Danish Malik formt Laugenbrezel. Bei "Krögers Brötchen" ist der 27-Jährige inzwischen Stammkraft.

Erfolgsgeschichte

Nach der Flucht aus Pakistan zum Stammpersonal der Backstube geworden

Er ist nach Karben gekommen und hat sich sofort eine Arbeit gesucht. Mit dem Fahrrad ist Danish Malik auch bei Bernd Hofmann vorgefahren, dem Geschäftsführer von "Krögers Brötchen". Das war im Jahr 2016, heute gehört Malik zum Stammpersonal. Dass es zu dieser Erfolgsgeschichte kommen konnte, ist auch das Verdienst der Flüchtlingshilfe Karben.

Im Frühjahr 2016 ist der aus Pakistan stammende Flüchtling Danish Malik in den Fasanenhof nach Groß-Karben gezogen. Der Hof beherbergt Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern. Kaum hatte er Quartier bezogen, schwang er sich aufs Fahrrad. Deutsch konnte er nicht, aber auf Englisch sprach er bei verschiedenen Karbener Betrieben vor. "I need work", habe er überall gesagt und deutlich gemacht, dass er alles arbeiten könne und sich alles zutraue.

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Auch bei Bernd Hofmann schaute er vorbei: In der Backstube von "Krögers Brötchen" klingelte er gleichfalls. Der Geschäftsführer gab ihm eine Chance. "Er hat damals kein Deutsch gesprochen. Ich habe ihm zunächst einfache Tätigkeiten zugewiesen."

In Pakistan hatte Malik nach eigenen Angaben zehn Jahre die Schule und zwei Jahre das College besucht, wo er ein Sprachdiplom für Englischunterricht erwarb und später dann Islamwissenschaften studierte. Wegen des Bürgerkriegs sei er geflüchtet. "Für mich kam nur Deutschland infrage", blickt er auf die damalige Zeit zurück. Zuerst sei er nach Gera gekommen, das sei am zweiten Weihnachtsfeiertag 2015 gewesen. Drei Tage später sei er ins Auffanglager nach Gießen gekommen, im Januar 2016 nach Büdingen. Dort sei er zweieinhalb Monate geblieben, danach kamen zwei Wochen Reichelsheim, ehe er in den Fasanenhof nach Karben ziehen konnte.

Bürokratische Hürden

Christel Wortmann von der Flüchtlingshilfe Karben hat sich um die Formalitäten gekümmert, um Danish Malik die Arbeitsaufnahme zu ermöglichen.

Eine seiner ersten Stationen, wo er nach Arbeit gefragt habe, sei die Bäckerei gewesen. Doch bis Malik dort anfangen konnte, waren viele bürokratische Hürden zu nehmen. Hier hat ihn die Flüchtlingshilfe Karben tatkräftig unterstützt. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Flüchtlinge bei der Integration in unsere Gesellschaft zu begleiten. Ein Schwerpunkt ist die Vermittlung von Arbeitsplätzen und Ausbildung. Die Ehrenamtlichen stehen nicht nur mit örtlichen Betrieben, sondern auch mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter in engem Kontakt.

Christel und Reinhard Wortmann sind zwei der engagierten Ehrenamtlichen, die dieses Themenfeld beackern. Und das kann man wörtlich nehmen, denn die Menschen aus anderen Kulturkreisen, die hierher kommen und kein Deutsch sprechen, können sich im Behördendschungel kaum zurechtfinden. Christel Wortmann hat sich des Flüchtlings Malik angenommen und die Formalitäten mit den zuständigen Behörden in Friedberg geregelt.

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So bekam der heute 27-Jährige nach 13 Tagen seine Arbeitserlaubnis, erzählen die Wortmanns. Dann kümmerten sie sich auch darum, dass Malik vom Gesundheitsamt die Zertifikate erhielt, damit er in der Lebensmittelbranche arbeiten darf. "Ich war unzählige Male in Friedberg. Aber es hat alles gut funktioniert. In den Ämtern hat man sich sehr entgegenkommend und flexibel gezeigt", sagt Christel Wortmann.

Zunächst erhielt der Flüchtling einen befristeten Vertrag, seit Frühjahr 2018 ist er in der Bäckerei unbefristet beschäftigt. Danish Malik sprüht nur so vor Eifer. Mithilfe seiner Kollegen hat er schnell die Sprache gelernt, kann vieles gut verstehen und sich gut verständigen. Auch im Fasanenhof erhielt er Deutschunterricht.

Mittlerweile ist er in der Bäckerei zur Stammkraft geworden. "Ich stehe an der Teigmaschine", beschreibt Malik seine Tätigkeit. Früh aufstehen muss er dafür allerdings nicht, denn er ist in der Tagesschicht von 8 bis 16 Uhr im Einsatz. Sein Chef ist mit ihm sehr zufrieden. "Er macht heute schon Dinge, die ein ausgebildeter Bäcker macht. Er hat bei uns sehr schnell gelernt", sagt Hofmann. Der Geschäftsführer hat ihm sogar Verantwortung übertragen: "Wenn der Hauptverantwortliche im Urlaub ist, führt er die Produktion", sagt Hofmann mit Blick auf seinen Mitarbeiter.

Er will dauerhaft bleiben

Mittlerweile macht Danish Malik auch seinen Führerschein. Das freut Hofmann, denn wenn er erst einmal Auto fahren kann, soll er Backwaren ausliefern. "Bei ihm sieht man, dass er auf eigenen Füßen stehen will", lobt der Geschäftsführer von "Krögers Brötchen".

Zufrieden ist auch der Geflüchtete. "Ich möchte dauerhaft in Deutschland bleiben. Mir gefallen Land und Leute sehr gut", schmunzelt er. Bis es so weit ist, müssen aber noch etliche Formalitäten geklärt werden. Denn vorerst ist der 27-Jährige nur geduldet. Die Wortmanns wollen ihm aber helfen, sich weiter zu integrieren: "Wir bemühen uns um ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht für ihn."

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