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Hofladen-Mitarbeiterin Elena Grünwald lässt zahlreiche bunte Ostereier über die Ladentheke gehen. Die Nachfrage sei groß und die Folgen des verheerenden Brands fast überwunden.

Große Eier-Nachfrage

Das erste Ostern nach dem Großbrand: Auf dem Margarethenhof herrscht fast Alltag

Nach dem verheerenden Brand auf dem Margarethenhof im vergangenen Herbst, hat sich wieder der Alltag auf dem Hof eingestellt. 

Karben - Von einem Stapel zum nächsten eilt Karl Wilhelm Kliem am Montagnachmittag. Der eine besteht aus aufgetürmten Paletten mit bunt bemalten Ostereiern. 100 Stück hat Erwin Fritzel für seinen kleinen Laden auf dem Lindenhof in Ober-Eschbach bestellt. "Hier sind die Eier einwandfrei und vor allem kriegt man vor Ostern noch welche", sagt er entspannt. Der zweite Stapel, der an diesem Nachmittag auf Karl Wilhelm Kliem wartet, ist allerdings nicht ganz so hübsch anzusehen wie die leuchtenden Ostereier. Denn dieser besteht nur aus Papier: "Wir wollen den Stall eins zu eins wieder aufbauen, so wie er vor dem Brand dort stand und auch genehmigt war. Trotzdem müssen wir jetzt durch alle Genehmigungsverfahren noch mal neu durch", erklärt er.

Rückblick: Am 2. November 2018 geriet ein Stall des Margarethenhofs in Brand. Etliche Hühner starben, der Schaden war enorm.

Ganze 14 Behörden seien es, die zu dem neuen Stall gehört werden müssen. "Das hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie möchte außerdem eine neue Windausbreitungsberechnung haben. Das kostet Geld und Unmengen Zeit und das obwohl die zuvor genutzte Prognose jahrelang in Ordnung war", ärgert sich Kliem. "Dann wundern sich aber alle, wenn sich die Hauptproduktion von Eiern ins Ausland verlagert."

Unglaubliche Mengen

Weniger als 20 Prozent der in Hessen benötigten Eier, würden in Hessen selbst gelegt werden. "Vor dem Brand haben wir rund 60 000 Eier täglich produziert. Aber das sind nicht einmal zwei Prozent von dem, was allein im Rhein-Main-Gebiet täglich benötigt wird", gibt Karl-Wilhelm Kliem zu bedenken. "Wir vergessen manchmal, welche unglaublichen Lebensmittelmengen in so einem Ballungsraum verbraucht werden", findet er.

Karl Wilhelm Kliem und sein Hof haben schwere Monate hinter sich. Doch den großen Bedarf an Ostereiern werden sie stemmen können.

Zu Ostern ziehe die Nachfrage natürlich noch mal ordentlich an. "Nach dem Brand schaffen wir nur noch rund 40 000 Eier täglich. Wir würden momentan einen echten Engpass haben, doch einer unserer Großkunden, der sonst ein Viertel unserer Eier kauft, verzichtet vorerst auf seine Lieferungen. So können wir alle anderen Kunden versorgen", erläutert Kliem.

Die Legeleistung der Hühner sei gut, ein Indiz dafür, dass es den Tieren gut gehe. Der Margarethenhof setzt auf Bodenhaltung, um die benötigte Zahl an Eiern gewährleisten zu können. Diese Haltung steht nicht selten in der Kritik, doch stehe das Wohl der Tiere immer im Vordergrund, erklärt Kliem, während er den großen Stall hinter dem Hof aufschließt. 12 000 Hühner leben in der gigantischen Halle, können sich aber auch in den Wintergarten begeben. Die Luft ist zwar recht staubig und die Hühner laut, doch fällt sofort auf, dass es in dem Stall trotz der vielen Tiere völlig neutral riecht.

Haltbar dank Farbe

Die Ställe sind auf dem neuesten technischen Stand, sagt Kliem, zudem gibt es auf dem Hof immer wieder angekündigte und unangekündigte Kontrollen. Mit dem Neuaufbau des abgebrannten Stalls wird der Hof wieder über rund 60 000 Legehennen verfügen, die täglich zwischen sieben und acht Tonnen Futter verbrauchen. Große Teile des Futters importiert Kliem derzeit von der Donau, doch möchte er bald damit beginnen, dieses selbst anzubauen. "So haben wir eine noch bessere Kontrolle über die Qualität."

Die Qualität der Eier schätzen vor allem die Kunden, die den Margarethenhof besuchen. Und die wollen zu Ostern vor allem eines: bunte Farben. Gefärbt werden die Eier für Ostern von einem Betrieb in Nordhessen. Und das hat nicht nur optische Gründe: "Das Ei altert durch einen gewissen Gasaustausch. Die Farbe verschließt die Schale aber, sodass gefärbte Eier mehrere Monate lang haltbar sind", weiß Karl Wilhelm Kliem. Und der Stapel mit den bunten Eiern im Hofladen muss ständig nachgefüllt werden: "Kurz nach dem Brand war es recht leer hier. Doch mittlerweile kommen extrem viele Kunden zu uns, auch viele neue Kunden. Wir verlieren durch den Brand einen sechsstelligen Betrag und müssen alle Investitionen erst mal verschieben", rekapituliert der Hofbesitzer. "Doch die Kunden sind uns treu und das ist uns sehr viel wert. Wir kriegen das hin!" Im September soll der neue Stall stehen und die ersten Hühner einziehen.

von Niklas Mag

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