Wer sich künftig im Karbener Hallenbad tummeln möchte, muss tiefer in die Tasche greifen.

Schwimmen wird teurer

Karben: Stadt will Eintrittspreise für das Hallenfreizeitbad deutlich erhöhen

Wer in Karben künftig ins Hallenfreizeitbad will, muss mehr Eintritt bezahlen. Der Magistrat bringt zur nächsten Sitzung der politischen Gremien den Antrag ein, die Einzelpreise fürs Schwimmen und Schwitzen anzuheben. Die Erhöhung fällt zweistellig aus.

Karben - Es ist ein kleines, kommodes Familienbad, das da im Karbener Stadtzentrum in Höhe der Gehspitze auf seine Bade- und Saunagäste wartet. Nachdem es vor vielen Jahren umfassend saniert wurde und zwischenzeitlich viele Besucher in die Bäder der umliegenden Kommunen abgewandert waren, verzeichnet das Karbener Hallenfreizeitbad wieder steigende Besucherzahlen. In Kürze wollen die das Bad betreibenden Stadtwerke die aktuellen Zahlen vorlegen.

Jahreskarten preisstabil

Was der Eigenbetrieb in die nächste Sitzungsrunde der politischen Gremien vom 12. bis 15. Februar geben wird, hat es allerdings in sich. Da werden zweistellige Preiserhöhungen gefordert. Nach allerdings fünfjähriger Stabilität der Eintrittspreise für Sauna und Schwimmbad. Allerdings seien die Personalkosten in der Zeitspanne um 13,43 Prozent gestiegen, heißt es in der Vorlage. Seitens der Stadtwerke-Leitung wird vorgerechnet, was das für die einzelnen Preise ausmachen würde und was davon an die Kunden weitergegeben wird. Aktuell kostet der Einzeleintritt für Erwachsene beispielsweise vier Euro. Würde man die Tariferhöhung fürs Personal einrechnen, müssten die Preise brutto auf 4,54 Euro steigen. Erhöht wird auf 4,50 Euro. Auch für den ermäßigten Tarif und den Kurztarif werden 50 Cent mehr verlangt.

Für die treuen Stammgäste gibt es aber eine erfreuliche Nachricht: Die rechnerischen Erhöhungen von zwischen 32 und 42 Euro werden nicht weitergegeben, hier bleiben die Preise unverändert. 320 Euro werden für die Jahreskarte auch ab dem 1. April fällig, 240 Euro ermäßigt.

Den Stammgästen, die im Beraterkreis für das Schwimmbad sitzen, wurde die Preiserhöhung Ende November vergangenen Jahres vorgestellt. Von dort kam die Anregung, den Sauna-Kurztarif von zwei auf drei Stunden vor Nutzungsende zu erweitern. Deshalb ergibt sich für die Preise der Sauna eine geänderte Preisstuktur. Der Zwei-Stunden-Kurztarif entfällt, dafür wird ein neuer Drei-Stunden-Tarif für zwölf Euro eingeführt, dafür dürfen die Saunagäste drei Stunden schwitzen und relaxen. Wer nicht zu den drei Schlussstunden kommt, zahlt tagsüber statt 13 dann 15 Euro.

Bürgermeister Guido Rahn (CDU) wird die Vorlage in die Gremien einbringen. Er betont, dass die Personalkosten seit Wiedereröffnung des Bades im Frühjahr 2014 gestiegen seien. Fünf Jahre habe man die Preise stabil gehalten, jetzt müsse man nach gut fünf Jahren stabiler Eintrittspreise diese Erhöhung weitergeben.

Rahn führt auch ins Feld, dass es bereits bei Einbringung des Wirtschaftsplanes für 2019 Kritik von politischer Seite am Defizit des Bades gegeben habe. "Es versteht sich von selbst, dass bei fünf Jahren Lohnsteigerung mit gleichen Eintrittspreisen das Defizit steigen muss – dies kann selbst die steigende Besucherzahl nicht ausgleichen." Das aktuelle Defizit des Schwimmbades beträgt mehr als eine halbe Million Euro.

Die Jahreskarte habe man ausgenommen, da diese in Nidderau günstiger sei, während die Einzeleintrittspreise dort teurer seien und auch eine Erhöhung in Nidderau diskutiert werde. Es ist zu erwarten, dass im Laufe der Debatten auch wieder die Einführung einer Familienkarte gefordert wird. Dazu meint Rahn, dass man eine weitere Karte nicht einführen wolle. "Wir gehen mit der Geldwertkarte mit gestaffelten Rabatten oder mit der immer beliebter werdenden Ferienkarte zum günstigen Tarif während der großen Ferien einen anderen Weg."

Höhere Personalkosten

"Alles in allem folgen wir mit der Anpassung der allgemeinen Preisentwicklung, die im Bad vor allem durch Personal und Material sowie Wartungskosten geprägt ist", betont der Bürgermeister. Im Endeffekt stehe man in Karben im Preisvergleich zu umliegenden Hallenbädern immer noch gut da. Zudem werde man in diesem Jahr auch wieder in moderne Technik investieren. "Wir stellen in der südlichen Wetterau von Bad Vilbel bis vor die Tore Friedbergs das einzige Hallenbad für Schulschwimmen bereit. Unser Bad ist morgens von dienstags bis freitags mit Schulschwimmen von über einem Dutzend Schulen bereits gut ausgelastet." Dennoch sei trotz verbesserter Bezahlung durch den Schulträger das Schulschwimmen nicht kostendeckend. Dies ist für Rahn ein weiterer Beleg dafür, wieso es wichtig sei, dass Karben als Mittelzentrum einen Ausgleich für diese Leistung erhalten müsse.

von Holger Pegelow

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