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Symbolfoto: dmd/thxDer von der Stadt zur Überwachung der Parkverstöße eingesetzte private Sicherheitsdienst dürfte bald Auslaufmodell werden.

Stadt trennt sich von Sicherheitsdienst

Keine privaten Knöllchen mehr in Karben

Was als Entlastung der Karbener Hilfspolizei groß angekündigt worden war, das erweist sich nach nur einem Jahr als Auslaufmodell: der Einsatz von privaten Sicherheitsleuten der Wisag zur Überwachung von Parkverstößen. Nun will die Stadt einen eigenen Hilfspolizisten einstellen.

In der wachsenden Stadt Karben hat die Fülle von Aufgaben für die städtischen Ordnungshüter in den vergangenen Jahren ständig zugenommen. Allein die Zahl der Baustellen, deren Absicherung die Uniformierten kontrollieren müssen, ist gestiegen. Ob Neubaugebiet "Am Kalkofen", die Sanierung der Ortsdurchfahrten von Groß- und Klein-Karben sowie Kabelverlegungen und Kanalbau, überall muss die Stadtpolizei vor Ort sein.

Hinzukommt, dass die Beamten auch in Bad Vilbel zur Kontrolle der Geschwindigkeiten eingesetzt sind, denn Karben hat mit der Nachbarstadt einen gemeinsamen Ordnungsamtsbezirk gebildet. Beamte in Uniform sind in beiden Stadtgebieten aktuell unterwegs, weil Weihnachtsbäume und Kreisel geschmückt werden und zeitweise der Verkehr angehalten oder gelenkt werden muss. 

Nicht bewältigt

Hinzu kommt die stetig steigende Zahl an Autos. "Die Leute wissen zum Teil nicht mehr, wohin damit", hat Fachdienstleiter Uwe Axtmann bereits vor anderthalb Jahren festgestellt. Die Kontrolle des sogenannten ruhenden Verkehrs konnte von den vier Karbener Hilfspolizisten kaum noch bewältigt werden. An Wochenenden wähnen sich viele ohnehin unkontrolliert und stellen ihre Karossen verbotswidrig ab oder behindern den fließenden Verkehr.

Abhilfe sollten zwei Hilfspolizisten des privaten Sicherheitsdienstes Wisag aus Frankfurt bringen. Sie sollten vor allem in den Abendstunden und an Wochenenden die parkenden Fahrzeuge kontrollieren. Jetzt scheint sich der Einsatz dem Ende zuzuneigen. Denn die Verantwortlichen der Stadt haben den Vertrag mit dem Sicherheitsunternehmen zum Jahresende gekündigt. Stattdessen wollen sie im neuen Jahr einen weiteren städtischen Hilfspolizisten einstellen.

Der Einsatz der Wisag hätte eigentlich im Juli 2017 beginnen sollen. Aber die Sicherheitsgesellschaft konnte seinerzeit die Mitarbeiter nicht stellen. "Wir hatten kein Personal", hat Wisag-Projektleiter Daniel Todt der Zeitung noch im Februar gesagt. Man habe aus anderen Bereichen nicht einfach jemanden abziehen können. "Wir haben ohnehin Probleme, Personal zu finden." 

Teufel steckt im Detail

So wurde der Beginn der Einsätze, allerdings erst nach Drohung der Vertragsauflösung durch Bürgermeister Guido Rahn, auf Anfang dieses Jahres geschoben. Seitdem sind die privaten Knöllchenschreiber unterwegs. Aber: Der Teufel der "an sich guten Zusammenarbeit", steckt im Detail. Es habe sich "nach und nach gezeigt, dass wir die Kollegen nicht flexibel einsetzen konnten", sagt Fachdienstleiter Axtmann. So habe man aus verschiedenen Straßen Beschwerden über Parkverstöße in den Morgenstunden erhalten. Daraufhin habe man die privaten Hipos angefordert, "aber niemand konnte kommen". Das habe daran gelegen, dass diese woanders eingesetzt waren.

Bürgermeister Rahn erklärt, offenbar seien die Wisag-Mitarbeiter "wohl mit vielen anderen Aufträgen eingespannt" gewesen.

Stadt tritt auf die Bremse

Nun tritt die Stadt Karben auf die Bremse. Ab dem nächsten Jahr soll ein weiterer Hipo in Diensten der Stadt laufen. Seine Aufgaben umreißt der Bürgermeister so: Überwachung des ruhenden Verkehrs und der Straßenreinigung sowie Astüberhänge und dergleichen. Die weiteren Ausführungen Rahns lassen aufhorchen: "Wir planen ohne die Wisag. Wir greifen auf sie gegebenenfalls bei größeren Veranstaltungen zurück."

Was er nicht sagt, teilt das Frankfurter Sicherheitsunternehmen auf Anfrage mit. Eine Sprecherin des Unternehmens: "Die Stadt Karben hat den Auftrag zwischenzeitlich und mit Wirkung zum 31. 12. 2018 gekündigt. Von Problemen bei der Ausführung des Auftrags ist uns nichts bekannt." Laut Rahn werde "nur noch ein punktueller Einsatz" erfolgen. Vorstellbar wären hier etwa der Klein-Kärber Markt in der Rathausstraße oder der Weihnachtsmarkt vor dem Bürgerzentrum. Abends, freitagsnachmittags oder an Wochenenden wären die Frankfurter Sicherheitsleute ab 2019 also nicht mehr in Karben unterwegs. Das war einst ganz anders gedacht.

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