparlaments um. Demzufolge muss sie von den Nutzern des P+R-Platzes künftig Gebühren erheben. Anlässlich der Haushaltsberatungen im Dezember lagen gleich vier verschiedene Anträge vor, auf den Stellplätzen Gebühren zu erheben. Zur Höhe gab es Vorschläge, ebenso dazu, nicht den gesamten Parkplatz am Bahnhof mit Gebührenpflicht zu belegen.

Letztlich lautete der Beschluss, die Stadt soll am Bahnhof die sogenannte Parkraumbewirtschaftung einführen – also schlicht Gebühren zu erheben. Und die werden nach Angaben von Stadtsprecher Hans-Jürgen Schenk kommen. Die Parkscheinautomaten seien bestellt und würden voraussichtlich Mitte Juni geliefert. Die Tageskarte soll dann von montags bis freitags 1 Euro kosten, eine Monatskarte ist für 15 Euro zu haben. Wie Schenk weiter mitteilt, sollen die erste Stunde sowie das Parken an Samstagen, Sonn- und Feiertagen gebühren frei bleiben. Hinsichtlich der Höhe der Tagesmiete folgt die Verwaltung damit dem CDU-Vorschlag. Beim Monatsticket liegt man drei Euro höher als der CDU-Vorschlag.

Teurer als in Bad Vilbel

Die künftigen Gebühren liegen in Karben damit doppelt so hoch wie in Bad Vilbel. Am dortigen Bahnhof kostet das Parken auf der Westseite 50 Cent pro Tag.

Die Stadt will mit der Einführung der Gebühren einen Anreiz schaffen, auf die Stadtbusse umzusteigen und gleichzeitig den Parkdruck etwas herausnehmen. In der Vergangenheit hatte sie den von einigen Parlamentartiern geforderten Ausbau des Park-and-Ride-Platzes mit Blick auf die Stadtbusse abgelehnt. Es sei sehr genau abzuwägen, ob weitere Investitionsmittel für den Bau von geforderten 50 Stellplätzen verwendet werden sollen, wo doch die Stadt den 30-Minuten-Takt der Stadtbuslinien, den AST-Verkehr und den Regionalbus mit rund 230 000 Euro im Jahr bezuschusst. Ein Ausbau des P+R-Platzes habe nämlich durchaus Wechselwirkungen auf die Fahrgastzahlen der Busse. Mit einem Ausbau des Parkplatzes am Bahnhof könnte die Stadt den von ihr bezuschussten Busverkehr schwächen, "obwohl wir ihn eigentlich stärken wollen".

von Holger Pegelow

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