Praktisches Problem

Für Messe der Vereine fehlt’s an Kräften

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Bei einer großen Messe im Bürgerzentrum sollen sich die Karbener Vereine präsentieren – wenn es nach der SPD geht. Allerdings stößt die Idee in der übrigen Politik auf wenig Gegenliebe. Und auf ein praktisches Problem.

Das wäre eine perfekte Möglichkeit für jeden Verein in der Stadt, sich zu präsentieren und für neue Mitglieder zu werben, sagt Nora Zado begeistert. Eine Vereinsmesse solle die Stadt organisieren, schlage ihre Partei vor, erklärt die Vize-Parteichefin der SPD. Doch die Stadtverordneten werden heute Abend bestenfalls eine sehr abgespeckte Version der Forderung beschließen.

Überrascht reagiert allein schon Bürgermeister Guido Rahn (CDU) auf den Vorstoß. „Uns liegt kein Wunsch dazu vor, das wird von keinem Verein erwartet.“ Weder habe ein einzelner Verein bisher die Verantwortlichen im Rathaus darum gebeten, noch seien die Arbeitsgemeinschaften der Kulturtreibenden oder der Sportvereine auf die Kommune zugekommen.

Dass die Vereine einen solchen Wunsch nicht äußerten, versteht der Bürgermeister durchaus. Denn 2012 habe es erstmals eine solche Veranstaltung gegeben, als „Markt der Möglichkeiten“ während eines Neubürgerempfangs. Damals habe es „nur eine geringe Resonanz“ gegeben und sehr wenig Nachfrage aus der Bevölkerung.

Diesen Grund lässt Nora Zado aber nicht gelten. „Der Maßstab für künftige Vereinsmessen kann doch nicht die geringe Resonanz einer ersten Veranstaltung sein.“ Sie wirbt stattdessen dafür, dass eine solche Messe „wichtiges Marketing für die Stadt“ sein könne: „Wir können die aktive Vereinslandschaft gut verkaufen.“

Die Vereine für solches Marketing zu nutzen, lehnt der Rathauschef allerdings ab. Denn: „Den meisten fehlt einfach die Manpower, um das zu organisieren.“ Gänzlich unmöglich sei es, die Vereinsmesse noch dieses Jahr auf die Beine zu stellen, wie von der SPD gefordert. Denn längst hätten die Vereine ihres Jahresplanungen fertig und könnten nicht einfach so zusätzlich Arbeitskraft bereitstellen.

Das bestätigt Margarethe Hermanns aus Sicht des Fotoclubs, bei dem die CDU-Stadtverordnete Mitglied ist. „Wir hätten keine terminlichen Möglichkeiten mehr dafür.“ Auch sie sieht die Idee kritisch: „Die erste Veranstaltung dieser Art war ein völliger Reinfall.“

Dass es durchaus einen interessierten Verein gebe, meldet SPD-Fraktionsvize Anja Singer an: den Diakonieverein. Er habe sich an die SPD gewendet. „Der Diakonieverein hat das Problem, dass ihm Aktive fehlen, deshalb suchen sie nach Mitgliedern.“ Bei einer solchen Messe würde der Verein gern um solche werben, erklärt Singer.

Wogegen auch niemand etwas habe, stellt Laura Macho (FW) klar. Notwendig wäre aber, dass die Vereine die Messe selbst organisierten und die Stadt dies nur unterstütze. Ändere die SPD ihren Antrag auf diese Weise, stimmten die Freien Wähler mit. Zado sieht das kritisch: Für die Organisation „fehlt den Vereinen die Manpower“.

So räumt auch die SPD-Frau letztlich ein: Überlastet werden dürften die Vereine mit einem solchen Angebot auch nicht. Und der Bürgermeister bietet an, bei einem demnächst anstehenden Gespräch mit allen Vereinen zur Planung der 50-Jahr-Feier der Stadt 2019 auch in Sachen Vereinsmesse nachzufragen. So stimmt die SPD zu, dass ihre Forderung zunächst zu einem Prüfungsauftrag abgeschwächt wird.

Heute tagt das Parlament

Stadtparlament heute (Freitag) ab 20 Uhr, Bürgerzentrum, Rathausplatz 1

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