Naturschutzbund

Krötenzaun an Kreisstraße: Damit die Frösche sicher wandern

Aktive des Karbener Naturschutzbundes (Nabu) und Sympathisanten haben den Krötenzaun an der Kreisstraße zwischen Rendel und Gronau errichtet: Ein Hinweis, dass nach dem aktuellen Frost der Frühling naht und Kröten und Frösche bald zu ihren Laichgebieten wandern.

Rund 20 Karbener Krötenretter in gelben und roten Warnwesten waren gerade dabei, den Krötenzaun für die bevorstehende Wanderung der Amphibien aufzubauen. Da die Strecke mehr als einen Kilometer lang war, erforderte die Arbeit viel logistisches Know-how.

„Die Stärkeren graben am besten mit dem Spaten“, lautete das Kommando. Tatsächlich ging es ja nicht nur darum, einen etwa 50 Zentimeter hohen Zaun aus grünem Plastikmaterial zu montieren: Alle 20 Meter mussten auch Eimer eingegraben werden.

Sie bilden sozusagen das Auffangbecken für die Kröten und Frösche, denen der Zaun den Weg versperrte und die nach Auswegen suchen – um schließlich in der Falle zu landen. Frühmorgens und spätabends werden sie von den Karbener Krötenrettern eingesammelt und über die Straße in ihre Laichgewässer geschafft. Ohne diese Maßnahme, schätzt Torben Gelbert vom Karbener Nabu, „gäbe es hier bald Krötengeschnetzeltes für die Störche“.

Erfreulich ist für die Tierschützer vom Nabu, dass sie viel Unterstützung erhielten. Eine Tierfreundin opferte sogar ihre Mittagspause, um zwischendurch ein Stündchen beim Zaunaufbau mit Hand an zu legen. Zuvor hatte schon jemand sein Fahrzeug gestoppt, um den Aktiven für ihren Einsatz zu gratulieren. Auch eine junge Schülerin packte mit an.

Bei aller Mühe in kalter Witterungen hatten die Krötenretter aber auch ihren Spaß. So nutzte Professor Roland Prinzinger, der ebenfalls beim Zaunaufbau half, eine Pause für Biologie-Nachhilfe. Beim Graben hatte er nämlich eine Weinbergschnecke entdeckt. Diese Schnecken, erklärte er neugierigen Zaun-Monteuren, hätten früher in seiner Heimat mal als Nahrung gedient, „Arme-Leute-Essen“, wie er erläuterte. Heute gelten sie als Delikatesse. Und der Rote Milan, der sich gerade am Himmel gezeigt habe, sei „ein Zugvogel, viele wissen das gar nicht.“

Erst weit nach Mittag konnten die Aktivisten vom Nabu Vollzug melden. Wissend, dass die Kröten und Frösche bei den derzeit kalten Temperaturen lieber zu Hause bleiben. Erst wenn Frühlingslüfte wehen, gibt es für die Karbener Krötenretter wieder etwas zu tun. red

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