Bauarbeiten

So lief der erste Tag der Vollsperrung zwischen Rendel und Klein-Karben

Der Schilderwald in Rendel und Klein-Karben ist gestern mächtig gewachsen. Das hat seinen Grund, denn seit dem Nachmittag gilt zwischen den beiden Stadtteilen eine Vollsperrung. Mit Folgen für Busfahrgäste und vor allem die Autofahrer.

Dennis Lewalter und Ralf Häuser von der Gießener Firma BAS Signaltechnik rollen das gelbe Signalband aus. Zuvor haben sie im Bereich Lindenweg/Schulstraße eine Fußgängerschutzampel aufgebaut. Ihr Kollege Daniel Hahn programmiert die Ampel, so dass die Fußgänger seit gestern Mittag sicher den Lindenweg überqueren können. Das ist auch nötig, denn die bislang relativ ruhige Wohnstraße wird zur Hauptumleitungsstrecke, wenn für einige Monate die Ortsdurchfahrt von Klein-Karben komplett saniert wird.

In der Nähe der Ampel befindet sich eine von zwei Ersatzhaltestellen, die der Stadtbus der Linie 74 anfährt. Vorher müssen die Fahrer in Schlangenlinien fahren, denn trotz des für viele Bereiche angeordneten Halteverbotes ist der Lindenweg an einigen Stellen so schmal, dass Begegnungsverkehr schwierig ist. Die Busnutzer müssen sich auf teilweise neue Abfahrtszeiten einstellen, und auch darauf, dass sie von Klein-Karben nicht mehr nach Rendel kommen.

Zumindest bis 21. Juli. Denn zunächst wird der Straßenabschnitt der Landesstraße zwischen Ortsausgang Klein-Karben und Ortseinfahrt Rendel saniert. Die große Fräsmaschine wurde gestern Nachmittag geliefert und wird nach Angaben von Ekkehart Böing, Verkehrsplaner im Karbener Rathaus, ab dem heutigen Donnerstag ihren Betrieb aufnehmen.

Die Rendeler sind damit zunächst einmal vom Rest Karbens abgehängt. Das versucht die Stadt durch einen Ersatzbus auszugleichen, der die Rendeler zum Bahnhof und zur Vilbeler Straße nach Gronau bringt. Mit der Linie 74E sollen sie Anschluss an die Niddertalbahn und den Vilbus 62 bekommen, der weiter in die Vilbeler Innenstadt fährt.

Doch der Anschluss hat gestern Vormittag noch nicht recht geklappt. Das haben Chanda Syed und Jihan El Karz am eigenen Leib erfahren. „Als wir an der Haltestelle Vilbeler Straße ankamen, fuhr der gelbe Bus gerade ab. Und unser Fahrer hat noch nicht einmal gehupt“, sind die beiden sauer. Der Vilbeler Stadtbus war weg, Wartezeit: eine Stunde. „Der öffentliche Nahverkehr wird ständig teurer, der Service schlechter“, schimpft Syed, die in Rendel wohnt und nach Frankfurt muss, wo sie nun einen wichtigen Termin verpasst.

Der Fahrer fährt für das Taxi-Unternehmen „Bhatti Bright Cars“ aus Ranstadt, das für die elf Tage mit dem 74E-Ersatzverkehr von der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) beauftragt worden ist. Heute Morgen habe er etwa 15 bis 20 Fahrgäste nach Gronau befördert, informiert der Fahrer, dessen Unternehmen in Karben bereits das Anrufsammeltaxi fährt.

Besser als den Busnutzern erging es zunächst den Autofahrern. Die hatten trotz vieler Hinweisschilder „Anlieger frei bis Baustelle“, rot durchgestrichenen Richtungswegweisern und Umleitungsschildern noch keine Einschränkungen. Sie konnten sowohl noch die Rendeler Straße, also die Ortsdurchfahrt, nutzen, als auch ungehindert in den Nachbarstadtteil gelangen. „Es hätte noch keinen Sinn gemacht, die Straße schon voll zu sperren, wenn die Arbeiten noch nicht begonnen haben“, sagte Böing.

Um 16 Uhr dann die Nachricht: Es wird ernst, die Straße ist dicht. Die Stadtpolizei hat bereits verstärkte Kontrollen an den Feldwegen angekündigt.

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