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In drei der sechs neuen Gebäude auf dem Gelände des alten Sportplatzes in Groß-Karben stehen viele Wohnungen leer. Laut Immobilienverwaltung Keller sind rund 20 Prozent verkauft.

Trotz bester Lage

Luxuswohnungen "Am Park" in Karben stehen leer - keiner will die Miete zahlen

Dort, wo früher Fußball gespielt wurde, sind Reihen- und Mehrfamilienhäuser entstanden. Aber manche wundern sich, dass angesichts des großen Drucks auf den Immobilienmarkt viele Wohnungen auf dem Ex-KSG-Sportplatz leer stehen. Das scheint seine Gründe zu haben.

Wer das Online-Immobilienportal nach "Wohnung mieten in Karben" durchsucht, stößt gleich auf "Wohnen am Park". 21 dieser Neubauwohnungen werden angeboten. In ganz Karben werden aktuell insgesamt 34 Mietwohnungen angeboten. Die 21 offerierten Wohnungen befinden sich in den drei Mehrfamilienhäusern im August-Buß-Weg, die im Zuge der Bebauung des Geländes zwischen Bahnhofstraße und Park in Groß-Karben errichtet worden sind.

Während die ebenfalls erbauten Reihenhäuser komplett belegt sind, ist man in den Mehrfamilienhäusern weit davon entfernt. In Haus Nummer 2 ist etwa lediglich an zwei von elf Klingelschildern ein Name zu sehen.

Über den Leerstand wundert sich Leser Hans Rainer Traub in einer Zuschrift an diese Zeitung. Die dort seit November 2018 fertiggestellten Häuser hätten nur sehr wenige Bewohner. In zwei Mehrfamilienhäusern auf der Westseite des Geländes wohnten nur zwei Familien, obwohl pro Haus zwölf Wohnungen zur Verfügung stünden. "In der ganzen Wohnanlage ist der Bezug der Wohnungen sehr dürftig." 

Leerstand der Wohnungen "Am Park" war auch Thema im Ortsbeirat Groß-Karben

Als Bewohner des Ortsteils Groß-Karben, der auch dem nun nicht mehr vorhandenen Sportplatz nachtrauere, sehe er diese Entwicklung mit Unmut. Was der Leser nicht verstehen kann, ist, dass "einerseits dringend Wohnraum benötigt" wird, aber "andererseits hier Neubauwohnungen leer stehen".

Der große Leerstand war auch den Mitgliedern des Ortsbeirats Groß-Karben bei deren Ortsbegehung aufgefallen. SPD-Beirat Hans-Jürgen Kuhl findet das "unerfreulich", kann sich den Grund aber erklären: Laut Immoportal würden ab elf Euro je Quadratmeter verlangt. "In den oberen Etagen sind es auch leicht zwölf Euro." Das sei zwar keine gute Entwicklung, aber man könne einem privaten Vermieter nicht vorschreiben, wie viel Miete er verlange.

Liest man das Expose, lässt sich ahnen, warum hier Kaltmieten verlangt werden, die deutlich über der Durchschnittsmiete in Karben von 7,90 Euro liegen. Dort wird von "hochwertigem Eichenparkettboden", Fußbodenheizung, bodentiefen Fenstern und einer zusätzlichen Belüftung gesprochen. Zudem seien die Eingangstüren einbruchshemmend ausgeführt. "Im Erdgeschoss sind alle Fenster abschließbar, die Wohnungen verfügen zusätzlich über einen Gartenanteil." 

Wohnungen in Karben stehen leer: Keine Haustiere in den neuen Mehrfamilienhäusern erlaubt

Zuständig für die Vermietung der Wohnungen ist die Immobilienverwaltung Keller. Inhaber Günter Keller verweist auf Anfrage auf eine "sehr gute Ausstattung". Zudem seien sie nach dem Niedrigenergiestandard gebaut worden. Das spare auf lange Sicht viel Energiekosten. Als Kaltmiete gibt Keller zwischen elf und 13 Euro an. "Bei den großen Vierzimmerwohnungen im Dachgeschoss versuchen wir 13 Euro zu erlösen."

Dass noch so viele Wohneinheiten leer stehen, täuscht aus seiner Sicht. "Wir haben täglich fünf bis zehn Anfragen." Mit den Mietinteressenten, die nach der Selbstauskunft infrage kämen, vereinbare man samstags einen Besichtigungstermin. Schwierig sei die Vermietung besonders aus einem Grund: "Der Eigentümer möchte keine Haustiere haben" – wegen der hochwertigen Parkettböden. Dennoch gibt er sich optimistisch: "Bis Ostern werden wir die Vollvermietung erreicht haben."

Im Ballungsraum Rhein-Main wird das Wohnen für Normalverdiener immer unerschwinglicher. Mieterbund und Hauseigentümerverband Haus und Grund fordern deshalb den Bau von Dienstwohnungen und Wohngeldzuschüsse.

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