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Stimmzettel für die Landtagswahl und die Volksabstimmung zu Änderungen der Landesverfassung sind zu sehen. Foto: Arne Dedert/Archiv

Verdächtige Vollmacht herausgefischt

Kripo ermittelt wegen Wahlbetrugs und Urkundenfälschung auch im Rathaus

Am Mittwoch vergangener Woche war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft gegen einen 52 Jahre alten Friedberger ermittelt und ihm Wahl- und Urkundenfälschung vorwirft. Der Beschuldigte hat bei der Landtagswahl für eine kleine Partei kandidiert. Er soll den Angaben zufolge Vollmachten von zwei Senioren aus Annerod  für die Beantragung von Briefwahlunterlagen gefälscht und die Wahlbriefe bei der Gemeinde Fernwald eingereicht haben. Was Staatsanwaltschaft und Polizei bislang nicht mitteilten: Auch in Karben betreut der Verdächtige einen älteren Herrn.

Am Mittwoch vergangener Woche war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft gegen einen 52 Jahre alten Friedberger ermittelt und ihm Wahl- und Urkundenfälschung vorwirft. Der Beschuldigte hat bei der Landtagswahl für eine kleine Partei kandidiert. Er soll den Angaben zufolge Vollmachten von zwei Senioren aus Annerod  für die Beantragung von Briefwahlunterlagen gefälscht und die Wahlbriefe bei der Gemeinde Fernwald eingereicht haben. Was Staatsanwaltschaft und Polizei bislang nicht mitteilten: Auch in Karben betreut der Verdächtige einen älteren Herrn.

Nach Angaben der Wahlleiterin war die Stadt Karben angehalten, die Vollmacht bei den Briefwahlunterlagen "herauszufischen" und sie dann der Kripo zu übergeben.  Dabei sollten diesen Wahlbrief nur ganz wenige Personen anfassen, damit die Fingerabdrücke gesichert werden könnten. Der Sprecher der Gießener Staatsanwaltschaft, Thomas Hauburger, teilte auf Anfrage dieser Zeitung mit: "Die Vollmacht wurde herausgefischt." Wie er weiter sagte, wolle man ein Schriftgutachten in Auftrag geben. Allerdings wurde beim Öffnen der Briefwahlunterlagen in Karben  der Wahlschein nicht in Karben gefunden worden. Wie Wahlleiterin Harmert sagte, müsse die Vollmacht zum Beantragen der Briefwahl  bei der Hausdurchsuchung des Betreuers entdeckt worden sein.

Die Aktivitäten des Friedbergers waren zuerst in Fernwald aufgefallen. Er soll dort Vollmachten von zwei Senioren aus Annerod – 67 und 69 Jahre alt – für die Beantragung von Briefwahlunterlagen gefälscht und die Wahlbriefe bei der Gemeinde Fernwald eingereicht haben. Dort war man jedoch hellhörig geworden, weil der Mann kurze Zeit nachdem er die Unterlagen abgeholt hatte mit den ausgefüllten Bögen erneut auftauchte.

Am vorletzten Freitag durchsuchten Kripo-Beamte die Wohnräume des als gesetzlicher Betreuer für Senioren tätigen Verdächtigen. Der 52-Jährige hat bei einer Befragung bestritten, Dokumente gefälscht zu haben. Man sei bei den Ermittlungen noch ganz am Anfang. Es handele sich um eine Straftat, die in minder schweren Fällen mit einer Geldstrafe und in schweren Fällen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden könne.

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