Jetzt muss er zahlen

Karbener Bauer hat Unrat und Öl wild abgelagert

Ein altes Ölfass, asbesthaltige Eternitplatten, Autobatterien und alte Reifen lagerte ein Okarbener auf seinem Grundstück und einem Acker – und wurde deswegen verurteilt.

Gegen den Kleinlandwirt, Rentner und Hobby-Rancher aus Okarben hat das Frankfurter Amtsgericht gestern eine Geldstrafe in Höhe von 1260 Euro zu 70 Tagessätze) verhängt.

Der Mann war mit dem Sammelsurium von im Sinne des Umweltschutzes hoch bedenklichen Gerätschaften nicht klar gekommen. Auf seinem Hof in der Untergasse lagerten ein altes Ölfass mit Rückständen sowie ein auseinandergebauter Motor, asbesthaltige Eternitplatten und Autobatterien.

Auf dem Acker des 63-jährigen in der Feldgemarkung auf dem Riedberg oberhalb des Heitzhöfer Baches sah es nicht besser aus, wo in erster Linie alte Autoreifen lagen. Da der Okarbener Rentner in der Landbevölkerung Feinde hat und sich in ein Intrigenspiel eingelassen hatte, war er dem Platz auf der Anklagebank nicht weit entfernt.

Ein offiziell unbekannter Mann, der den Stein ins Rollen brachte, hatte im vorvergangenen Dezember bei der Bad Vilbeler Polizei Anzeige erstattet und sie auf den Plan gerufen. Die nahm sich die Grundstücke des Angeklagten vor. Bald darauf flatterte diesem ein Strafbefehl ins Haus: 1750 Euro Geldstrafe wegen verbotener Abfallentsorgung, das entsprach 70 Tagessätzen zu je 25 Euro.

Nun ist der Rentner nicht gerade ein finanzieller Krösus, sonst hätte er den legalen Abtransport der Abfälle bezahlen können. Seit einigen Jahren plagten ihn mehrere Krankheiten, so dass er nicht mehr so einsatzfähig sei wie früher, sagte der kleine, korpulente Mann, der vor Gericht den Eindruck machte, als komme er direkt aus seinem Stall oder von der Feldarbeit.

Es war rasch klar, auf was der Einspruch des Verurteilten hinauslief. Am Umweltfrevel selbst war nicht zu deuteln, da hatte der Rancher den Überblick verloren. Die Geldstrafe aber sollte gemildert werden. Es blieb bei den 70 Tagessätzen, die mit nur noch je 18 Euro beziffert wurden. Eine Ersparnis von knapp 500 Euro, für die man den Weg aus der Wetterau nach Frankfurt auf sich nehmen kann.

Gleichwohl will der im Prozess heftig gegen die örtlichen Berufskollegen wetternde Bauer („Der Udo da, der ist auch nicht besser!“) Berufung beim Landgericht einlegen. Ob dies etwas nützt, blieb offen. Der Mann will offenbar Zeit gewinnen, bis es ans Bezahlen der Strafe – das Gericht bewilligte Monatsraten – geht: „Ich muss erst wieder gesund werden.“ ge

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