Ein Leben lang für andere engagiert

„Ich bin ein Sonntagskind und ein echtes Frankfurter Mädchen“, erzählt Hildegard Seidel voller Freude. Am 1. März 1925 wurde die in Klein-Karben lebende Frau in Frankfurt geboren. Morgen begeht sie ihren 90.

„Ich bin ein Sonntagskind und ein echtes Frankfurter Mädchen“, erzählt Hildegard Seidel voller Freude. Am 1. März 1925 wurde die in Klein-Karben lebende Frau in Frankfurt geboren. Morgen begeht sie ihren 90. Geburtstag, und auch dieser fällt auf einen Sonntag. Gefeiert wird im Familienkreis und mit Freunden bei der Jubilarin.

Hildegard Seidel, geborene Christ, wuchs im Hause ihrer Eltern in Frankfurt als jüngstes von drei Geschwistern auf. An ihre Kindheit erinnert sie sich gerne. Sie habe als aufgewecktes, fröhliches Kind gegolten. „Meine Eltern hatten ein Dachbedeckungs- und Gerüstbaugeschäft. Dadurch entdeckte ich schon früh mein Interesse an der Büroarbeit.“ Bereits mit 13 Jahren lernte sie Stenografie und Schreibmaschine schreiben. „Ich schrieb damals schon für unseren Betrieb Kostenvoranschläge und Rechnungen.“

Im Alter von 14 Jahren musste das junge Mädchen ein Pflichtjahr absolvieren. Mit 15 Jahren begann Hildegard eine kaufmännische Lehre in einer Baufirma. Dort lernte sie ihren Ehemann Walter kennen. Die Kriegsjahre überstand sie zusammen mit ihrer Mutter in Frankfurt. „Wir wurden ausgebombt und mussten mehrmals umziehen.“

Nach der Rückkehr Walters aus dem Krieg heirateten die beiden am 1. März 1946. Kurz darauf wurde das Paar Eltern von Zwillingen, 1949 folgte ein Sohn. Ende der 1950er-Jahre wurde Hildegard Seidel wieder berufstätig. „Ich habe immer gerne gearbeitet.“ Mehr als 30 Jahre lang wirkte sie in einer Rechtsanwaltskanzlei in Frankfurt. Erst im Alter von 73 Jahren trat sie in den Ruhestand.

1976 zogen Hildegard Seidel und ihr Ehemann nach Karben. „Wir kamen durch Bekannte hierher.“ In der Wohnung lebt die Jubilarin seit nunmehr 39 Jahren. Ehemann Walter Seidel verstarb 1997. Einsam wurde Seidel, die ein Fan des FSV Frankfurt ist, trotzdem nicht. „1999 fand ich einen neuen Lebenspartner, mit dem ich sehr glücklich war. Er verstarb 2011.“

Die Jubilarin wird nun von ihren Kindern und einer guten Freundin umsorgt. Auf ihren Geburtstag reut sie sich schon sehr. „Meine ganze Familie wird kommen.“ Also fünf Enkeltöchter, zehn Urenkel und sogar ein Ururenkel.

(dit)

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