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Die B3 bei Wöllstadt ist ein Hotspot in Sachen Müll. In dieser Woche soll es eine erste Abfallsammlung geben, verspricht Hessen Mobil.

Schlachtabfälle und Tierkadaver

In der Wetterau vermüllen die Straßen – Hessen Mobil verspricht Abhilfe

Dieser Tage, als es windig war, ist es besonders aufgefallen: Entlang der B 3 fliegen zahlreiche Plastiktüten durch die Luft. Neben der Fahrbahn häuft sich Müll. Das zeigt sich vor allem an der Ortsumgehung von Wöllstadt und weiter Richtung Karben. Aufräumarbeiten sind geplant, das Problem wird dadurch aber nicht wirklich gelöst.

Karben - Links Müll, rechts Müll – und es wird immer schlimmer. Marcel Ranosch aus Niddatal fährt jeden Tag die Wöllstädter Ortsumgehung. Am schlimmsten, sagt er, ist es hinter dem Erdwall.

Es ist nicht nur bei Wöllstadt so. Im Moment ist es recht auffällig: Auch entlang vieler Straßen in Karben und Bad Vilbel, vor allem an der B 3, liegen Plastiktüten, Papierbecher, teilweise vollgestopfte Müllsäcke.

Bei Hessen Mobil kennt man das Problem. Die Behörde ist unter anderem zuständig für die Reinigung der Bundes- und Landestraßen – und, sagt Pressesprecherin Cornelia Höhl: Das Problem sei nicht neu, "es besteht leider schon seit Jahrzehnten". Allerdings sei das Müllaufkommen in den vergangenen Jahren tendenziell gestiegen. "Bedauerlicherweise entsorgen sehr viele Verkehrsteilnehmer ihren Abfall nicht ordnungsgemäß, werfen ihn unterwegs einfach aus dem Fenster oder stellen ihn unerlaubt auf einem Straßengrundstück ab."

Müll entlang der B3 in der Wetterau: Sogar Schlachtabfälle und Tierkadaver werden dort weggeworfen

Dazu zählte nicht bloß aus dem Fenster geworfener Müll: "Neben Verpackungsmüll werden auch ausgesonderte Elektrogeräte, Autoteile, Möbel und Sondermüll, bisweilen sogar Schlachtabfälle und Tierkadaver beseitigt."

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Das Bild, das sich entlang der B 3 bietet, soll sich aber bald ändern: In dieser Woche, heißt es, beginnen im Bereich der Straßenmeisterei Friedberg die Abfallsammlungen, die bis Ende des Monats abgeschlossen sein sollen. In diesem Zuge werde auch an der Strecke bei Wöllstadt und Karben aufgeräumt. 

Müll entlang der B3 in der Wetterau wird nur einmal im Jahr bei Großputzaktion beseitigt

Wie Höhl berichtet, werde aus wirtschaftlichen Gründen einmal im Jahr in einer groß angelegten Reinigungsaktion der Müll an den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in Hessen eingesammelt – "meist kurz vor dem ersten Mähschnitt der Straßenränder".

Und: "Im Verlauf des Jahres folgen punktuell je nach Ausmaß der Verschmutzung weitere Müllsammlungen", sagt Höhl. "Für die ›Großputzaktion‹ sowie die regelmäßige Müllentsorgung auf den Rastanlagen werden Fachfirmen beauftragt." Zudem seien Autobahn- und Straßenmeistereien von Hessen Mobil ganzjährig im Rahmen ihrer Streckenkontrollen im Einsatz, um Müll zu entsorgen.

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Die B 3/B 45-Ortsumgehung Wöllstadt zähle zu den Strecken mit einem "auffällig hohen Müllaufkommen", hier "wird die Streckenreinigung sogar zweimal im Jahr – in der Regel im Frühjahr und Herbst – durchführt." Besonders betroffene Abschnitte würden auch noch ein drittes Mal im Jahr gereinigt.

Übrigens, sagt Höhl: Der Aufwand, für den die illegale Müllentsorgung bei der Behörde sorgt, sei enorm. Und dementsprechend auch die anfallenden Kosten. 2017 seien bei der Landesverkehrsbehörde Hessen Mobil rund 26 000 Arbeitsstunden angefallen. 

Müllbeseitigung entlang der B3 kostet jedes Jahr Millionen 

"Die Summe der Eigen-Personalstunden 2018 für Abfallsammlung beträgt ca. 24 800 Sunden. Die Angaben beziehen sich nur auf das Personal von Hessen Mobil. Hinzu kommen Kosten für die Beauftragung von Fachfirmen und die allgemeine Abfallentsorgung. In den vergangenen sechs bis sieben Jahren sind die Kosten der Fremdunternehmerleistungen sukzessive von 2 auf 3 Millionen Euro gestiegen.

" Zwar gebe es regelmäßige Initiativen, mit denen dafür gesorgt werden solle, dass die Straßen müllfrei seien (bspw. "Sauberhaftes Hessen"), dennoch: "Ohne ein Umdenken bei den Verkehrsteilnehmern wird dies nicht gelingen können", sagt Höhl. "Der ›wilde Müll‹ an Straßenrändern und auf Rastanlagen ist ein gesellschaftliches Problem", das nicht bloß durch Müllsammelaktionen und die Behörde gelöst werden könne.

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